Tuesday, December 6, 2022
StartNachrichtenExklusivberichteAufgrund einer verheerenden Politik kommt es überall im Iran zu gefährlicher Absenkung...

Aufgrund einer verheerenden Politik kommt es überall im Iran zu gefährlicher Absenkung des Landes

Wednesday, 14 June 2017 16:25
 Written by Mahmoud Hakamian

Der Iran von heute wird von der verheerenden Geißel der Absenkung des Landes heimgesucht. Sie kommt zu den übrigen lebensbedrohlichen Krisen hinzu – eine weitere katastrophale Krise, die ausnahmslos auf die dem Volk feindliche Politik des iranischen Regimes zurückzuführen ist.

Die Absenkung des Bodens ist so groß, daß sie die Widerstandskraft der Gebäude gegen Erdbeben auf den Wert 4 in der Richterskala reduziert hat.

Schäden an der Infrastruktur: Zerbrechen der Wasser- und Gasleitungen, Zerstörung von Brücken, Straßen und Bahnschienen, Beschädigung von Stromleitungsmasten, schwindende Wasserversorgung und Austrocknung von Brunnen und Ackerland – das sind die ernsthaften Folgen der Absenkung des Bodens.

Das zunehmende Ausmaß dieser neuen, doch schon jetzt verheerenden Geißel – einzig und allein Folge der Beutepolitik der Wasser-Mafia des Regimes – ist so ungeheuer, daß Experten des Regimes vorhersagen: Sie könnte zur Evakuierung Teherans und anderer Großstädte wie Isfahan führen.

Die Bedrohung, die von der Absenkung des Bodens im Iran ausgeht, nimmt dadurch noch zu, daß, wie wir wissen, die Großstädte des Iran, bedingt durch das völlige Fehlen einer Anwendung der konventionellen Methoden zur Modernisierung der Städte und der nötigsten Sicherheitsmaßnahmen in den Häusern, gegenwärtig die gefährlichste Infrastruktur aufweisen und der Gefahr von Unfällen am stärksten ausgesetzt sind, was dazu führt, daß von den 43 Arten von Natur-Unglücken gegenwärtig 32 in den Städten des Iran vorkommen.

Die tiefe Krise der Absenkung des Bodens wird dadurch noch an Bedeutung zunehmen, daß Teheran in drei Störungszonen liegt, während in den vergangenen zehn Jahren die verstärkte Absenkung des Bodens seine Fähigkeit, Erdbeben zu widerstehen, von dem Wert 6 auf 5, 4 in der Richter-Skala abgenommen hat.

Die Hauptursache der Absenkung des Bodens in Teheran

Die Hauptursache der verheerenden Absenkung des Bodens ist der exzessive Gebrauch des Grundwassers.

In den letzten vierzig Jahren sind die Revolutionsgarden der Gewohnheit gefolgt, Dämme zu bauen und Grundwasser enthaltende Schichten auszubeuten; dadurch wurden die strategischen Wasserreserven des Iran so irreparabel verringert, daß die Absenkung des Bodens im Iran heute 90mal so groß ist wie in der Europäischen Union: Mit einem Millimeter am Tag bzw. 36 Zentimetern im Jahr weist Teheran die größte Absenkung des Bodens in der Welt auf.

Zum Beweis hat der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses des Parlaments des Regimes eingeräumt: „In fast 500 000 von den 780 000 Brunnen des Landes wird ohne Genehmigung Wasser gefördert. Außerdem hat das Land 630 Ebenen; in 230 von ihnen ist die Entnahme von Wasser illegal.“

Dazu schreibt die staatliche Website „Energy-Emrouz“ am 9. April 2017: „Nach den in der Welt üblichen Standards gilt der Gebrauch von 20% der erneuerbaren Wasser-Ressourcen als sicher; und wenn dieser Wert auf 40% ansteigt, ist die Krise erreicht. Im Iran jedoch werden gegenwärtig 85% der erneuerbaren Wasser-Ressourcen ausgebeutet. Das Ausmaß dieses Desasters wird noch deutlicher, wenn man sich klar macht, daß, während das Grundwasser früher 3 m unter dem Erdboden anzutreffen war, es heute erst in einer Tiefe von 45 m zu finden ist.“

