Wednesday, November 30, 2022
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Iran: Arbeiter der Bardseer Würfelzuckerfabrik streiken

demonstration_bardseer_factoryNWRI- Arbeiter und Familienangehörige der Bardseer Würfelzuckerfabrik demonstrieren wegen fehlender Löhne, die ihnen die Regierung in der südlichen Stadt Kerman nicht ausgezahlt hat. Die Proteste gehen seit Donnerstag.

„Wir haben genug von ihren leeren Versprechungen. Sie sitzen mit ihren Regierungsvertretern hinter verschlossenen Türen und niemand spricht mit uns.“, sagte ein verärgerter Demonstrant.

„Es ist mittlerweile zur Routine geworden, dass wir hinter verschlossenen Türen stehen und warten, dass unsere Löhne gezahlt werden. Wir wissen nicht mehr, wie wir unsere Kinder für das neue Schuljahr vorbereiten sollen, das gerade begonnen hat.“, äußerte sich ein weiterer Arbeiter.

Ein Arbeitervertreter, der an der Demonstration teilnahm ergänzte: “Ein Manager behauptet, es seinen noch keine Zuckerrüben gekommen, sie seien noch nicht abgeerntet und das die Fabrik nicht genug Einlagen hätte, um die Arbeiter zu bezahlen. Aber die Ernte wurde schon längst auf Schiffen verschickt.“

Die Bardseer Fabrik ist kein Einzelfall im Iran, das Arbeiter auf ihre Löhne warten (siehe auch content/view/1885/1/). Eine weitere Zuckerfabrik in der südwestlichen Stadt Shoosh ist ein weiteres Beispiel wie die Regierung mit der großen Anzahl von Arbeitern im Land umgeht. Dort warten schon seit letztem Jahr 5000 Arbeiter auf ihre Lohnzahlungen.

Allein diesen Sommer befanden sich fast 140 Werkstätten und Fabriken wegen ausstehender Zahlungen im Streik. Fabriken wie die Haft-Tapeh Zuckerrohrfabrik, die Kiyan-Autoreifen Fabrik, die Khodro Autoproduktionsfabrik sind einige der größten Fabriken mit mehreren zehntausend Arbeitern, die keine regelmäßigen Löhne zahlen.

Im letzten Jahrzehnt wurden die meisten iranischen Fabriken vom Mullahregime privatisiert und führten zur weiteren Unterdrückung der iranischen Arbeiterklasse. Das neue Management wurde von der Regierung ernannt, ohne für adäquaten Schutz für die Arbeiter und ihrer Familien zu sorgen.