Wednesday, November 30, 2022
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IRAN: Ein Armeekommandeur verwirft jegliche Inspektion einer militärischen Nuklearanlage

Freitag, den 5. Juni 2015, 17. 24 Uhr

Einen Tag, nachdem ein Spitzenunterhändler des iranischen Regimes erklärt hatte: „Wenn zwischen diesem und der Gruppe 5+1 eine Vereinbarung zustande kommt, wird Nuklearinspektoren Zugang verschafft werden,“ sprach sich Brigadegeneral Massoud Jazayeri, der stellvertretende Stabschef der Armee des iranischen Regimes,

gegen eine Genehmigung zur Inspektion militärischer Anlagen aus.

Jazayeri sagte: „Wir werden keinem Besuch militärischer Zentren zustimmen, sei er nun begrenzt, kontrolliert, unfrei oder wie auch immer,“ bemerkte der Kommandeur. Er fügte hinzu, die iranische Ablehnung solcher Besuche sei wiederholt von der Führung des Landes und seinen militärischen Kommandeuren betont worden. 

Die staatliche Nachrichtenagentur „Tasnim“ berichtete am Freitag: „Die Bemerkungen (Jazayeris) erfolgten einen Tag, nachdem Seyed Abbas Araqchi, ein iranischer Spitzendiplomat, der an den Nukleargesprächen mit den sechs Großmächten beteiligt ist, erklärt hatte: Wenn zwischen dem Iran und der Gruppe 5+1 eine Einigung erzielt wird, derzufolge das Zusätzliche Protokoll eingehalten werden soll, wird man den Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) jeglichen Zugang verschaffen. 

Die Nuklearinspektoren der Vereinten Nationen täten – so sagt ein ranghoher Kommandeur der Revolutionsgarden des iranischen Regimes – übel daran, nukleare Anlagen im Iran inspizieren zu wollen. Wenn sie es dennoch tun, wird man ihnen geschmolzenes Blei in die Kehle gießen. 

Inzwischen sagte Brigadegeneral Gholamhossein Qeybparavar, Kommandeur der Truppen des IRGC in der Provinz Fars, am 31. Mai: Die Inspektoren „täten übel daran, unsere militärischen Zentren besichtigen zu wollen. Jedem, der es wagt, Zentren des IRGC zu besichtigen, werden wir die Kehle mit geschmolzenem Blei füllen.“

Die Frage des Zugangs internationaler Inspektoren ist zwischen Teheran und den sechs Großmächten bei ihrem Versuch, wenige Wochen vor dem Ablauf der Frist zu einer endgültigen nuklearen Vereinbarung zu kommen, zu einem der entscheidenden Probleme geworden.

Die Vereinigten Staaten und Frankreich haben gedroht, sie würden jede Vereinbarung, die keinen Zugang eröffnen würde, blockieren, doch der Höchste Führer des iranischen Regimes, Ali Khamenei, hat Interviews und Gespräche mit den an den geheimen Anlagen, mit denen die Fähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen gewonnen werden soll, ausdrücklich ausgeschlossen. 

Westliche Politiker erklären, die Inspektion militärischer Anlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), den Wachhund der Vereinten Nationen, sowie Zugang zu den Wissenschaftlern, die an dem iranischen Nuklearprogramm beteiligt sind, seien von entscheidender Bedeutung für die Beantwortung der Frage, ob das Regime ein geheimes  Programm zur Herstellung von Atomwaffen betreibt.

Nach Informationen, die von der iranischen Oppositionsbewegung „Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK)“ stammen, wurde in der vorigen Woche aufgedeckt, daß das iranische Regime und Nordkorea erst Ende April 2015 auf dem Felde von Atomwaffen und atomaren Sprengköpfen umfassend Informationen und Experten ausgetauscht haben.

Eine nordkoreanische Delegation, darunter Experten in Sachen atomarer Sprengköpfe, soll im Juni in den Iran kommen; sie wird aus neun Fachleuten bestehen. 

Während einer online-Konferenz sagte der Sprecher der PMOI, Shahin Gobadi, am Donnerstag: „Gründliche Inspektionen zu jeder Zeit und an jedem Ort, einschließlich aller militärischen und nicht-militärischen Anlagen, sowie die Rechenschaftspflicht bezüglich militärischer Dimensionen von Nuklearprojekten, ungehemmter, bedingungsloser Zugang zu den Nuklearspezialisten des Regimes und Unterrichtung über die Netzwerke, die nukleares Gerät des Regimes schmuggeln – all das gehört in die mit dem Regime zu erzielende Übereinkunft. Andernfalls wäre jede Behauptung, Teheran sei der Weg zum Erwerb von Atomwaffen verschlossen, bestenfalls eine Illusion.“