Sunday, November 27, 2022
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Iran: Politische Gefangene in Hochsicherheitsabteilung verlegt

NWRI – Am Morgen des 30. Juli 2017 zwangen Wärter im Karaj Gefängnis (westlich von Teheran) mehrere politische Gefangene in die Hochsicherheitsabteilung des Gefängnisses. Dabei wurden sie geschlagen und schwer verletzt.

Laut eines aktuellen Berichtes wurden die politischen Gefangenen in den Gefängnishof gebracht und ihnen mitgeteilt, dass angeblich ein Gefangener geflohen sei und es deshalb die Anweisung gäbe, sie ich Abteilung 10 Zelle 4 im Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses zu verlegen. Alle 53 politischen Gefangenen gingen danach gemeinsam in den Hungerstreik, um gegen die Aktion des Regimes zu protestieren. 

Der Bericht zeigt, dass sich der Gesundheitszustand einer der politischen Gefangenen (Shahin Zoghi-Tabar) am 1. August durch den Hungerstreik verschlechtert hat. Er kam in das sogenannte Rajaei Krankenhaus in Karaj. Doch danach schleppten ihn Offiziere mit hinter dem Rücken gefesselten Händen zurück ins Gefängnis und warfen ihn ohne jegliche medizinische Versorgung in Einzelhaft. 

Dort verschlechterte sich sein Gesundheitszustand bis zum 4. August weiter, auch, weil er im Hungerstreik blieb. Danach kam er erneut ins Krankenhaus und später kam er dann wieder – trotz sehr niedrigem Blutdruck – zurück ins Gefängnis. 

Am 2. August 2017 griffen die Wärter des Gefängnisses die politischen Gefangenen in Abteilung 10 an und zwangen 14 von ihnen in Einzelhaft, wo sie verhört wurden. 

Die Namen derjenigen Gefangenen, die sich in Einzelhaft befinden, sind: Saeed Masouri, Hassan Sadeghi Khorramdashti, Reza Akbari Monfared, Abolghasem Fouladvand, Jafar Eghdami, Amir Ghaziani, Khaled Hardani, Zandiar Moradi und Loghman Moradi.

Diese neun politischen Gefangenen sind weiterhin im Hungerstreik. Man sagte ihnen, dass ihnen der Besuch ihrer Familienangehörigen verweigert werden würde, wenn sie ihren Hungerstreik nicht beenden.

Abteilung 10 im Gohardasht Gefängnis gilt als Hochsicherheitstrakt mit vier kreisenden Kameras und weiteren 64 Überwachungssystemen, die den gesamten Bereich überwachen und wo es einen modernen Kontrollraum gibt. Laut eines früheren politischen Gefangenen, der dort inhaftiert war, ist dieser Bereich wie eine gläserne Einzelzelle anzusehen.