Tuesday, February 7, 2023
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Gier und Desinformation herrschen immer noch beim Umgang des Iran mit dem Coronavirus vor


Letzten Sonntag berichtete der Iran über einen neuen Rekord an Todesfällen in der Coronavirus Pandemie. Am Tag danach wurde dieser Rekord erneut gebrochen und es gab 272 Todesfälle, nachdem es am Sonntag 251 waren. Die iranische Opposition setzt die Gesamtzahl der Todesopfer nun auf 124.000 fest.

Das ständige Brechen der Rekordhöhen geht mit einem stetigen Anstieg der neuen Fälle einher. Offiziell hat das Land mehr als eine halbe Million Fälle erlebt und rund 29.000 davon sollen tödlich gewesen sein, doch mindestens ein Mitglied der Taskforce im iranischen Gesundheitsministerium berichtete, dass in den Krankenhäusern des Landes die Kapazitäten erschöpft sind, zum ersten Mal seit Ausbruch des Virus im Land.

Die Behörden des Regimes lehnen es ab, die Situation in solchen Terminologien zu bezeichnen. Doch unter den unabhängigen und ausländischen Beobachtern, welche die Situation genau verfolgen, zweifelt niemand mehr an den Aussagen, die das Mitglied der Taskforce, Masoud Mardan, gegenüber der Financial Times gemacht hat. Es zweifelt niemand mehr an dem, was er über die heute Situation sagt. Seine Vergleiche zu der Situation in den vorherigen Monaten sind jedoch eher fragwürdig und viele Kritiker des Umgangs Teherans mit dem Coronavirus sagen, dass das Land nicht in eine zweite oder dritte Welle geht, sondern dass es sich immer noch in der ersten Welle befindet und dass die Todeszahlen diejenigen anderer Länder längst übersteigen.

„Wir haben keine Erfahrung mit dieser Art von Verschlechterung, wie wir sie in den letzten sieben oder acht Monaten erleben“, sagte Mardani. „Einige Krankenhäuser sind voll und nicht mehr in der Lage, neue Patienten aufzunehmen. Eine Fortsetzung dieses Trends wird zu einem sichtbaren Anstieg der Todeszahlen führen.“

Es ist nicht klar, was er oder jeder andere Mitarbeiter des Regimes als „sichtbar“ definieren. Dieses Wort kann jedoch leicht überprüft werden, wenn man sich die aktuelle Todesrate ansieht, die weit über die Werte jedes anderen Landes in der Region und fast jedem Land der Welt geht. Doch noch fataler ist, dass die Zahlen, die aus dem iranischen Gesundheitsministeriums kommen, mehrfach in Frage gestellt wurden, vor allem von denen, die sich mit der langen Geschichte der Desinformation und der staatlichen Propaganda des Regimes auskennen.

Die führende iranische Oppositionsgruppe, die Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK), verfolgt den Ausbruch des Virus im Iran über ein Netzwerk heimischer Quellen sehr genau und dazu gehören auch Quellen im Regime und im Gesundheitsministerium. Über die Koalition des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) lässt die MEK die von dort berichtete Rate der aktiven Fälle und der Todeszahlen übermitteln. Sie ergeben eine weit höhere Zeit als das, was das Regime offiziell zugibt.

Laut der MEK gibt es Dokumente in den Krankenhäusern und Aussagen von Augenzeugen, die belegen, dass die Pandemie bisher mehr als 124.000 Iranern das Leben gekostet hat und dass die Zahl der Infektionen in die Millionen geht. Diese Zahlen werden zumindest ab und an und einigen Personen untermauert, die direkt mit der Antwort des Regimes auf die Krise betraut sind.


So hat Anfang April ein Mitglied der Taskforce gesagt, dass die wahre Zahl der Fälle bereits über eine halbe Million erreicht hat. Und im selben Monat gab das Forschungszentrum des Parlaments des Regimes einen Bericht heraus, in dem die Zahl der Todesfälle durch den Coronavirus doppelt so hoch war, wie die Zahlen, die öffentlich gemacht wurden. Dieser Bericht fand auch seinen Weg in die westlichen Medien. Doch in all den Monaten, wo selbst die eigenen Politiker des Regimes die Zahlen in Frage stellt, fällt die internationale Gemeinschaft immer noch auf die offiziellen Erklärungen des Regimes herein und bezieht sich nicht auf die Zahlen, welche die MEK und der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) durch glaubhafte Quellen erlangt.

