Saturday, November 26, 2022
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Iran: Das Mullahregime erneuert das Todesurteil gegen Salman Rushdie

Am 14. Februar, dem 25. Jahrestag des über Salman Rushdie verhängten Todesurteils, betonten die Führer des iranischen Regimes, dass die Fatwa gegen den britischen Autor bindend bleibe. Damit verdunkeln sie die weitgreifenden Krisen, mit denen sie nach Unterzeichnung des Genfer Nuklearakbommens und nach dem Schritt zurück bei ihren Nuklearprojekten zu tun haben.

 

Der hohe Geistliche Ahmad Khatami, Mitglied des Expertenrates und enger Gefährte Khameneis, nannte in Teheran beim Freitagsgebet das Todesurteil über Rushdie eine „historische Fatwa“. 

Er sagte: „Wichtig ist: Diese Fatwa ist für die Moslems frisch wie je und gläubige Moslems suchen nach einer Gelegenheit, die Fatwa des Imam umzusetzen.“ 

Zu den Umständen, unter denen die Fatwa erlassen wurde, sagte er: „Das geschah unmittelbar nach der Verabschiedung von Resolution 598 [UN-Resolution zum iranisch-irakischen Krieg, 80er Jahre]. Unsere Feinde meinten, nach der Billigung der Resolution werde der Imam seine Grundsätze aufgeben. Dann ereignete sich dieser Vorfall und zeigte der Welt, dass der heilige Islam nicht um ein Jota von seinen Grundsätzen abgerückt ist.“ 

Khatami hob hervor, selbst wenn Salman Rushdie Buße tue, werde das das Urteil nicht verändern. (Staatliche Website Mashregh, 14. Februar.) 

Mullah Mustafa Olama, Vertreter Khameneis in der westlichen Stadt Kermanshah, sagte: … „diese historische Fatwa hat die Welt des Islam erneuert. Seit ihrem Erlass lebt Salman Rushdie unter schwierigen Bedingungen. Britannien hat hohe Kosten aufzuwenden, um ihn zu verbergen und zu schützen.“ (Nachrichtenagentur Tasnim, der terroristischen Quds-Miliz untergeben, 14. Februar.) 

Hassan Rohani, der neue Präsident des Mullahregimes, hat gleichfalls bei vielen Gelegenheiten die Fatwa, Salman Rushdie zu töten, bekräftigt. 2009 erläuterte er: „Wir sagen, dies ist die Pflicht der Moslems. Und diese Pflicht ist von Gott bestimmt worden, eine Ansicht nicht nur des Iran, sondern eine, die von allen muslimischen Gelehrten bekräftigt worden ist. … Alle Moslems müssen auf die Erfüllung der Fatwa achten, es ist ihre Pflicht, sie zu verwirklichen, wenn es in ihrer Macht steht.“ 

Ein andermal stellte er fest: „Selbst wenn Salman Rushdie getötet wird, ist der Kampf nicht vorbei, sondern fängt an anderen Stellen, aus verschiedensten Anlässen an. So steht es auch mit unserer Bestimmung der Freiheit politischer Parteien oder der Frauenrechte, die von ihrer (des Westens) Interpretation abweicht. Der Kampf ist ein Kampf zwischen zwei Kulturen.“ (Das politische Denken des Islam, Band 3.) 

Khomeini nachbetend, hat Ali Khamenei wieder einmal diese kriminelle Fatwa ans Licht gehoben, in dem vergeblichen Versuch, die unheilbare Krise, in der sein Regime steckt, zu verdunkeln.