Wednesday, November 30, 2022
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Helft den gemäßigten Muslimen, dem islamischen Extremismus entgegenzutreten!

Von Sarvnaz Chitsaz

In: „The Hill“

Jeder, der auch nur über eine oberflächliche Kenntnis von den Lehren des Islam verfügt, kann wissen, daß der Koran klar und deutlich sagt: In Sachen der Religion darf es keinen Zwang geben. Es heißt unmißverständlich,

daß Gewalttat und Terrorismus vom Islam nicht gutgeheißen werden.

Die Wut des Fundamentalismus kann nirgendwo deutlicher empfunden werden als in der niederträchtigen Art, wie er die Frauen behandelt. Im vorigen Monat beging die Welt den „Internationalen Tag zur Verhinderung der gegen Frauen gerichteten Gewalttätigkeit“; man muß die Weltgemeinschaft daran erinnern, daß Frauenhaß den humanitären Werten des Islam diametral entgegengesetzt ist. 

Hunderte Millionen Muslime leben friedlich und produktiv in modernen, toleranten Gesellschaften. Als Muslimin weiß ich: Meine Religion hat mit der niederträchtigen Ideologie von ISIS und dem iranischen Regime – sie fördern Tragödien wie die Terroranschläge des 13. November in Paris – nichts zu tun. Ihre Ideologie beruht auf Zwang, Frauenhaß und Gewalttat. 

Betrüblicherweise wird jedesmal, wenn jemand meine Religion mißbraucht, um Frauen zu unterdrücken oder schlimme Terroraktionen durchzuführen, die gesamte muslimische Welt haftbar gemacht. Aber ich weiß, daß jene, die ihren Zorn gegen alle Muslime richten, nur einen winzigen Teil derer ausmachen, die Freiheit und Frieden lieben.

Die Ideologie von ISIS ist unmenschlich. Als sie Teile des Irak überrumpelten, nahmen sie Frauen jesidischen Glaubens als Sklavinnen. Sie behandeln alle Frauen als Bürger zweiter Klasse und wenden auf sie barbarische Strafen an, darunter die Steinigung.

Nach den Anschlägen von Paris erklärte der französische Präsident Hollande zu Recht: „Wir befinden uns nicht in einem Krieg zwischen zwei Zivilisationen, denn diese Mörder stehen für keine Zivilisation.“

Zweifellos: ISIS steht für nichts anderes als sich selbst – weder in dieser Welt noch in der kommenden. Wir können aber noch weiter gehen und erklären: ISIS und andere extremistische Gruppen sind die wahren Feinde jeder Zivilisation, vor allem aber der islamischen. 

Die apokalyptische Ideologie von ISIS und dessen schiitischem Gegenstück im Iran befördert die Vernichtung von allem, das auf ihrem Wege zu einem globalen „islamischen“ Reich liegt, in dem niederträchtige „Scharia“-Gesetze gelten würden, die mit dem Islam nichts zu tun haben.

Dabei hat das extremistische Regime im Iran „Scharia“-Gesetze und frauenfeindliches Verhalten bereits in seiner Verfassung verankert. Es hat eine brutale religiöse Tyrannei errichtet – dreißig Jahre vor ISIS. Im Iran sind Frauen nicht nur Bürger zweiter Klasse – sie werden gefoltert, gesteinigt, im Gefängnis vergewaltigt und ihrer Grundrechte beraubt.

Heute sind sie sogar von einer Reihe von Universitätsfächern ausgeschlossen; sie dürfen nicht in den Stadien erscheinen, um sportliche Ereignisse zu verfolgen. Im Iran dürfen Frauen nicht singen, sie dürfen nicht ins Ausland reisen, ohne daß ihre Väter oder Gatten die Erlaubnis dazu erteilen.

Die überwältigende Mehrheit der Opfer des islamischen Extremismus sind in der gesamten Geschichte gemäßigte Muslime gewesen, vor allem Frauen. Doch ob es sich nun um vom Westen unterstützte Rebellen handelt, die gegen ISIS und das Assad-Regime in Syrien kämpfen, oder um iranische Dissidenten, die die repressive schiitische Theokratie in Teheran stürzen wollen, oder einfach um normale Muslime, die bei Anschlägen, die Beirut lange vor Paris heimsuchten, getötet oder verletzt wurden – die gemäßigten Muslime sind auf der ganzen Linie gegen die extremistischen Gruppen eingestellt, gleichviel wo sie ihr häßliches Haupt erheben.

Gemäßigte Muslime sehen den Frauenhaß und die terroristischen Anschläge als Angriff auf die gesamte Menschheit und auch auf den Islam an. Diese Empfindung wurde in den Nachwehen der Pariser Anschläge von Maryam Rajavi, der muslimischen Frau, die die iranische Opposition „Nationaler Widerstandsrat des Iran (NCRI)“ leitet, zum Ausdruck gebracht.

Eine Gesellschaft mit muslimischer Mehrheit und eine säkulare christliche Gesellschaft – das sind zwei Seiten derselben Medaille. Ein Angriff auf die eine ist ebenso ein Angriff auf die andere. Gemäßigte Bewegungen wie der NCRI wissen es sehr wohl. Sie erleben ja aus erster Hand, wie die Extremisten, die in Teheran herrschen, ihre Ideologie benutzen, um Bürger zu ermorden, die Menschenrechte zu verletzen und Gewalttat und Intoleranz zu verbreiten. 

Auch die westlichen Führer sollten diese Wahrheit anerkennen. Sie sollten mit den gemäßigten Muslimen ein Bündnis eingehen, das imstande wäre, die hinterhältige Drohung des islamischen Extremismus zu besiegen. Muslime, die an die Demokratie glauben, sind die wirksamste Kraft gegen die vom islamischen Fundamentalismus ausgehende Bedrohung.

Die Welt muß gegen den islamischen Fundamentalismus entschlossen zusammenhalten – nicht nur militärisch, sondern auch ideologisch und kulturell. Die einzige gründliche Lösung des Problems des Extremismus besteht in der Unterstützung gemäßigter muslimischer Bewegungen. Abraham Lincoln hat einmal gesagt: „Ein Haus, das in sich uneins ist, hat keinen Stand.“ Diese Worte sind heute ebenso wahr wie vor 150 Jahren. 

Während eine marginale, aber gefährliche Minorität bemüht ist, das Gesicht der zweitgrößten Religion der Welt zu entstellen, um die gesamte Menschheit zu entzweien, müssen wir entschlossen zusammenstehen, um die Errungenschaften der gemeinsamen Zivilisation zu erhalten, darunter die Menschenrechte, die Demokratie und die Rechte der Frauen. Davon hängt unsere Zukunft ab.

Frau Chitsaz ist die Vorsitzende des Frauenausschusses des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NCRI), der die Errichtung einer demokratischen, säkularen und atomwaffenfreien Republik im Iran anstrebt.