Wednesday, December 7, 2022
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Iran: Der Gewerkschaftler Shahrokh Zamani kommt unter verdächtigen Umständen im Gefängnis ums Leben

Ihm wurde häufig den Tod angedroht / Es wird eine internationale Kommission zur Untersuchung des verdächtigen Todes eines politischen Gefangenen gefordert

Der standhafte politische Gefangene Herr Shahrokh Zamani aus Azerbaijan kam am Nachmittag von Samstag, den 13. September im Gohardasht-Gefängnis unter verdächtigen Umständen ums Leben. Nachmittags um fünf Uhr fanden Zellengenossen ihn in Halle 12 der Abteilung 4 tot in seinem Bett; in seinem Mund war Blut,

sein Kopf war blutig geschlagen. Er war bis 10 vormittags mit seinen Zellengenossen zusammen und wie immer guter Laune gewesen. Er betrieb regelmäßig Sport.

Die Schergen und die Geheimagenten hassten ihn zutiefst und machten vor nichts Halt, um ihn zu schikanieren. Sie hatten ihm oft den Tod angedroht. Vor seinem Tod schrieb er in einer Erklärung: „In der Geheimdienstabteilung wurde ich direkt und indirekt mit dem Tode bedroht, z. B. mit Giftmord, oder damit, dass man mich mit normalen Menschen, die an AIDS litten, zusammen steckte oder psychisch belastete, oder mörderische und gefährliche Leute in Häftlingskluft animieren würde, mich zur Flucht anzustiften, so dass sie auf mich schießen könnten, wenn ich davon liefe. Ich hielt mich von ihnen fern, als sie identifiziert und bloßgestellt wurden. … Ich warne jedermann vor den Folgen solcher Dinge. Für meinen Tod im Gefängnis sollten – aus welchen Gründen auch immer – die Beamten verantwortlich gemacht werden.“

Herr Shahrokh Zamani, 51 Jahre alt, Maler und Arbeiter, war schon viele Male wegen seiner Tätigkeit zum Schutze der Rechte der Arbeiter, darunter Förderung der sozialen Sicherheit und der Arbeitslosenversicherung, für Maler verhafte worden. Er erlitt während der von ihm in den Gefängnissen von Tabriz und im Ghezel-Hessar- und Gohardasht-Gefängnis in Karaj verbrachten Jahre schwerste Folter und Druck.

Zum ersten Mal wurde er im Jahre 1993 wegen geheimer Tätigkeit in der Gewerkschaft der Maler verhaftet und zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Am 8. Juni wurde er in Tabriz verhaftet und wegen „Propaganda gegen das System“ zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt. Im September 2013 wurde ihm von einem der Scheingerichte der Mullahs wegen „Beleidigung des Führers“ erneut der Prozess gemacht; er wurde zu weiteren 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

Herr Zamani wurde oft in Einzelhaft bzw. in Quarantäne-Abteilungen verlegt; gegen diese Schandtaten wandte er sich mit Hungerstreiks. Niemals durfte er im Gefängnis seine Angehörigen sehen; man gestattete ihm nicht einmal die Teilnahme an der Beerdigung seiner Mutter oder an der Hochzeit seiner Tochter. Während seiner Haft in Tabriz verlegten ihn die Schergen in die Abteilung für Häftlinge mit gefährlichen Krankheiten. Wegen der harten Haftbedingungen und Folter suchten ihn viele Krankheiten heim. Man genehmigte ihm keine ärztliche Behandlung außerhalb des Gefängnisses. Unter den Häftlingen genoss er wegen seiner entschiedenen Haltung gegen das Mullah-Regime hohe Achtung; an Protestaktionen im Gefängnis nahm er immer in vorderster Reihe teil. 

Die geheime Tötung politischer Häftlinge gehörte schon immer zu den bekannten Methoden des iranischen Regimes – besonders in den jüngst vergangenen Jahren. Valiollah Fayz Mahdavi, Amir Hossein Heshmat-Saran, Mansour Radpour und Afshin Assanlou gehörten zu diesen Häftlingen. Der Staatsanwalt des iranischen Regimes hat diese Todesfälle durch Angabe falscher Gründe zu rechtfertigen gesucht. 

Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des iranischen Widerstands, sprach der Familie von Herrn Shahrokh Zamani, der heroischen Bevölkerung von Azerbaijan und allen Arbeitern ihre Anteilnahme aus. Sie betonte, das Blut dieses standhaften Gefangenen bestärke wie das der 120 000 Freiheitsmärtyrer nur die Entschlossenheit des iranischen Volkes, dies unmenschliche Regime zu Fall zu bringen. Sein Andenken werde wie das der anderen Märtyrer für die Freiheit in der Geschichte des Iran niemals vergehen. 

Frau Rajavi forderte die Vereinten Nationen, besonders den Sicherheitsrat und alle internationalen Menschenrechtsorganisationen, auf, die unmenschlichen Zustände in den Gefängnissen des iranischen Regimes, die kriminelle Behandlung der Häftlinge seitens der Schergen sowie die gegen die Häftlinge gerichteten repressiven Maßnahmen zu verurteilen. Sie forderte eine internationale Kommission zur Untersuchung der verdächtigen Todesfälle unter den politischen Gefangenen des Iran.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

13. September 2015