Thursday, December 8, 2022
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Interview mit einem Hungerstreikenden in Camp Liberty

Interview mit Mehrdad Safari (46), der in Camp Liberty wohnt:

Frage: Wie fühlen Sie sich körperlich und wie ist der Gesundheitszustand der anderen Hungerstreikenden?

Zuerst einmal läßt sich generell sagen, dass sich die gesundheitlichen Zustände alle Hungerstreikenden verschlechtert haben und das dieses Tempo zunimmt. Die meisten von uns haben mehr als 20% ihres Körpergewichtes verloren. Ich selbst habe Probleme mit dem Herzen, weil ich bereits zuvor zwei Operationen in dem Bereich hatte.

 

Die Ärzte drängen darauf, dass ich meinen Hungerstreik beende, aber ich habe das abgelehnt, weil ich es für den einzigen Weg halte, die USA und die UN für unsere Lage zu sensibilisieren und für ihre Verantwortung einzustehen. Ich möchte noch einmal betonen, dass die USA und die UN für alle weiteren Opfer verantwortlich ist.

Frage: Wie lange werden sie und die anderen ihren Hungerstreik fortsetzen?

Wir werden unseren Hungerstreik so lange fortsetzen, bis unsere Forderungen erfüllt und vor allem die sieben Geiseln befreit wurden.

Frage: Sie haben immer wieder betont, dass die USA für den Schutz der Geiseln und der Bewohner von Liberty verantwortlich ist. Warum denken sie, dass Präsident Obama diese Verantwortung trägt?

Die USA und die UN müssen die irakische Regierung dazu zwingen, die Geiseln frei zu lassen. Sie haben uns ihr Wort gegeben, die Bewohner von Ashraf zu schützen und es gibt auch ein Abkommen zwischen den USA, der UN, dem Irak und mit den Bewohnern selbst in dieser Hinsicht.

Die USA haben jedem Bewohner von Ashraf zu einer geschützten Person erklärt und ihnen einen Ausweis ausgehändigt, der dies dokumentiert und sie unter der vierten Genfer Konvention schützt. Daher sollten sie mit allen Mitteln jeglichen Angriff vermeiden und sie sind auch für das Schicksal der sieben Geiseln verantwortlich. Zudem haben die Bewohner von Ashraf bei ihrem Umzug nach Liberty Zusagen vom US Außenministerium erhalten, dass die UN ihre Sicherheit gewährleistet und dass sie keine Angst vor weiteren Anschlägen haben müssen. Doch alleine im letzten Jahr wurde unser Camp drei Mal mit Raketen beschossen und es ist schutzlos gegenüber weiteren Angriffen.