Sunday, February 5, 2023
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Iran: Proteste und Zusammenstöße von Jugendlichen mit Unterdrückungskräften des Regimes nehmen zu

Es mehren sich seit einiger Zeit öffentliche Proteste und Konfrontationen zwischen Jugendlichen und den Unterdrückungskräften, Motorradpatrouillen von Schlägern mit dem Namen „Ansar Hisbollah“ und Scharen von Basij-Kräften.

Es kommt in vielen Städten des Landes immer öfter zu Schlägereien mit Regimeelementen. Diese Konfrontationen sind so heftig, dass einige hochrangige Beamten des Regimes sich gezwungen sahen, das Scheitern dieser Unterdrückungspolitik zuzugeben. Mullah Moqtadaei, Mitglied der Expertenversammlung des Regimes, gestand ein, dass die Politik des „Auspeitschens und Inhaftierens“ gegen das „malveiling“ [ungenügendes Verschleiern, d. Ü.] nicht ankomme (Nachrichtenagentur Fars, dem IRGC unterstellt, 13. Juli 2014). 

Hier einige Beispiele für öffentlichen Widerstand in den letzten Tagen: 

 1.Am Sonntag, dem 20. Juli stießen jugendliche und andere Bürger der Stadt Ahvaz mit einer Patrouille der Unterdrückungskräfte zusammen, die eine junge Frau festnehmen wollten. 

 2.An demselben Tag kam es in der Sayyada-Straße der Stadt Bandar Abbas zu einer Konfrontation zwischen Jugendlichen und Elementen der staatlichen Sicherheitskräfte (SSF), die ihre Feiern gestört hatten. Aus Angst vor einer Ausbreitung dieser Protestbewegung feuerten die Unterdückungskräfte in die Luft. 

 3.Am Freitag, dem 18. Juli zerrissen revolutionäre Jugendliche im Bezirk Cheizar der Hauptstadt Teheran vor den Augen der Basij-Söldner das Bildnis Khameneis, des Obersten Führers des Mullahregimes, das an einem großen Banner auf der Straße angebracht war, und ergriffen die Flucht. Die Basij-Kräfte rasten hinter den Jugendlichen her und bauten Sperren auf, konnten sie aber nicht schnappen. 

 4.An demselben Abend traten Jugendliche im Bezirk Sa’adabad von Teheran Agenten der SSF, die junge Männer und Frauen quälten, entgegen und schlugen einen von ihnen zusammen. Die Unterdrückungskräfte griffen einen Jungen und ein Mädchen mit Schlagstöcken und elektrischen Schockern an, verprügelten sie und nahmen sie fest. 

 5.Am 17. Juli stießen Jugendliche im Waldpark Seasangan mit Unterdrückungselementen zusammen, die anfingen sie zu quälen, unter dem Vorwand, sie hielten das Ramadan-Fasten nicht ein. Bei den Auseinandersetzungen schlugen die Unterdrückungskräfte einige Jugendliche zusammen und nahmen sie an einen unbekannten Ort mit. 

 6.Am Dienstag, dem 15. Juli wurden die Leute in Sarkhoon, einem Dorf nahe Bandar Abbas, von SSF-Elementen angegriffen. Dabei wurden zwei Dorfbewohner verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Die Dorfleute protestierten dagegen, dass sie von Regimeelementen unter dem Vorwand von Brennstoffschmuggel gequält würden. Drei Tage davor hatten die SSF-Elemente verarmte Dorfbewohner von Kouveh in Qeshm angegriffen und dabei drei von ihnen getötet und sechs verletzt. 

 7.Am 13. Juli kehrten Sportlerinnen von ihrem Sportclub nahe dem Hassanabad-Platz in Teheran nach Hause zurück. Da stießen sie mit Agentinnen von der Islamischen Betreuungspatrouille zusammen, die anfingen, sie zu belästigen. Mehrere Frauen wurden festgenommen. 

 8.Am 12. Juli traf eine Gruppe von Jugendlichen im Jamshidia-Park, Teheran auf die Basij-Elemente und verprügelte sie. Sie wollten die Leute unter dem Vorwand, sie hielten das Ramadan-Fastengebot nicht ein, belästigen. 

 9.Am 11. Juli stieß eine Gruppe von Jugendlichen im Bezirk Fardiss der Stadt Karaj auf SSF-Elemente, die auf Motorrädern patrouillierten, und verprügelte sie. Der Zusammenstoß folgte auf einen Versuch der SSF-Elemente, Frauen unter dem Vorwand zu leichter Verschleierung zu harassieren. 

10.Am 9. Juli gegen 2 Uhr nachts nahmen SSF-Elemente im Niavaran-Park, Teheran mehrere Frauen fest. Die Frauen widersetzten sich dieser Handlung und protestierten dagegen; ihnen schlossen sich Leute an, die ihnen zu Hilfe kamen. Die Regimeelemente mussten die Frauen wieder freilassen. 

11.Am 8. Juli geriet eine Anzahl von Jugendlichen in Tonekabon mit Basij-Elementen aneinander, die sie auf dem Hauptplatz der Stadt belästigten. Als die Auseinandersetzungen sich ausweiteten, wurden Verstärkungskräfte auf den Platz geschickt, die die Jugendlichen festnahmen und an einen unbekannten Ort verbrachten. 

12.Am 7. Juli stießen Jugendliche im Mellat-Park, Teheran mit Beamten in Zivil zusammen. Die Beamten belästigten die jungen Leute unter dem Vorwand der „Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters“. 

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran 

21. Juli 2014