Sunday, January 29, 2023
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Iran: Untersuchung der finanziellen Korruption

Von Mahmoud Hakamian

Es gab Berichte in den iranischen Medien, dass das Samen al-Hojaj Finanz- und Kreditinstitut vor einem Gericht in Teheran untersucht wird. Samen al-Hojaj ist nur eines von vielen Institutionen, das Investoren hohe Zinsgewinner versprach, die nicht einzuhalten waren. Die Institutionen konnten ihre Versprechen nicht erfüllen und die Einlagen wurden schlecht verwaltet.

Das iranische Volk leidet unter der Korruption von Samen al-Hojaj und ähnlichen Unternehmen und dies sorgten in den letzten 12 Monaten auch für eine Reihe von Protesten von Investoren.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Sharq hat das Gericht in Teheran damit begonnen, diesen große Fall der Korruption zu untersuchen. Es soll geklärt werden, ob Samen al-Hojaj eine illegale Finanzinstitution ist.

Das Unternehmen bekam die Lizenz, in einer Stadt in der Provinz Khorasan aktiv sein zu können. Doch statt dessen eröffnete das Unternehmen Hunderte Zweigstellen im ganzen Land. Es sammelte dabei Hunderte Millionen Dollar von Arbeitern und Menschen aus der Mittelschicht ein.

Die Banken und Finanzinstitute dürfen vom Gesetz her keine Zinsen zahlen. Doch dieses Gesetz wird umgangen, indem man die Zinsen anders benennt, zum Beispiel als „Profit“.

Einige der Institutionen lockten Kunden mit Zins- bzw. Profitversprechen von 25% und mehr an, doch die Zinszahlungen wurden bald immer kleiner. Viele dieser Institutionen spielten dieses Spiel jahrelang, ohne je kontrolliert oder überwacht zu werden.

Um die Sache noch schlimmer zu machen, fand man heraus, dass Samen al-Hojaj Beträge im Bereich von mehreren zehn Millionen Dollar aus dem Fonds der Kunden an Vertreter des Militärs und der Regierung zahlte. Außerdem erhielten die Manager der Bank exorbitante Vergütungen und sogar deren Familienangehörigen, die alle behaupteten, für das Unternehmen zu arbeiten. Viele dieser Personen nahmen im Namen des Unternehmens Kredite auf und sie nutzen dabei sehr niedrige Zinsen und in mehreren Fällen wurden die Kredite überhaupt nicht mehr zurück gezahlt.

Es gab bisher drei Verhaftungen. Die Justiz nannte öffentlich die Namen Abolfazl Mir Ali (leitender Direktor von Samen al-Hojaj), Robabeh Ebrahimi (Frau von Mir Ali) und Mehdi Ramezanian. Obwohl sie alle verhaftet sein sollen, erschien niemand von ihnen vor Gericht.

Der leitende Direktor der Institution hatte bereits zuvor für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er den Gouverneur der Zentralbank, Valliollah Seyef, mit Waffengewalt dazu zwingen wolle, Samen al-Hojaj als legale Finanzorganisation zu genehmigen.

Das iranische Volk protestiert gegen diese Situation seit Monaten. Selbst diejenigen, die kein Geld verloren haben, schließen sich mehr und mehr den Protesten an. Der normale iranische Bürger hat es schwer, seine Rechnungen zu bezahlen und sein Leben zu regeln und solche Skandale lassen das Vertrauen in die Regierung und seine Behörden immer mehr sinken.

Der oberste Führer Ali Khamenei steht nun selbst unter immensem öffentlichen Druck. Daher wies er die Justiz und die Regierung an, diesen Fall aufzunehmen und sich der Unternehmen anzunehmen, die das hart erarbeitete Geld der Bürger verschleudert haben.

Doch wird dies wirklich etwas ändern? Wird die Untersuchung helfen, dass die Regierung das Vertrauen des Volkes wieder gewinnt? Auf keinen Fall. Die Untersuchung wird zu nichts weiter führen, als das zu bestätigen, was das Volk bereits weis. Samen al-Hojaj ist korrupt, es hat außerhalb der Gesetze agiert und gewaltige Summen des Volksvermögens gestohlen.