Monday, November 28, 2022
StartNachrichtenIran: Die Erkenntnisse der Überschwemmungen, der Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen und politischen Auseinandersetzungen

Iran: Die Erkenntnisse der Überschwemmungen, der Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen und politischen Auseinandersetzungen

Im Dezember 2018 warnte Khamenei als Erster die Regierung davor, dass sie zahlreiche Probleme zu bewältigen habe, doch er dürfte wohl nicht in seinen wildesten Träumen erwartet haben, dass diese Probleme in den ersten Tagen des Farvardin so offensichtlich werden.

Simultane Krisen

Aktuell gibt es viele Krisen, angefangen von der Flutkatastrophe in Golestan über eine weitere Runde von Sanktionen sowie wirtschaftlichen und sozialen Problemen in Shiraz und an anderen Orten bis hin zu politischen Problemen, welche im UN Sicherheitsrat debattiert werden.

Einige werden sich fragen: Ist das alles Zufall? Wie können diese Probleme miteinander zusammenhängen? Und wie will das Regime sie alle lösen?

Die Wahrheit ist, dass alles zu erwarten war

In einer organisierten Welt, wie wir sie heute haben, passiert nichts mehr zufällig.

In einer seiner aktuellen Reden sagte Hassan Rouhani:“ Wir haben so viele Bäume gerodet und so viele Wälder zerstört, wie können wir da erwarten, dass die Natur nicht so reagiert?“ Er ergänzte:“ Ich habe die betroffenen Gebiete per Helikopter besichtigt und gesehen, dass das Sprengen der Bahngleise (durch die Revolutionsgarden) keine Verbesserung gebracht hat. Das Wasser ist einfach nur von einer Seite zur anderen Seite gewandert.

Der Hardliner Mullah Alamolhoda ergänzte:“ Die Flut von Golestan hätte besser geregelt werden können, wenn man Hindernisse so aufgestellt hätte, dass das Wasser ins Meer abgeleitet wird. Statt dessen umschließt es nun Häuser und Bauernhöfe.“

Die Auswirkungen der Flut

Ein Reformer mit dem Namen Hajjarian hat seine Sorgen über die Auswirkungen der Flut geäußert. Er sagte:“ Solche Katastrophen in diesem Ausmaß werden zu größeren Protesten auf den Straßen führen. Bisher ist das noch nicht geschehen, dennoch müssen wir mit solchen Situationen besser umgehen. Wenn solche Probleme weiter vernachlässigt werden, dann wird der Ärger im Volk steigen und die revolutionären Anarchisten werden die friedlichen Reformen bald ersetzen.“

Die Wahrheit hinter den Aussagen von Hajjarian ist, dass die Zerstörung der Bauernhöfe, der Häuser und Gebäude ein weiterer Stein in der Mauer der Probleme ist, zu denen unter anderem Arbeitslosigkeit und Inflation gehören. All diese Probleme lassen den sozialen Frust steigen und das betrifft Fundamentalisten und Reformer gleichermaßen.

Politische Flut

Vergessen wir auch nicht die aktuellen Sanktionen.

Am Freitag, dem 9. Farvardin, nahm Rouhani an einer Sitzung in Ahvaz teil. Dort sagte er:“ Dieses Jahr werden wir immer noch die gleichen Sanktionen wie im letzten Jahr haben.“

Doch es gibt sogar noch mehr Sanktionen.

Brian Hook hatte kürzlich bestätigt, dass am 5. Mai die Ausnahmegenehmigungen von 8 Ländern enden, welche noch iranisches Erdöl importieren durften.

Die Erkenntnisse dieser Krisen

Der Vizepräsident der iranischen Handelskammer, Pedram Soltani, erklärte:“ Das neue persische Jahr (21. März 2019) begann mit einer Flut aus der Natur, doch weit größere Fluten sind auf dem Weg. Die Inflation wird weiter nach oben gehen, sie wird unser wirtschaftliches Wachstum auffressen. Die Liquidität beim Währungswechsel wird wie die Bäume durch das Wasser der Flut hinweg gespült werden.“ Er ergänzte sarkastisch:“ Und dieses Mal wird es niemanden geben, der dann Erinnerungsfotos macht (in Bezug auf das Verhalten der Revolutionsgarden bei der Flut).“

Wir müssen ergänzen, dass alleine die erwartete Wirtschaftskrise zu immensen sozialen Krisen führen wird.

Wird das Regime in der Flut ertrinken?

Realistisch betrachtet ist das Regime nicht in der Lage, all diese Problem zu lösen. Es hat „keine Sicherheit“ und „keine Lösungen“. Dies sind Worte, welche nicht nur die Opposition benutzt, sondern die Vertreter des Regimes selbst. Der einzige Weg, den das Regime sieht, ist die Fortsetzung der Unterdrückung des Volkes. Doch das ist nicht praktikabel, denn es führt nur zu noch mehr und zu radikaleren Protesten. Die Erkenntnis ist, dass dieses religiöse und faschistische Regime keinen Ausweg mehr hat.