Thursday, February 9, 2023
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Iran: Gefangener bezeichnet Bedingungen im Gefängnis als die Hölle

Das Evin Gefängnis des Iran wird als „Verlies” und als „die Hölle” bezeichnet, da es die grundlegenden Standards für Gesundheit und Sicherheit nicht erfülle, nicht einmal nach den Maßstäben des Regimes,  berichtet die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK).

Ein Gefangener hat über die schrecklichen Bedingungen geschrieben, unter denen iranische Gefangene leiden, Bedingungen, die wir nicht einmal Tieren in Massentierhaltung zumuten wollen.

Der Gefangene beschreibt, dass im Evin Gefängnis 20-25 Häftlinge sich eine einzige Zelle teilen müssen, was über die vorgesehene Belegungsdichte weit hinausgeht. Viele Gefangene müssen dort auf dem Boden schlafen.

Das Essen ist auch von sehr armseliger Qualität. Es gibt kein Gemüse oder proteinreiche Nahrung, die gut für die Erhaltung der Gesundheit sind. Es wird den Insassen halb gekochter Reis und Soja serviert, was sonst üblicherweise für Vieh verwendet wird. Nach den Gefängnisregeln sollte zu jeder Mahlzeit ein Laib Brot gegeben werden, aber derzeit wird nur eineinhalb Laib von geringwertigem Brot für den ganzen Tag zugeteilt.

Natürlich können die Gefangenen mehr Lebensmittel von geringer Qualität (d.h. Obst und Gemüse) im Gefängnisladen kaufen, aber das gibt es nur in sehr begrenzter Menge und frische Waren kommen nur alle drei Wochen an. Sie sind sehr schnell ausverkauft. Hinzukommt, dass im Gefängnis enorm hohe Preise verlangt werden, mindestens 20 % höher als in einem regulären Laden. Deshalb können es sich viele Gefangene überhaupt nicht leisten, sie zu bezahlen.

Ein weiterer Grund dafür, dass Gefangene es als schwer ansehen, für Grundnahrungsmittel aufzukommen, die ihnen ohnehin zugeteilt werden sollten, ist der Umstand, dass sie oft für sanitäre Gegenstände wie Müllsäcke bezahlen müssen, Sachen also, die sie brauchen, um die Zellen sauber zu halten.

Der Gefangene schreibt: „Jeder Häftling, der nicht mit seinen Mitteln auskommt, muss Hausarbeit für das Gefängnis leisten wie Müll sammeln oder verschiedene Bereiche säubern“.

Die Gefangenen dürfen auch keine Hygienegegenstände haben zum Reinigen des eigenen Körpers wie Zahnpasta, Shampoo, Handtücher, Rasiergerät und Zahnbürsten. Die Verwaltung gibt keine Zahnpasta, Zahnbürsten oder Handtücher mehr aus und andere Sachen wurden um die Hälfte gekürzt. Shampoo zum Beispiel wird jetzt nur alle zwei Monate zugeteilt.

Da den Gefängnissen Nahrungsmittel und Hygienemittel rationiert werden, kann man zu Recht davon ausgehen, dass mehr von ihnen krank werden.  Das Schlimmste dabei ist, dass eine medizinische Versorgung, sei’s auch nur für eine Erkältung, grundsätzlich nicht vorhanden ist.

Die Ärzte sehen nur nach einer begrenzten Zahl an Patienten am Tag, etwa 5 je 200 Gefangene, und auch wenn man zum Arzt gehen kann, liefert die Verwaltung keine Medikamente. Die Angehörigen müssen dafür bezahlen, aber vorher muss der Häftling eine riesige Summe zahlen, um die Angehörigen anzurufen und das Geld zu erbitten.

Weiter schreibt der Gefangene: „In Trakt 8 werden 800 Häftlinge gehalten. Es gibt 40 Telefone jeweils für 12 Stunden am Tag. Jedem Gefangenen wird offiziell ein Anruf für eine halbe Stunde erlaubt. Dabei wird jedoch ein Drittel der Zeit verbraucht, um verschiedene Codes einzugeben, um die notwendigen Leitungen zu öffnen. Ein anderes Problem ist, dass die Gefängnisverwalter von manchen Gefangenen Bestechungsgelder bekommen und deshalb die Zeit nicht gleichmäßig allen Häftlingen zuteilen. Das hat zu Streitigkeiten und sogar zu Handgreiflichkeiten unter den normalen Gefangenen geführt“.

Der Iran kümmert sich nicht um seine Gefangenen oder seine Leute – er wurde insgesamt bis jetzt 65 mal von den Vereinten Nationen wegen Verletzungen der Menschenrechte verurteilt – deshalb werden Gefängnisse als profitorientierte Unternehmen geführt. Dabei wurden hier Folter und Hinrichtungen noch gar nicht berührt, die in diesen Mauern stattfinden.