Thursday, December 8, 2022
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Iran: Angehörige werden gezwungen, auszusagen, dass die ihnen Nahestehenden nicht vom Geheimdienst des Regimes ermordet wurden

NWRI – Die Familienangehörigen eines Gefangenen, der in der Provinz Karadsch westlich von Teheran unter der Folter ermordet wurde, werden durch Drohungen genötigt, zu erklären, ihr Sohn sei eines natürlichen Todes gestorben.

Diyako Hashemi, 24, aus der Stadt Kermanschah im Westen des Iran wurde bei seiner Rückkehr aus Finnland festgenommen. Sein Leichnam wurde seiner Familie 40 Tage nach seinem Tod übergeben.
Am 25. Mai hat die Abteilung des Nachrichtendienstes in Karadsch Hashemis Vater vorgeladen, um ihn über seinen Tod zu informieren und anzuordnen, dass er ihn am gleichen Tag beerdigen müsse. Sie verlangten vom Vater, dass er sich schriftlich verpflichte, die Medien nicht zu informieren.
Der Geheimdienst in Karadsch hat Amir Hashemi, dem Vater von Diyako, außerdem einen Brief übergeben und ihn unter Drohungen gezwungen, den Brief in seinem Namen zu verteilen.
In diesem Brief steht:
„Nach dem Tod meines Sohnes wurden in ausländischen Internetseiten Gerüchte über seinen Tod unter der Folter durch Stellen der Regierung verbreitet. Ich erwarte, dass jede Person und jede Gruppe, die solche Gerüchte aufkommen lassen, die Beweise dafür liefert oder andernfalls damit aufhört, Gerüchte ohne Beweise zu verbreiten. Meine Familie und ich haben an allen Wahlen in den letzten 40 Jahren teilgenommen, um die Entstehung und die Aufrechterhaltung der Islamischen Republik sicherzustellen“.
In der vergangenen Woche habe der Geheimdienst in Karadsch seinen Druck erhöht, sagt Herr Amir Hashemi, und erneut verlangt, den Brief unter seinem Namen zu veröffentlichen. „Ich erkläre jedoch, dass ich den Brief nicht veröffentlichen werde. Wenn er irgendwo veröffentlicht wird, so werde ich keine Verantwortung dafür übernehmen“, fügte er hinzu.
Der Geheimdienst von Karadsch hat seine Erlaubnis dafür verweigert, dass Diyakos Leichnam in seine Heimatstadt gebracht wird für ein ehrenhaftes Begräbnis. Die Familie wurde gezwungen, den Leichnam im Friedhof „Behescht-e Sakine“ ohne Zeremonie zu begraben.