Tuesday, December 6, 2022
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Grenzgänger werden weiter vom iranischen Regime verfolgt

Von Amir Taghati

Im Mai wurden laut Berichten mindestens fünf Grenzgänger getötet und mehrere Duzend verletzt. Es wird davon ausgegangen, dass von den Todesopfern vier erschossen worden sind.

Sich für den Beruf eines Grenzgängers zu entscheiden, ist keine einfache Sache und es ist keine Wahl aus Leidenschaft. Die Menschen, die sich dafür entscheiden, leiden unter extremster Armut. Leider leben immer mehr Menschen im Iran unterhalb der Armutsgrenze und gerade in den Grenzregionen herrschen oft die höchsten Raten der Arbeitslosigkeit im Iran.

Die Grenzgänger – die meist sehr jung sind, aber es sind auch alte Menschen darunter –tragen oft sehr schwere Lasten auf ihrem Rücken, die zwischen 100 und 150 kg schwer sind. Sie müssen damit in schwierigem Terrain in Bergregionen hantieren und gefährliche Flüsse überqueren. Auch die harten Winter und die heißen Sommermonate machen ihnen zu schaffen.

Am 1. Mai wurde Taher Hekmati, ein 33 Jahre alter Grenzgänger, der Frau und Kinder hat, von bewaffneten Sicherheitskräften erschossen. Am 3. Mai starb der Grenzgänger Kamal Mohammadi ebenfalls durch Schüsse von Grenzsoldaten an der Grenze von Baneh.

Schätzungen gehen davon aus, dass es zwischen 350.000 und 500.000 Grenzgängern im Iran ging. Die offiziellen Statistiken des iranischen Regimes spielen diese Zahl herunter und es ist von 68.000 Menschen die Rede, die Grenzgänger sind.

Das Regime will sich schon seit langem um das Problem kümmern, doch nichts ist geschehen. Es brachte sogenannte „freie Zone“ in den Grenzregionen ins Spiel und versprach den Grenzgängern deren Errichtung. Es wurde auch versprochen, dass es spezielle Zölle für sie geben wird und dass man so ihren Handel legal macht.

Doch anstatt die Bedingungen zu verbessern, wurden sie nur noch schlimmer gemacht, in dem diverse Routen schlossen wurden und indem sie von Agenten des Regimes zur Zielscheibe erklärt wurden.

Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI), die Hauptopposition zum iranischen Regime, hat mehrfach betont, dass das Problem der Grenzgänger dringend gelöst werden muss. Diese Menschen tragen bereits die immense Bürde der wirtschaftlichen Not und nun müssen sie auch noch physische und emotionale Traumata bewältigen, nur um ihren Familien das Überleben zu sichern. Es ist extrem unfair, dass sie dafür auch noch von den Behörden verfolgt werden.

Der NWRI arbeitet seit Jahrzehnten an einem freien und demokratischen Iran und er ist die einzige organisierte Opposition. Er hat die atomaren Aktivitäten des Regimes und seine Korruption aufgedeckt und er verteidigt die Menschenrechte.

Die Grenzgänger sind nur ein Teil einer iranischen Gesellschaft, die vom iranischen Regime unterdrückt wird. Ethnische Minderheiten, religiöse Minderheiten, Frauen und Studenten werden ebenfalls unterdrückt, genauso wie Reporter, Journalisten, Künstler, Menschenrechtsaktivisten und Freidenker. Sie alle sind Ziel des Terrors und der Unterdrückung des iranischen Regimes.

In dem schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch das iranischen Regimes wurden 1988  innerhalb weniger Monate 30.000 politische Gefangene ermordet.

Alle Länder, welche an den Menschenrechten ihrer eigenen Völker festhalten, müssen die Menschenrechtsverletzungen im Iran verurteilen und offen ansprechen.