Sunday, November 27, 2022
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Iran: Mehr als 2000 Insassen im Gefängnis Ghezel Hessar beginnen einen Hungerstreik

Mehr als 2000 Insassen des Ghezel Hessar Gefängnisses haben einen Hungerstreik begonnen, um gegen Gruppenhinrichtungen und schlechte Bedingungen zu protestieren.

100 protestierenden Gefangenen wurde die Hinrichtung angedroht.

 

NWRI – Mehr als 2000 Insassen, die gegen Gruppenhinrichtungen in Ghezel Hassar protestieren, wurde selbst die Hinrichtung angedroht, falls sie ihren Hungerstreik nicht beendeten.

Beamte des Regimes warnten die Streikenden am 22. Mai, dass 100 von ihnen sterben würden, falls sie nicht die seit drei Tagen andauernde verfahrene Situation mit dem Wachpersonal beendeten.

Während des Protestes wurden einige Gefangene an Händen und Füßen gebunden und in das Büro des Gefängnisdirektors Hosseini geschafft, während andere in Isolationshaft gebracht wurden.

Der Gefängnisladen – der meist Waren, deren Ablaufdatum überschritten ist, zu stark überhöhten Preisen verkauft – wurde zur Bestrafung der Inhaftierten geschlossen.

Die Gefangenen – die auch eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensbedingungen fordern – haben geschworen, sie würden den Streik fortsetzen, bis ihre Forderungen erfüllt worden seien.

Die Insassen fordern auch die Ablösung des Gefängnischefs Moradi, der bei einer Meuterei im März 2011 die Erschießung einer großen Zahl von Gefangenen befohlen hatte.

Ghezel Hessar ist das größte Gefängnis im Iran und eines der größten im Mittleren Osten mit etwa 22000 Insassen.

Die Abteilung 2 ist mit 6000 Gefangenen besetzt, denen Drogenhandel vorgeworfen wird, viele davon sind zum Tode verurteilt. Afghanische Gefangene werden in Halle 4 festgehalten, die meisten dort sind auch zum Tode verurteilt.

Das Gefängnis wurde einem Konzentrationslager angeglichen, den Gefangenen sind die grundlegendsten sanitären und medizinischen Maßnahmen verwehrt. Wegen einer starken Überbelegung schlafen viele auf Gängen, in Waschräumen, Toiletten und auf Treppen.

Innerhalb des Gefängnisses werden Drogen von Mafia-ähnlichen Gangs verkauft, die mit der Verwaltung des Gefängnisses zusammenarbeiten. Gefangene, die gegen die armseligen Bedingungen protestieren, werden von solchen Gangs umgebracht.

In jeder Woche richten die Henker Khameneis eine Gruppe von Gefangenen aus dieser Abteilung kollektiv und meistens im Geheimen hin. Nachrichten und Informationen über die Getöteten sickern niemals nach außen. In einer schamlosen Heuchelei werden viele Gefangene, denen Drogenhandel vorgeworfen wird, auf Befehl des IRGC (Corps der iranischen Revolutionsgarden) und des Ministeriums für Nachrichtendienste hingerichtet, die beide selber den Drogenschmuggel in den Iran überwachen.

Der Justizbeamte Mohseni Ejeji gab staatlichen Medien gegenüber 2010 zu: „Es werden bei einigen Menschen Drogen gefunden, die nicht die Hauptschmuggler sind. Die Hauptschmuggler haben diese Leute rekrutiert und getäuscht. Jene befinden sich an sicherer Stelle und jemand anderes wird an ihrer Stelle staatlich verfolgt und sogar hingerichtet.“

Der iranische Widerstand ruft die internationalen Behörden und Organisationen für Menschenrechte auf, das Dossier über dieses unmenschliche Regime dem UN Sicherheitsrat zu übergeben und seine verbrecherischen Führer vor internationale Gerichte zu stellen.