Thursday, December 1, 2022
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Hungerstreiks der Gefangenen in den Haftanstalten Qezel Hessar, Evin, Bandar Abbas, Borazjan und Maragheh

Internationaler Aufruf, das Leben der Protestierenden zu retten, außerdem gegen willkürliche Hinrichtungen und unmenschliche Bedingungen in den Gefängnissen 

Der iranische Widerstand ruft alle Institutionen und Organisationen für Menschenrechte auf, vor allem die Hohe Kommissarin für Menschenrechte, die Arbeitsgruppe der UNO gegen willkürliche Internierung,

den Sonderberichterstatter über summarische und willkürliche Hinrichtungen und solche ohne Gerichtsverfahren, den Sonderberichterstatter über Folter und andere grausame, inhumane und entwürdigende Behandlung oder Bestrafung und den Sonderberichterstatter über Menschenrechtsverletzungen im Iran, sofort und umgehend zu handeln, um das Leben von politischen Gefangenen zu retten, die sich zum Hungerstreik entschlossen haben, um gegen die kläglichen Zustände in den Folterzentren des Regimes zu protestieren und gegen die wachsende Welle von willkürlichen Hinrichtungen. Diese Gefangenen sind jetzt in einer kritischen Verfassung.

In der Haftanstalt Qezel Hessar, haben sechs kurdische politische Gefangene seit dem 4. November einen Hungerstreik veranstaltet aus Protest gegen ihre Todesurteile ebenso wie gegen ihre Überführung in gewöhnliche Gefangenenabteilungen. Von Anfang an haben die Henker, statt die Beschwerden der Streikenden anzuhören, sie geschlagen und in Isolationszellen gebracht. Nach 41 Tagen Hungerstreik haben sie Krämpfe und extrem niedrigen Blutdruck und ihr physischer Zustand hat sich sehr verschlechtert. Vier haben Blutungen bei der Verdauung und angegriffene Nieren; sie leiden auch unter akuter Beeinträchtigung des Sehvermögens und des Gehörs, außerdem unter Muskelschmerzen und Schlaflosigkeit. Einige haben häufig das Bewusstsein verloren und können sich nicht bewegen. Die Henker haben den Kontakt zwischen den streikenden Gefangenen und anderen Gefangenen unterbunden.

Die Gefangenen haben erklärt, dass sie ihren Hungerstreik fortsetzen würden, bis ihre Todesurteile widerrufen würden. Der Henker Nasiripour, sogenannter beaufsichtigender Richter in den Gefängnissen, hat ihnen eine beschleunigte Hinrichtung angedroht, wenn sie ihren Hungerstreik fortsetzen würden.

In dem gleichen Gefängnis haben seit dem 25. November etwa tausend Gefangene, die sich zumeist in Todeszellen befinden, einen Hungerstreik angefangen, um gegen Gruppenhinrichtungen zu protestieren. Dieser Streik hat schnell immer mehr Anhänger gefunden, so dass die Zahl auf über 3000 gestiegen ist. Er wurde zehn Tage lang durchgehalten.

Ebenso sind in verschiedenen Abteilungen des Evin Gefängnisses mindestens vier politische Gefangene in einen unbefristeten Hungerstreik getreten, um gegen tyrannische Urteile des Revolutionsgerichts der Mullahs, gegen die Verweigerung medizinischer Behandlung und die unmenschlichen Zustände in den Abteilungen zu protestieren.

Im Gefängnis in Maragheh gingen am Dienstag den 3. Dezember 50 Gefangene in Hungerstreik. Diese Häftlinge gehören zur Abteilung für Jugendliche und protestieren gegen untragbare Zustände in der Anstalt, so das Fehlen von Heizungsmöglichkeiten.

Ein politischer Gefangener, der in eine gewöhnliche Gefängnisabteilung in Bandar Abbas gebracht worden war, ist seit dem 10 November im Hungerstreik. Diesem Häftling, der unter der Aufsicht von Henkern aus dem nachrichtendienstlichen Bereich steht und dessen Verbindungen zu anderen Gefangenen abgeschnitten wurden, wurde sehr oft von Hassan Morsalpour, dem Leiter des Gefängnisses von Bandar Abbas, der Tod angedroht. Morsalpour ist verwandt mit Qasem Soleimani, dem Kommandeur der terroristischen Quds Armee. Ein weiterer politischer Gefangener hat den Hungerstreik am 8. Dezember angetreten.

Der iranische Widerstand unterstreicht, dass Verhandlungen mit dem in Iran herrschenden religiösen Faschismus über Atomwaffen und ein Schielen nach ökonomischen Vorteilen, während man sich blind macht gegen die Verletzung von Menschenrechten und gegen Gruppenhinrichtungen, dieses Regime nur darin bestärkt, seine Verbrechen zu vermehren. Er ruft die Verteidiger von Menschenrechten in der ganzen Welt auf, eine globale Kampagne in Gang zu setzen, um die willkürlichen Hinrichtungen zu beenden, die Forderungen der protestierenden Gefangenen zum Gegenstand förmlicher Untersuchungen zu machen, und sich dem Schweigen der internationalen Gemeinschaft in Bezug auf die Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Iran zu widersetzen. 

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran

14. Dezember 2013