StartNachrichtenMenschenrechteIran: Angehörige von 30.000 hingerichteten PMOI Mitgliedern an Gedenkveranstaltungen zum Massaker gehindert

Iran: Angehörige von 30.000 hingerichteten PMOI Mitgliedern an Gedenkveranstaltungen zum Massaker gehindert

NWRI – Das fundamentalistische Regime im Iran verhindere Gedenkveranstaltungen von Familienangehörigen der hingerichteten politischen Gefangenen zum 27. Jahrestag des Massakers von 1988.

Ca. 30.000 politische Gefangene, hauptsächlich Unterstützer der demokratischen Hauptopposition der Volksmojahedin Iran (PMOI,Mojahedin von Khalq,MEK), wurden im Sommer 1988 hingerichtet. 

Am 28. August versammelten sich Familienangehörige der 30.000 ermordeten Freiheitskämpfer und andere iranische Bürger am Khavaran Friedhof nahe Teheran, um dort der Opfer zu gedenken. 

Doch unterdrückende Einsatzkräfte des Regime verhinderten den Zugang der Menge zum Friedhof. 

Der August markiert den 27. Jahrestag des brutalen Gefängnismassakers im Iran. Im Sommer 1988, einen Monat nachdem Chomeni gezwungen war, einen Waffenstillstand im Krieg mit dem Irak auszurufen, ordnete der fundamentalistische Herrscher des Mullahregimes die Massenhinrichtung aller politischen Gefangenen mit Verbindung zum PMOI an. 

Zahlreiche internationale Menschenrechtsanwälte bezeichnen das damalige Massaker als das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem 2. Weltkrieg, das nicht verfolgt wurde. Bei den Hinrichtungen starben nach Aussagen früherer Beteiligter rund 30.000 schutzlose Gefangene.  

Am Ende des Iran/Irak Krieges spürte Chomeni die kommende Niederlage und nahm Rache an den politischen Gefangenen. Er gab eine Fatwa (religiöses Dekret) heraus, im der er anordnete, jeden zu töten, der nicht bereit war, abzuschwören und komplett mit dem Regime zu zusammen zu arbeiten. 

Chomeni ordnete an:“ Wer immer zu egal welcher Zeit mit der PMOI in Verbindung stand, muss hingerichtet werden. Vernichtet die Feinde des Islam sofort.“ Er ergänzte:“ Diejenigen in den Gefängnissen, die an ihrer Unterstützung der PMOI festhalten, befinden sich im Krieg mit Gott und müssen daher hingerichtet werden…Es wäre naiv, Gnade gegenüber denen zu zeigen, die sich im Krieg mit Gott befinden.“ 

Das iranische Regime hat diese Hinrichtungen nie zugegeben oder Informationen darüber verbreitet, wie viele Gefangene damals ermordet wurden. Junge Mädchen, Eltern, Studenten, Arbeiter und viele andere, die ihre Freiheitsstrafen vor 1988 abgesessen hatten, verschwanden in den nächsten Monaten spurlos. Ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt, eines davon befindet sich im Khavaran Friedhof nahe Teheran. 

Chomenei setzte auch sogenannte „Amnestie – Kommissionen“ für die Gefangenen ein. In Wirklichkeit waren es „Todeskommissionen“. Sie bestanden aus drei Vertretern: Einem Vertreter des Geheimdienstministeriums, einem religiösen Richter und einem Staatsanwalt. Die meisten Verhandlungen dauerten nur wenige Minuten und waren mehr ein Verhör, als ein Prozeß. Die Fragen zielten nur darauf ab, ob der Gefangene immer noch Verbindungen zur PMOI hatte, was bei mehr als 90 Prozent der Gefangenen der Fall war. Wenn die Gefangenen nicht gewillt waren, mit dem Regime gegen die PMOI zusammen zu arbeiten, wurde das als Sympathie zur Organisation gesehen und das Urteil war die sofortige Hinrichtung. Die Aufgabe des Komitees bestand einzig und allein darin, festzustellen, ob der Gefangene ein Feind von Gott war oder nicht. Bei den Gefangenen, die Anhänger der Mojahedin waren, gab es meist nur eine Frage, welcher Gruppe sie angehören. Diejenigen, die allein „Mojahedin“ anstatt des Begriffs „Monafeqin“ (Heuchler) sagten, wurden an den Galgen geschickt. 

Keiner der Verantwortlichen des Massakers von 1988 an den politischen Gefangenen des Iran und keiner der hochrangigen Vertreter des Regimes, inklusive des obersten Führers Ali Khamenei, wurden bis heute dafür zur Rechenschaft gezogen.