Tuesday, January 31, 2023
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Iran: Konzerte wurden gestrichen, weil Frauen spielen sollten bzw. weil sie ‚Konzert’ genannt wurden

NCRI – Die Behörden des iranischen Regimes haben in der vorigen Woche mindestens zwei Konzerte gestrichen,

weil sich unter den Aufführenden Frauen befanden. 

Am Sonntag wurde einer Reihe von Musikerinnen der Auftritt auf der Bühne neben den Männern während eines offiziell geförderten Festivals in Isfahan nicht gestattet. 

Die Musikerinnen wurden gezwungen, sich zusetzen und zuzuhören, wie nur die Männer spielten; der Gruppe wurde versprochen, sie könne ihr Konzert später nachholen. 

Doch auch an einer anderen Stelle wurden Frauen am Betreten der Bühne gehindert; das Konzert wurde gestrichen.

Eine weitere Gruppe von Musikern durfte am 9. und 10. Oktober in der Stadt Mashhad trotz einer offiziellen Genehmigung nicht wie geplant auftreten. 

Die Behörden untersagten die Aufführung, weil das Wort ‚Konzert’ auf Nachrichten durch SMS gebraucht worden war. 

Sie informierten die Gruppe telefonisch dahin, daß der Begriff ‚Konzert’ in der Stadt untersagt sei. 

Es handelt sich bei dieser vom iranischen Regime gegen Musiker ausgeübten Repression nicht um Einzelfälle. 

Im vorigen Dezember verlangte eine Gruppe iranischer Musiker in einem Brief an Ali Jannati, den Minister für Leitung (verantwortlich für Zensur in Presse und Künsten) das Ende der gegen Musiker im Iran gerichteten Repression.

In dem Brief heißt es: „Die Gemeinschaft der Musiker sieht sich einem Anstieg von Sicherheitsmaßnahmen gegenüber. Die jüngsten Verhaftungen sind nur die Spitze des Eisberges.“

„Hassan Rouhani hat während seiner Wahlkampagne eine Veränderung hin zur offenen Gesellschaft versprochen; die Aufführung von Musik sollte nicht länger an eine Genehmigung gebunden sein. Außerdem bestand die Hoffnung, Frauen, die die Hälfte der Gesellschaft bilden, könnten aktiv in die Welt der Musik zurückkehren. Unglücklicherweise ist es aber nicht nur nicht zu irgendeiner Änderung gekommen, sondern es stellte sich heraus, daß Musikbegeisterte sich im Gefängnis und in Haftanstalten wiederfanden,“ sagten sie in ihrem Brief. 

„Junge Leute, die ihre eigenen Ressourcen und Kräfte an die Förderung der Musik setzten, wurden mit zweijähriger Haft belegt, anstatt ermutigt zu werden.“

Am Schluß forderte die Musikergruppe die Freilassung aller Künstler, die in den letzten Monaten verhaftet worden waren. 

Nach den misogynen Gesetzen der Mullahs dürfen Frauen in der Öffentlichkeit nicht singen; auch dürfen im Fernsehen keine Musikinstrumente gezeigt werden.