StartNachrichtenWiderstandIran: Ein Brief enthüllt den enormen Druck auf politische Gefangene

Iran: Ein Brief enthüllt den enormen Druck auf politische Gefangene

Am 17. April hinterließ eine beispiellos gewalttätige Attacke im Teheraner Evin-Gefängnis politische Gefangene verletzt.

Der Angriff ereignete sich in Abteilung 350 – die für politische Gefangene und Dissidenten bestimmt ist. Die Schläge konzentrierten sich besonders auf eine Reihe von Häftlingen, denen Verbindung  mit der „Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK)“ zur Last gelegt wird. 

Es ist nicht das erste Mal, daß Abteilung 350 in die Zeitung kommt. Vor einigen Monaten erschienen Berichte über die Zustände in der Abteilung. Politische Gefangene konnten einen Brief aus der Abteilung schmuggeln, in denen eine Reihe von Besorgnissen mitgeteilt wurde. Menschenrechtsorganisationen bemühen sich seitdem, die internationale Gemeinschaft auf die zunehmenden Belastungen in den iranischen Gefängnissen aufmerksam zu machen. 

Die Angehörigen der Häftlinge diskutieren das Ausmaß der an den Häftlingen verübten Gewalttaten öffentlich. Es besteht vor allem die Besorgnis, daß auch in anderen Gefängnissen des Iran die Verhältnisse sich ähnlich entwickeln könnten. Ein Brief von einem Häftling des Gohardasht-Gefängnisses belegt diese wachsende Besorgnis. 

Herr Mohammad Banazadeh-Amirkhizi (67 Jahre alt) verbüßt seine Strafe seit der Inhaftierung im Jahre 2009. Seine Familie ist mit der oppositionellen PMOI (MEK) eng verbunden; das führte zu seiner Verhaftung. Er wurde ins Gohardasht-Gefängnis eingeliefert; er schrieb über die Belastungen, denen sich die politischen Gefangenen des Iran ausgesetzt sehen. 

In seinem Brief schreibt er ausführlich über die Gewalttätigkeit und den wachsenden Druck, dem die Häftlinge täglich ausgesetzt sind. Unlängst folgte einer kollektiven Erhängung von 11 Häftlingen ein Tag, an dem die Beamten des Gefängnisses sangen, um sie einzuschüchtern. 

Nach Herrn Banadazeh-Amirkhizi leiden jetzt die politischen Gefangenen täglich unter körperlichem und seelischem Druck. Er fährt fort: „Die Gefangenen schweben stets in der Gefahr, entführt oder in Einzelhaft verlegt zu werden.“

Sie können außerdem unvermittelt abtransportiert werden, ohne  zu wissen, wohin die Reise geht. Er erklärt: „Es ist dahin gekommen, daß niemand weiß, ob die Fahrt zum Gericht geht, zu einem Krankenhaus oder zu einem Familienbesuch; es ist katastrophal.“

Obwohl Herr Banazadeh-Amirkhizi schon eine Reihe von Jahren im Gefängnis sitzt, belastet ihn die Situation immer stärker. 

Sein Brief betont, daß die Zustände im Gefängnis von Tag zu Tag schlimmer werden und die Behörden die Grundrechte mit Füßen treten. 

Er berichtet von beständiger Angst; es werde immer wichtiger, die Situation zu verändern. Es wird befürchtet, daß Ereignisse wie die von Abteilung 350 üblich werden; die auf die politischen Gefangenen ausgeübte Repression wird unbemerkt fortgesetzt werden.