Überflüssig zu erwähnen: Es liegt an der inhumanen Politik des Regimes, daß heute Städte und Dörfer von Wassermangel betroffen sind. Hinzu kommt die gefährliche Folge, daß Leute aus ländlichen Gebieten am Rande der Wüste einwandern; hinzu kommen die Absenkung des Landes, die Austrocknung von Wasserleitungen und Quellen sowie die Verwüstung der Ebenen und der Landwirtschaft.

Außer der gegen das Volk gerichteten Politik des Regimes sollte man auch auf die alte, beschädigte Wasserleitung Teherans hinweisen; sie stellt einen der Faktoren dar, die die Absenkung des Bodens verstärken, so daß die staatliche Website „Tabnak“ explizit einräumt: „Im Blick auf Teherans täglichen Wasserverbrauch ist zu sagen: Die Menge des Wassers, die beim Durchfluß durch die beschädigte Wasserleitung verloren geht, ist 1 ½ bis 2 mal so groß wie die Kapazität des Stausees ‚Latyan’; daher ist im Westen Teherans der Boden um 10 m abgesenkt.“

Der dritte Faktor der Absenkung des Bodens in Teheran besteht in den für die U-Bahn bestimmten Grabungen, denn die Schwingungen, die von den Grabungsgeräten hervorgerufen werden, machen das Erdreich lose und kleinkörnig, so daß es
u. U. in die unterirdischen Tunnel hinab fällt.

Die staatliche Nachrichtenagentur ISNA zitiert in diesem Sinne wie folgt einen Funktionär des Regimes: „Man sollte nicht übersehen, daß die Vertragspartner der Teheraner Metro im Boden der Hauptstadt Löcher schaffen. Die Funktionäre der Metro sollen die Widerstandskraft des Bodens mit modernen Geräten messen und, bevor sie mit der Grabung beginnen, alle Möglichkeiten erwägen. Bedauerlicherweise wird diese Regel nicht bei allen Linien der Metro beachtet – oder doch zu wenig; dabei muß die Stärke des Bodens bei jeder Linie beständig gemessen und kontrolliert werden.“

Der vierte Faktor – das sind die tiefen Grabungen, die die Räuberbanden des Regimes beim Bau von dem Handel gewidmeten Hochhäusern veranstalten, so daß Mullah Rouhanis stellvertretender Minister für Straßenbau und urbane Entwicklung einräumt: „Überall auf der Welt darf die Tiefe einer Grabung nicht größer sein als 20 – 25 m, sonst muß sie als Gefahrenquelle gelten. Doch heute haben wir in Teheran
70 m tiefe Löcher.“

Die staatliche Website „Eghtesad-Online“ schreibt dazu: „Der Angriff von Leuten auf den Boden der Hauptstadt zum Bau von Hochhäusern, bei dem tiefe Grabungen genehmigt werden, angeblich um für die multifunktionalen Türme Parkraum zu schaffen, hat in einigen Gebieten der Hauptstadt einschließlich dem Sahebgharanieh-Palast zu Absenkungen von Boden und Häusern geführt; jetzt sind noch mehr Gebiete Teherans von dieser Gefahr bedroht.“

Inzwischen hat die Nachrichtenagentur, die den Namen „Khaneh-Mellat“ trägt, am 29. Mai 2017 geschrieben: „Wegen exzessiver Entnahme von Grundwasser befinden sich fast 50% unseres Landes in einem kritischen Zustand, wenn sie sich nicht schon in Dürregebiete verwandelt haben. Das Versäumnis, die Absenkung des Bodens zu verhindern, wird in Zukunft das städtische Leben bedrohen, die städtische und ländliche Infrastruktur zerstören und die Landwirtschaft vernichten.“