Indem die Zahlen der Mullahs über den Ausbruch des Coronavirus akzeptiert werden, wird die iranische Pandemie herunter gespielt und auch die internationale Hilfe für das Volk weniger dringend. Der iranische Widerstand hat genügend Lösungen für einen Umgang mit der Krise angeboten. In vielen seiner Berichte, die bereits im Februar begannen, hat der iranische Widerstand erklärt, wieso der Coronavirus Ausbruch durch die systematische Desinformation des Regimes schlimmer wurde und warum es sich bei seinen Anstrengungen zum Überleben des Volkes verweigert.

Das Regime selbst will die internationale Gemeinschaft vor allem glauben lassen, dass die US Sanktionen Teheran keine andere Wahl lassen und dass sie deshalb nicht angemessen reagieren können. Doch die Realität ist, dass in vielen Institutionen wie bei den Revolutionsgarden (IRGC)gewaltige Summen an Geld lagern, die nicht benutzt werden. Auch die Konten, die unter der Kontrolle des obersten Führers Ali Khamenei stehen, sind prall gefüllt und fast noch komplett unangetastet geblieben.

Der NWRI hat in einem seiner aktuellen Berichte betont, dass das, was die Vertreter des Regimes als „dritte Welle“ an Coronavirus Infektionen bezeichnen, das Regime nur dazu gebracht hat, in den Metropolen des Landes die Maskenpflicht einzuführen. Es wurden jedoch keinerlei Anstrengungen unternommen, das Volk mit funktionsfähigen Masken zu versorgen oder zumindest die Preise auf dem offenen Markt zu stabilisieren. Statt dessen werden die Bürger von Teheran und anderen Städten einfach mit Strafen belegt und der sowieso schon verarmten Bevölkerung eine weitere Last auferlegt, während weiterhin nichts vom nationalen Wohlstand für das Wohlergehen des Volkes ausgegeben wird.

Doch das ist typisch für das Verhalten des Regimes in jeder Krise. Die erste Priorität ist es, die Macht der Mullahs zu sichern und den Status Quo zu erhalten. Und dieses Ziel hat nichts mit den Interessen der Öffentlichkeit zu tun, was der internationalen Gemeinschaft spätestens nach den zwei großen landesweiten Aufständen in den letzen zwei Jahren vor der Pandemie deutlich geworden sein muss.

Die aktuelle Gesundheitskrise ist eng verbunden mit dem lange Zeit andauernden Leid des iranischen Volkes, welches durch die iranischen Machthaber verursacht wird und welche eine offene Warnung für die Gefahr weiterer Unruhen ist, sowie der Coronavirus auch nur eine Chance zum Verschwinden aus diesem Land bekommt. Die Aktivisten des iranischen Widerstandes hat diese Situation selbst unter dem Risiko einer weiteren Infektion angeregt, aktiv zu werden.

Die steigenden Infektionsraten sind nicht zu vermeiden, so lange diese aktuelle Führung des Landes an der Macht bleibt und es ablehnt, seine eigenen Mittel zum Wohle des Volkes einzusetzen. Wenn das Land noch irgendeine Hoffnung auf Heilung von dieser seit Monaten andauernden Welle der Infektionen haben will, dann braucht es eine neue Führung, welche auch das Management in dieser Coronavirus Pandemie übernimmt und das Land generell anders führt.

In dieser Hinsicht sagte Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des NWRI, in ihrer aktuellen Rede, dass die Auswirkungen des Coronavirus unweigerlich zu anderen Problemen führen werden, so lange die Mullahs an der Macht bleiben. Sie sagte:“ Heute ist der Regimewandel nicht mehr nur für Freiheit und Demokratie notwendig. Er ist auch für die Gesundheit jedes einzelnen Individuums im Iran und für den Schutz ihrer Häuser, ihrer Städte und Dörfer gegen Naturkatastrophen notwendig.“.

 

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