Monday, December 5, 2022
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Iran: Nur 135 Peitschenhiebe, um das Ausmaß der Verbrechen eines früheren Anklägers zu vertuschen

NWRI – Der frühere Ankläger und Verwaltungsdirektor für soziale Sicherheit in Teheran wurde zu 135 Peitschenhieben verurteilt unter der Anklage der „illegalen Aneignung und Pflichtverletzung”.

In dem Untersuchungsbericht des Parlaments des Regimes über die Organisation für Soziale Sicherheit vom Dezember 2013 war Said Mortazavi, der ehemalige Chef der Sozialen Sicherheit, angeklagt wegen finanzieller Verstöße und Unregelmäßigkeiten. In der Folge haben mehrere Arbeiter und Angestellte Beschwerde gegen ihn eingelegt wegen „Unterschlagung und Vertrauensbruch“.
Der Anwalt der Beschwerdeführer Mostafa Turk Hamadani hat diese Nachricht am Dienstag, dem 2. November,  bekannt gegeben und der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA gegenüber ausgesagt: „Ich denke, wenn man das, was er getan hat, als Verbrechen ansieht, könnte auch „Unterschlagung“ dazu gehören und der Beschuldigte könnte für [illegale] Übereignung von Besitz belangt werden. So aber wird er nur  zu 70 Peitschenhieben für die illegale Nutzung [von fremdem Eigentum] und zu 65 Peitschenhieben für die Nichterfüllung seiner Pflichten verurteilt“.
Said Mortazavi ist noch in einen anderen Fall verwickelt: er war verantwortlich für die Ermordung mehrerer Internierter im Haftzentrum Kahrizak nach dem Aufstand von 2009, als er Ankläger des Regimes in Teheran war. Aber die Justiz des Regimes hat ihn in Bezug auf Anklagen wegen Mordes im Fall der Verbrechen von Kahrizak entlastet.
Nach einem Urteilsspruch des Femegerichts von Khamenei wurde Said Mortazavi von den Beschuldigungen  der „Komplizenschaft bei Mord und irreführenden Berichten“  im Kahrizak-Fall freigesprochen. In Wirklichkeit wurde er zu 135 Peitschenhieben wegen der Anklage „des illegalen  Zugriffs auf fremdes Eigentum und der Vernachlässigung der Pflichten“ verurteilt, um seine schrecklichen Verbrechen Kahrizak zu vertuschen und ihn den Anklagen wegen Mordes  zu entziehen.