Thursday, December 8, 2022
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Iraner feiern den 50. Jahrestag der Gründung der PMOI

NWRI – Die diesjährige Versammlung für Demokratie im Iran in Paris war ein wenig anders. Sie kam zum 50. Jahrestag der Gründung der iranischen Demokratiebewegung der Volksmojahedin Iran (PMOI/MEK). (Foto: Mohammad Hanifnejad, Gründer der PMOI)

 

Eine riesige Menge versammelte sich am Samstag, um den wichtigsten Verbündeten im Nationalen Widerstandsrat Iran (PMOI) zu feiern. 

Eine Gruppe junger Iraner ging auf die Bühne. Jeder von ihnen las einen Teil wichtiger Meilensteine des 50 Jahre lang andauernden Kampfes der PMOI gegen die Diktaturen des Schah und der Mullahs vor. Am Ende jedes Beitrages sagten sie: „Die PMOI ist auch in mir.“ 

 

In einem 5-minütigen Videoclip wurden zudem die Highlights des 50 Jahre langen Kampfes der größten Oppositionsgruppe gegen den Schah und die religiöse Diktatur im Iran dargestellt. 

Einer der jungen Redner wies darauf hin, dass die PMOI die einzige Gruppe in der iranischen Geschichte ist, die seit 50 Jahren dauerhaft aktiv ist. Die Menge beantwortete seine Aussagen mit „Nieder mit dem Diktator, es leben die Volksmojahedin“. 

Die PMOI (auch Mojahedin von Khalq, MEK) wurden am 6. September 1965 von drei Universitätsstudenten gegründet. Mohammad Hanifnejad, Said Mohsen und Ali-Ashgar Badizadgan hatten sich zum Ziel gesetzt, gegen das Schahregime zu kämpfen. Seine Gründungsmitglieder waren vor allem Berufstätige in Teheran. Zu dieser Zeit herrschte eine starke Unterdrückung durch die Geheimpolizei SAVAK. Zweimal in der Woche trafen sich die Mitglieder, um religiöse Fragen, Fragen der Geschichte, Philosophie und der Revolution zu diskutieren. 

Alle drei Gründungsmitglieder wurden später durch das Schahregime hingerichtet, doch Vorstandsmitglied Massoud Rajavi überlebte und baute die PMOI neu auf. Sie wurde 1979 eine starke Bewegung bei der Revolution gegen den Schah.

Die fundamentalistischen Mullahs versuchen gerne, den Islam als ihre exklusive Sache im Iran zu interpretieren, doch die PMOI lehnte schon immer die reaktionären Visionen des Islams durch die Mullahs ab. Die PMOI hat den Islam überzeugender, ansprechender und erfolgreicher umgesetzt, als alle Versuche in der Vergangenheit.  

Für die Volksmojahedin ist Freiheit, Gleichheit zwischen den Geschlechtern, ethnischen Gruppen und Religionen sehr wichtig. Zudem sind Menschenrechte und Frieden nicht nur politische Blasen, sondern ideologische Prinzipien, die auf den Aussagen des Koran und den Traditionen der Lehren von Prophet Mohammed, den schiitischen Imamen und anderen religiösen Anführern aufbauen. 

Während die fundamentalistischen Mullahs an dem Konzept des Velayat-e Faqih (Oberherrschaft der Geistlichkeit) festhalten, welches die Ausarbeitung von Gesetzen, die Macht und die Legitimität an dem obersten religiösen Führer fest macht, glaubt die PMOI daran, dass einzig und allein der Willen des Volkes für sie ausschlaggebend ist. Freie und faire Wahlen sollen Parteien und Gruppen die Möglichkeit geben, Koalitionen zu bilden oder Individuen auszuwählen, welche die Regierung bilden. 

Mehr als zweieinhalb Jahre lang nach der Revolution nutze die PMOI die Möglichkeit, ihre Aussagen zu verbreiten und Anhänger zu finden, doch am 20. Juni 1981 wurde die friedliche Demonstration von mehr als 500.000 Anhängern der PMOI in Teheran auf Anweisung von Khomeni in ein Blutbad verwandelt. Die PMOI war danach gezwungen, in den Untergrund zu gehen und begann, als Widerstand gegen das Regime von Khomeni aktiv zu werden. 

Am 29. Juli 1981 gab Massoud Rajavi die Gründung des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) bekannt. Sie sollte eine demokratische Alternative zur religiösen Diktatur darstellen. Zu der Dachorganisation mehrerer iranischer Oppositionsbewegungen mit verschiedenen Ansichten gehörte auch die PMOI, welche die längste Oppositionsgruppe von allen Beteiligten ist.