Tuesday, January 31, 2023
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Iran: Ein prominenter Dissident erklärt, Rouhani sei aus demselben Holz geschnitzt wie die anderen Mullahs

NCRI – Ein iranischer Dissident hat unterstrichen, der Präsident des iranischen Regimes, Hassan Rouhani, unterscheide sich, wenn es sich um die an den iranischen Bürgern begangenen Menschenrechtsverletzungen handle,

in nichts von den anderen fundamentalistischen Mullahs. 

Behzad Naziri, Mitglied des Ausschusses des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NCRI) für auswärtige Angelegenheiten, arbeitete als Journalist für die bedeutende französische Nachrichtenagentur AFP, als er im Jahre 1982 wegen Unterstützung der iranischen Hauptopposition Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI, auch Mujahedin-e Khalq, MEK, genannt) verhaftet wurde.

Ein ehemaliger politischer Gefangener im Iran 

beschreibt sein Leiden – Teil 1

„Kurz nach der Hinrichtung meiner Schwester wurde ich verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Hier ist ein Bild von mir und meiner Schwester Giti,“ sagte er in einem Interview.

Während er auf dies Bild aus seiner Kindheit zeigte, sagte Herr Naziri: „Giti arbeitete als Journalistin für das nationale Fernsehen des Iran; sie war von Beruf Kamerafrau und Fotografin. Sie war eine Künstlerin: Malerin, Musikerin – sie spielte sehr gut Guitarre. Sie wurde im Alter von 24 Jahren hingerichtet – als für die Menschenrechte Engagierte und wegen Unterstützung der Widerstandsbewegung ‚Organisation der Volksmojahedin des Iran’.“

„Nach Gitis Hinrichtung hielten die Revolutionsgarden, das heißt die repressiven Kräfte des Regimes, nach mir Ausschau. Weil ich als Journalist für die AFP arbeitete, wurde ich verhaftet und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.“ 

„Ich wurde vom ersten Tage an gefoltert. Allein der Aufenthalt in den Gefängnissen Khomeinis war Folter. Denn die Folter dient nicht nur dazu, aus den Häftlingen Informationen zu erpressen; sie ist auch ein Mittel, um den Häftling zu brechen und von seinen Absichten abzubringen.“

„Die Standhaftigkeit der Mitglieder und Freunde der PMOI in den Gefängnissen Khomeinis hat mich sehr beeindruckt.“

Ein ehemaliger politischer Gefangener im Iran

beschreibt sein Leiden – Teil 2

„Nach drei Jahren Haft benutzte ich die einmalige Gelegenheit – ich war auf dem Wege zu einer chirurgischen Operation, die im Gefängnis nicht möglich gewesen wäre -, aus der Haft zu fliehen. An meiner Stelle wurde mein Vater verhaftet. Er verbrachte die verbleibenden fünf Jahre meiner Haft an meiner Statt.“

„In diesem Buch der Märtyrer ist ein Bild von meiner Schwester; sie befand sich als Fernsehjournalistin an der Front des iranischen-irakischen Krieges.“

Während Herr Naziri das Buch Gefallen für die Freiheit, das die Liste eines Teils der 120 000 während der geistlichen Herrschaft aus politischen Gründen Hingerichteten enthält, durchblätterte, sagte er: „Wie Sie sehen, in jenen Jahren fanden viele Hinrichtungen statt, denn das Regime wollte eine Generation, die entschlossen gegen die religiöse Diktatur protestierte, aus dem Wege räumen.“

„Sie entstammten verschiedenen Schichten der Gesellschaft: Es waren Arbeiter, Angestellte, Schüler, Studenten, Ärzte, Sportler, Kaufleute und viele andere. Viele von ihnen kannte ich als Haftgenossen; ich empfinde immer noch ihr Leben in mir,“ sagte er in sichtlichem Schmerz.

Ein ehemaliger politischer Gefangener im Iran

beschreibt sein Leiden – Teil 3

„Die Hinrichtungen kamen im August 1988 und den darauf folgenden Monaten auf ihren Höhepunkt, als aufgrund einer Fatwa Khomeinis mehr als 30 000 Menschen in der Haft hingerichtet wurden – einzig wegen ihrer Sympathie mit der PMOI. Einige von ihnen hatten schon die Hälfte ihrer Haft hinter sich, andere hatten die Strafe bereits verbüßt. Khomeini setzte eine dreiköpfige Kommission ein, die aufgrund der einzigen Frage: ‚Sind sie immer noch ein Freund der PMOI – ja oder nein?’ über das Schicksal eines jeden entschied.“

Herr Naziri hat jahrelang auf verschiedenen internationalen Foren und in verschiedenen Organisationen die Menschenrechte verteidigt. Seine Schriften über die Prüfungen, die er im Gefängnis erlebte, wurden in großen internationalen Tageszeitungen veröffentlicht, darunter „The New York Times“ und dem „International Herald Tribune“: 

http://www.nytimes.com/2004/08/13/opinion/13iht-ednaziri_ed3_html.

„Doch Sie wissen ja, im Iran sind die Hinrichtungen nicht nur eine Form der Vergeltung, sie dienen eher dazu, die Bevölkerung in Schrecken zu halten. Daher kam es nach den Aufständen der Jahre 2009 und 2010 zu einer brutalen Repression; das Regime richtete Freunde der PMOI wie Jafar Kazemi und Mohammad Ali Haj Aghai hin. Oder: Zum Beispiel wurde Gholamreza Khosravi hingerichtet, nur weil er dem Satellitenfernsehen des Widerstands eine Spende hatte zukommen lassen.“

„Im Iran hat man immer öffentliche Hinrichtungen durchgeführt; Mitglieder der PMOI wurden an Brücken erhängt; andere Häftlinge erhängt man heute auf belebten öffentlichen Plätzen an Baukränen. Mit all dem soll der höchst angespannte Zustand der iranischen Gesellschaft bewältigt werden, insbesondere soll die Jugend, die von diesem Regime genug hat, eingeschüchtert werden.“

Ein ehemaliger politischer Gefangener im Iran

beschreibt sein Leiden – Teil 4

Auf die Frage, was er von Rouhani hält und von Behauptungen, er sei ein ‚Reformer’, antwortete Herr Naziri: „Rouhani hat 30 Jahre lang als für die Sicherheit Verantwortlicher eine Schlüsselposition in diesem Regime besessen und ist für diese Morde direkt verantwortlich; besonders kommt hinzu, daß sein Justizminister, Mostafa Pour-Mohammadi, während des Massakers von 1988, das Amnesty International als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnete, zu der dreiköpfigen ‚Todes-Kommission’ gehörte.“