Sunday, January 29, 2023
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Iran: Können US Militärbasen zerstören – Drohung von Vergeltung während militärischer Übung

Von AL ARABIYA UND AGENTUREN – Der Iran erklärte am Mittwoch, dass er nahegelegene US Militärbasen vernichten kann und Israel in fünf Minuten erreicht, wenn es einen Angriff auf die islamische Republik gibt. Damit verschärfen sich die Spannungen über das suspekte Atomprogramm des Iran. Die Aussagen kamen im Rahmen einer militärischen Übung, bei der auch Raketen abgeschossen wurden. Die Revolutionsgarden probten dabei den Ernstfall in einer im Zentraliran gelegenen Wüste. Die Raketen sollen vor allem ausländische Militärbasen angreifen.

Israel und die USA ziehen die Möglichkeit von Militärschlägen gegen den Iran in Betracht, wenn die Diplomatie keine Lösung im Atomprogramm findet. Der Westen verdächtigt den Iran, dass er Atomwaffen baut, der Iran bleibt bei seiner Meinung, dass das Programm friedlichen Zwecken dient.

Die halboffizielle Fars Nachrichtenagentur zitierte General Ami Ali Hajizadeh von den Revolutionsgarden. Er sagte, dass die US Basen in der Reichweite von iranischen Raketen lägen und dass sie bei Vergeltungsschlägen Ziel sein könnten. Zudem nannte er Israel ein „besetztes Land“.

„Wir sind in der Lage, all diese Basen innerhalb von wenigen Minuten nach einem Angriff zu vernichten, sagte Hajizadeh, der auch Leiter der Luftwaffe der Garden ist.

Kein Kommentar aus Israel

Israelische Vertreter gaben dazu keinen Kommentar ab und es gab auch keinen Kommentar aus Washington.

Hajizadeh sagte weiter, dass die Garden erfolgreich eine Anti-Schiff Rakete getestet haben, welche US Kriegsschiffe im Golf treffen kann. Hajizadeh betonte zudem, dass die Rakete, die von Land abgeschossen werden muß, „Persischer Golf“ heiße und eine Reichweite von 300 Kilometern hat.

Das staatliche Fernsehen zeigte den Abschuß einer weißen Rakete, die ein großes Ziel in den Gewässern des Golf traf.

Die fünfte US Marineflotte ist in Bahrain stationiert. Sie befindet sich 200 Kilometer vom Iran entfernt und liegt damit in Reichweite iranischer Raketen.

Am Dienstag sagte der Iran, dass sie mehrere Raketen bei der Übung abgeschossen haben. Dazu gehörte eine Shahab-3 Rakete, die eine Reichweite von 2000 Kilometern hat und die Israel und Südeuropa erreichen kann.

Rußland sieht Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Iran

Auf der Verhandlungsseite Seite sagte Rußland am Mittwoch, dass es „gut vorangehe“ bei den Gesprächen einer Expertenrunde über das Atomprogramm. Der Iran hat jedoch vor kurzem noch darauf bestanden, nicht von seinen Anreicherungsplänen Abstand zu nehmen oder sie gar zu reduzieren.

Das am Dienstag stattfindende Treffen in Istanbul wurde anberaumt, nachdem die vierte Verhandlungsrunde in Moskau im letzten Monat in einer Sackgasse endete.

Die Experten in Istanbul vereinbarten weitere Treffen mit hochrangigen iranischen und EU Diplomaten, aber es gibt noch kein genaues Datum, wann diese stattfinden werden.

Der stellvertretende Außenminister aus Rußland, Sergei Ryabkov, sagte dennoch, dass Moskau trotz der verbliebenen unterschiedlichen Positionen zufrieden sei.

„Ich kann nicht sagen, dass wir einen Durchbruch erreicht haben oder ein entscheidender Fortschritt zu vermelden wäre“, sagte der Chefunterhändler gegenüber Interfax.

„Man kann jedoch davon sprechen, dass es gute Fortschritte gab“

Eine Erklärung der EU Außenbeauftragten Cathrine Ashton – Verhandlungsführerin der fünf permanenten UN Sicherheitsratsmitglieder und Deutschlands, die so genannten P5+1 – sagte, dass es bei den Gesprächen um „technische Fragen“ ging.

Beide Seiten stimmten weiteren Verhandlungen zu, obwohl die Weltmächte zuvor den Iran aufgefordert hatten, sofort die Anreicherung des Uran auf 20% zu stoppen und dafür wirtschaftliche Zugeständnisse zu erhalten.

Der Iran besteht auf seinem formalen Recht zu Anreicherung von Uran, was jedoch den aktuellen UN Resolutionen widerspricht und fordert ein Ende der Ölsanktionen, welche ihre Exporte in diesem Jahr bereits um 50% sinken ließen.

Rybakov sagte, dass Moskau bereit sei, seinen wichtigen Handels- und Militärpartner in seinem Recht zur Urananreicherung zu unterstützen, so lange es sein Atomprogramm strikten Kontrollen unterwerfe.

„Das Recht zur Anreicherung und die Anerkennung dieses Rechtes kann nur erfolgen, wenn der Iran sein Atomprogramm in Zukunft strengen internationalen Kontrollen unterwirft.“, sagte Rybakow.