Saturday, November 26, 2022
StartNachrichtenAtomprogrammIran sperrt zwei UN Waffen Inspektoren wegen der Verbreitung von Falschmeldungen aus

Iran sperrt zwei UN Waffen Inspektoren wegen der Verbreitung von Falschmeldungen aus

 Christian Science Monitor – Der Iran behauptet, dass zwei Waffeninspektoren der Vereinten Nationen Falschmeldungen über das Teheraner Atomprogramm verbreiten würden und nun nicht mehr willkommen seien. Analysten sehen darin eine Reaktion auf die jüngste Sanktionsrunde der UN für den Iran.

Der Iran hat zwei Waffeninspektoren der Vereinten Nationen Einreiseverbot erteilt, weil Teheran sie beschuldigt, Falschmeldungen über sein Atomprogramm zu verbreiten.

Diese Trotzreaktion könnte neue internationale Spannungen wegen des iranischen Programms hervorrufen. Teheran besteht darauf, dass das Programm ziviler Energiegewinnung und wissenschaftlichen Forschungszwecken dienen soll, aber die USA, Israel und andere nehmen an, dass die Produktion von Nuklearwaffen angestrebt werden soll. „Wir forderten Einreiseverbot zur Inspektion im Iran, nachdem sie Informationen weiter gegeben hatten, bevor sie offiziell bestätigt wurden und sie haben Falschmeldungen über Irans Atomarbeit an die Medien gegeben“, äußerte Ali Akbar Salehi, Oberhaupt der Atomenergie Organisation Irans (AEOI) in einem Posting auf der Website der iranischen staatlichen Nachrichtenagentur ISNA. Er nannte die Namen der UN Inspektoren nicht.

AUF DEN BILDERN: Wer hat Atomwaffen?
In einem Bericht auf Hamsayeh.net, einer Nachrichten-Website aus dem Iran, steht, dass die Beiden einen „fiktiven“ Bericht über das Atomprogramm Irans zusammengestellt hätten, auf den sich später der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bezogen habe. Auch die Atomaufsichtsbehörde der UN, die Internationale Atomaufsichtsbehörde (IAEA) wurde beschuldigt, voreingenommen zu sein.

Im Laufe der Jahre habe der Einfluss der USA und der Westmächte auf die IAEA diese Behörde, von der Unabhängigkeit erwartet würde, zu einem Werkzeug in den Händen Washingtons und seiner Verbündeten gemacht, um im Untergrund gegen die rechtmäßigen Atomprogramme anderer Länder aktiv zu werden.

Von der IAEA gab es keine offizielle Reaktion. Aber Reuters berichtete, dass ein Diplomat bestätigte, dass der Iran die Behörde von dem Einreiseverbot informiert habe, das wahrscheinlich eine Vergeltung für die jüngste Sanktionsrunde gegen die Islamische Republik sei.

Der Schritt Irans war „der erste, von einigen Vergeltungsmaßnahmen“ für die Sanktionen, sagte Theodore Karasik, der Forschungsdirektor am Institut für Militäranalysen des Militärs im Nahen Osten und im Golf, in einem Reuters-Interview. Das ist der erste Teil auf der Eskalationsleiter des Geplänkels, das sich jetzt entwickelt.“
Die UN verhängte eine vierte schärfere Sanktionsrunde am 9. Juni, weil sich der Iran weigerte, seine Urananreicherung einzustellen – ein Prozess, der für den Bau von Atomwaffen eingesetzt werden kann. Die jüngsten Sanktionen richten sich gegen Firmen, die in Geschäftsbeziehungen zur Revolutionsgarde Irans stehen oder nukleares Material bzw. Teile für ballistische Raketen liefern und geben die Genehmigung für die Durchsuchung von Schiffen nach vermutlichen Waffen, berichtete The New York Times.

Die USA und die Europäische Union stellten ihre eigenen unilateralen Sanktionen auf, die weiter als die Schritte der UN gehen; die EU Sanktionen stammen von letzter Woche wie Monitor berichtete. Zusatzmaßnahmen, die vom US Kongress umgesetzt werden, würden ebenfalls ausländische Banken betreffen, die Geschäfte mit dem Iran machen, berichtete Financial Times.

Am Sonntag äußerte der Staatssekretär für Verteidigung der USA, Robert Gates, Fox News gegenüber seine Annahme, dass die neue Sanktionsrunde ein „reales Potential“ habe, den Iran zu einem Kurswechsel zu zwingen. Gates teilte Fox News ebenfalls mit, dass der Iran sich zu einer Militärdiktatur entwickle:
„Gegenwärtig erkennen wir seit etwa den letzten 18 Monaten eine Veränderung im Charakter des Regimes in Teheran. Dort herrscht eine viel engstirnigere Regierung in Teheran jetzt. Einige religiöse Führer wurden zur Seite gedrängt“, sagte er.

„Sie scheinen jetzt mehr in Richtung einer Militärdiktatur zu gehen. Khamenei stützt sich jetzt auf eine kleiner und kleiner werdende Beratergruppe.“

Inzwischen betonte der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki am Sonntag, dass sein Land weiter den Weg zur Atommacht gehe, so The Tehran Times.

„Was uns ermutigt ist unsere strenge Logik … und deshalb werden wir weiter [festhalten an] unserer rationalen gerechten Position“, sagte Mottaki in einer gemeinsamen Pressererklärung mit seinem senegalesischen Kollegen Madike Niang.
Unter Bezug auf Schreiben vom US-Präsiden
ten Barack Obama an den brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva und den türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan, in denen sie zum Dialog mit dem Iran aufgefordert werden, sagte Mottaki: „Obama wurde ein negativer Punkt. Jeden Tag fügen sie ein neues Blatt zur Datei ihrer Fehler.“
Iran, Brasilien und die Türkei unterzeichneten im Mai die so genannte „Teheraner Deklaration“, die vorsieht, dass der Iran schwach angereichertes Uran in die Türkei sendet im Austausch für hoch angereicherte Brennstäbe für den Teheraner Forschungsreaktor.

Im April stellte ein Topmilitär Offizier der USA fest, dass der Iran innerhalb eines Jahres genügend waffenfähigen Brennstoff für eine Atombombe produzieren könne und wahrscheinlich zwei bis fünf Jahre brauche, um aktuell eine solche Bombe bauen zu können, wie aus einer Zeitachse und einem Überblick über das iranische Atomprogramm der The New York Times hervorgeht.
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