Monday, November 28, 2022
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Iran: Unmittelbar bevorstehende Hinrichtung befürchtet

NWRI – Amnesty International hat eine Erklärung zu der unmittelbar bevorstehenden Hinrichtung der 36jährigen Shahla Jahed veröffentlicht. Darin heißt es:
Shahla Jahed steht wieder kurz vor einer Hinrichtung, nachdem der Höchste Gerichtshof ihre Todesstrafe erneut bestätigt hat. Sie wurde zum Tod verurteilt, weil sie 2002 die erste Frau ihres Mannes ermordet haben soll.  Sie ist vielleicht zu ihrem Geständnis gezwungen worden.
Shahla Jahed, eine "Frau auf zeit" von Nasser Mohammad-Khani, einem früheren Stürmer der iranischen Nationalmannschaft und ehemaliger Manager eines Teams in Teheran, wurde angeklagt, Laleh Saharkhizan, die ständige Ehefrau ihres Mannes am 9. Oktober 2002 mit Messerstichen getötet zu haben. Sie wurd im Juni 2004 zunächst zum Tode verurteilt. Eine Berufung des Urteils durch ihre Verwandten wurde damals abgelehnt. Der Richter der 15. Kammer des Höchsten Gerichts hielt die Strafe aufrecht.

Der Rechtsanwalt von Shahla Jahed schrieb einen Brief an den Justizchef  Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi und bat um eine Revision des Todesurteils, weil der Fall von Shahla Jahed nicht gründlich untersucht worden war. Im November 2005 setzte der Justizchef  die Hinrichtung aus, so dass die Untersuchung des Falls wieder aufgenommen werden konnte.

Am 11. September 2006, teilten die Richter der 7. Kammer des obersten Gerichtshofs mit, dass die Todesstrafe bei Stimmenmehrheit aufrecht erhalten bleibt. Ihr Rechtsanwalt bestätigte, dass das Urteil des Höchsten Gerichtshofs feststeht und dass Shahla Jahed und die Familie von Laleh Saharkhizan am 13. September formell über die Entscheidung informiert werden. Es wurde gesagt, dass Shahla Jahed bei den ersten Ermittlungen zugegeben habe, dass sie Laleh Saharkhizan ermordet habe. Allerdings bestand sie während des Prozesses ständig auf ihrer Unschuld. Im Dezember 2004 sagte Shahla Jahed bei einer Revision des Höchsten Gerichts in dem Fall: "Jeder kennt die Bedingungen, unter denen ich es zugegeben habe."

Shahla Jahed soll der Behauptung der Anklage zufolge Laleh Saharkhizan aus Eifersucht getötet haben. Nasser Mohammed-Khani wurde anfangs der Komplizenschaft in dem Mordfall verdächtigt und war für einige Monate in Haft, aber dann wieder frei gelassen.

Amnesty International ist besorgt, dass das Eingeständnis der Schuld vielleicht durch Nötigung entstanden ist.

Zur Erklärung des Falles:
Nach iranischem Recht können Männer und Frauen "permanente" Ehen und Ehen "auf Zeit" eingehen. Bei Ehen "auf Zeit" können Männer und Frauen vereinbaren, dass sie für eine gewisse Zeit verheiratet sind. Danach ist die Eheschließung annuliert.
Amnesty International sieht in allen Fällen in der Todesstrafe eine entgültige, grausame, inhumane und entwürdigende Bestrafung unter Verletzung der Allgemeinen Menschenrechtsdeklaration. Die Organisation hat in diesem Jahr im Iran 108 Hinrichtungen dokumentiert, darunter zwei Frauen. Die tatsächliche Zahl ist wahrscheinlich noch wesentlich höher.