Sunday, January 29, 2023
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IRAN: Prominenter Dissident liest dem Regime in Teheran öffentlich die Leviten beim Begräbnis eines Unterstützers der PMOI (MEK)

NWRI – Am Donnerstag, dem 3. Dezember 2015, ist Frau Mehri Jannatpour in Teheran gestorben. Sie war seit langem Unterstützerin der iranischen Oppositionsgruppe der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI) [Mujahedin-e Khalq (MEK)]. Sie hat vier Jahrzehnte lang die MEK unterstützt und für ihre politischen Ansichten dreimal Gefängnisaufenthalte im Evin über sich ergehen lassen müssen nach der Revolution von 1979. Obwohl das Regime der Kleriker sie hat brutal foltern lassen,

hat sie die Unterstützung der Organisation fortgesetzt und dem Druck des Regimes niemals nachgegeben. Zwei ihrer Kinder sind bei der MEK, eines davon in Camp Liberty, Irak.

Am Samstag, dem 5. Dezember, wurde in Teheran eine Begräbnisfeier abgehalten. Dr. Mohammad Maleki, der erste Kanzler der Teheraner Universität nach der Revolution, hat bei der Veranstaltung eine Ansprache gehalten und die verstorbene Frau Jannatpour für die Unterstützung der MEK gelobt.

Hier Auszüge aus der Rede von Herrn Dr. Maleki:

…Was kann ich über diese Frau sagen, ein menschliches Wesen, das sein Leben gelebt hat wie Zeynab [die Schwester des schiitischen Imam Hussein, die 680 n.Chr. gestorben ist]. Sie hat wie Zeynab gelebt, ihre Kinder groß gezogen und sie zu produktiven Mitgliedern der Gesellschaft gemacht. Aber sie hatte nicht nur ihre eigenen Kinder, sie hatte auch Kinder unter denen jenseits der Grenze [in Camp Liberty im Irak], die sich Raketenangriffen gegenüber sehen und tausende Herausforderungen und Probleme erleben müssen. Aber sie halten aus und sind so fest wie Berge. Das sind die Kinder dieser Mutter. Welches Glück sie gehabt hat!

Es gibt viele, die auf diese Welt kommen, das Leben „genießen“ und sterben. Aber die Erfüllung, die solche Mütter erleben, ist etwas anderes.

Mutter, was kann ich sagen über dein Mitgefühl, deine Worte, wenn du noch sprechen könntest, dein Wissen, deine Talente, deine Weisheit und deinen Geist, der produktiv war bis zur letzten Sekunde.

Ich kann nur sagen, dass jetzt viele nach dem Tod zu Waisen geworden sind. Man sagt, Menschen werden zu Waisen, wenn ihre Mütter sterben. Wir sind jetzt wahrhaft Waisen.

Du hast wie Zeynab gelebt. Du hast wie sie gelebt und gehörtest zu den Zeynabs dieser Welt. Agenten [des Regimes] sollten meine Stimme und meine Worte aufschreiben. Ja, ich erkläre ganz laut, dass du wie Zeynab gelebt hast und dass du die Zeynab deiner Zeit warst. Es gab Tausende wie dich, wie Mutter Dashti, die vor ein paar Tagen gestorben ist. Sie ist in den Himmel aufgestiegen, um ihn auf dich vorzubereiten. 

Im Namen der Familie der Verstorbenen möchte ich euch allen danken, die ihr euch hier versammelt habt trotz aller Widrigkeiten, um zum Begräbnis dieser Zeynab unserer Zeit zu kommen. Schon gestern Abend habe ich beim Begräbnis von Mutter Dasht gesagt, dass ihr nicht ängstlich sein sollt. Unsere Gesellschaft bringt  trotz aller ihrer Probleme, der Korruption und dem herrschenden Regime, das die Korruption gedeihen lässt, viele Zeynabs und Husseins hervor. 

Es gibt weiter Zeinabs und Husseins. In etwas mehr als den letzten 50 Jahren haben sowohl der Schah als auch das Regime der Kleriker versucht, diese Abstammungslinie zu beenden [die MEK]. Aber wie könnten sie Erfolg haben?

Ich werde dadurch an einen Ausspruch des verstorbenen Großayatollah Montazeri erinnert, der in einem Brief an Khomeini geschrieben hat, er solle versichert sein, dass eine Idee nicht durch Mord getötet werden kann. Du hast so viele getötet, du hast so viele geschlagen, du hast so viele zerstört.

 

 [Rezitiert ein Lied der MEK]: „Ihr habt Kugeln abgeschossen, die Axt erhoben und auf wehrlose Körper gezielt“. Als all das euch keinen Erfolg gebracht hat, habt ihr 80 Raketen [auf Camp Liberty am 29. Oktober 2015] gefeuert im Glauben, ihr könntet es vollkommen zerstören. Aber ihr könnt gewiss sein, dass in nur wenigen kurzen Monaten Camp Liberty noch schöner sein wird, noch besser und prächtiger, als es jemals gewesen ist. Das wird solange so sein, wie dort Menschen sind, die sich um die eigenen Leute kümmern, und wie es dort Menschen gibt, die sagen: „Sucht die Freiheit von der Wiege bis zum Grab!“. Sie beseitigen das Wort „Wissen“ [im ursprünglichen persischen Sinn] und ersetzen es durch „Freiheit“, weil Wissen ohne Freiheit kein Wissen ist.

In einer Universität, wo es so viele sogenannte Professoren und Wissenschaftler gibt, achten sie nicht auf den hässlichen und niederdrückenden Zustand der Gesellschaft, wird nichts über Diebstahl und Korruption gesagt, es gibt nur Schweigen. Ja, in dieser Gesellschaft müssen wir einmal mehr rufen: 

„Sucht Freiheit von der Wiege bis zum Grab!“

Weil ohne die Freiheit in der Gesellschaft kann es nur das geben, dessen Zeuge ihr jetzt seid: Diebstahl, Korruption und Prostitution.

Und Imam Hussein und Zeynab haben alles, was sie hatten, der Freiheit gewidmet und erklärt, dass sie „sich niemals unterwerfen“.

Und jetzt sehen wir, dass die Husseins und die Zeynabs stolz die ganze Geschichte hindurch dastehen.

Ich danke euch noch einmal im Namen der Familie und bitte euch, euren Weg zu gehen zum Ort der Zeremonie.

Es wird noch eine Gedenkfeier gegen, die für diese stolze Mutter abgehalten wird, nämlich am Montag um 3 Uhr nachmittags.