Monday, January 30, 2023
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Großbritannien: Iran liefert Waffen an irakische Rebellen

ImageReuters, 5 October – Großbritannien hat dem Iran vorgeworfen, Waffen an Aufständische im Irak zu liefern.

Rebellen im Süden des Irak hätten mehrmals britische Soldaten mit Hilfe hochwertiger Ausrüstung angegriffen, die zuvor von der libanesischen Hisbollah-Miliz benutzt worden sei, sagte ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters in London. Da der Iran mit der Extremistengruppe in Verbindung stehe, gebe es einige Hinweise, dass er auch mit diesen Angriffen im Irak zu tun habe.

Bei Anschlägen auf britische Truppen hätten irakische Rebellen panzerbrechenden Sprengstoff und Infrarot-Steuerungen eingesetzt, die der Waffentechnik der Hisbollah ähnelten. Den Angaben zufolge stammt die Ausrüstung von den Revolutionären Garden des Iran.

Hinter den Angriffen vermute die britische Regierung eine Splittergruppe der Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Moktada al-Sadr. Im Iran dominieren die Schiiten. Großbritannien hege jedoch den Verdacht, dass die Regierung in Teheran auch sunnitische Rebellen im Irak unterstütze, sagte der Regierungsvertreter.

Die USA und Großbritannien erheben seit langem ähnliche Vorwürfe gegen den Iran. Die jüngste Kritik ist jedoch konkreter als bisher. Der Iran hat solche Vorwürfe stets zurückgewiesen.

VERTEIDIGUNGSMINISTER: MEHR ANSCHLÄGE VOR WAHL ZU ERWARTEN

Der britische Verteidigungsminister John Reid warnte unterdessen, dass die Aufständischen vor der irakischen Parlamentswahl im Dezember weitere Anschläge auf die US-geführten Koalitionstruppen und Zivilisten verüben würden. Sie könnten "noch fanatischer und boshafter" sein als bisher. Mit ihren Morden an Schiiten wollten die Rebellen Gegenschläge der Sunniten provozieren und einen Bürgerkrieg auslösen, sagte Reid. 95 britische Soldaten sind im Irak seit der Invasion im März 2003 getötet worden.