Thursday, December 8, 2022
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Iranische staatliche Medien warnen vor „Erzfeind“ MEK

Inmitten der internen Machtkämpfe und einer rebellierenden Gesellschaft warnen die staatlichen Medien des Regimes vor dem sogenannten „Erzfeind“, den Mujahedin-e Khalq (MEK).
Der Iran hat zahlreiche soziale und wirtschaftliche Krisen, die sich weiter vertiefen und daher warnen die staatlichen Medien die Vertreter vor einem weiteren Aufstand. Das Regime muss sich zudem mit steigender internationaler Isolation befassen, welche die Machtkämpfe im Regime befeuert.
Das Regime kann nicht mit den Weltmächten agieren, ohne seinen Terrorismus und seine atomaren Aktivitäten zu beenden, denn sie machen das Regime nur schwächer. Das iranische Regime und seine Lobbyisten hofften, dass die neue US Administration schnell wieder in den Atomdeal von 2015 mit den Weltmächten zurückkehrt.


Doch bisher hat das Regime sein Ziel nicht erreicht und die Atomgespräche werden immer frustrierender. „Diese Situation in unserem Land, welches in einer Wirtschaftskrise ist und wo die Menschen an schwierigen Lebensbedingungen leiden, ist auch ein Ergebnis der Sanktionen.“, schrieb am Montag die staatliche Zeitung Mostaghel und nannte die Sanktionen als Wurzel des Übels der iranischen Krisen. Doch das iranische Volk hat sich in seinen Protesten stets gegen das Regime ausgesprochen und es als einzigen Grund für all die Krisen und die destruktive Politik des Iran ausgemacht.
Mostaghel vergießt Krokodilstränen für das Volk, sein wahres Problem ist jedoch die Sicherheit des Regimes. „Hinter den wirtschaftlichen Konsequenzen steht auch ein Sicherheitsrisiko auf der sozialen Ebene. Die Proteste während der Stromausfälle und die Volksproteste in Chuzestan bei der Wasserkrise sind einige Beispiele dafür“, heißt es weiter in dem Artikel.
Die Zeitung beschuldigt vor allem die rivalisierende Fraktion und schreibt, dass sie „die sozialen Bedingungen und Krisen ignoriert hat und so lange provozierte, bis die andere Seite reagieren musste.“. Das heißt im Grunde, dass Mostaghel bestätigt, dass die destruktiven Aktionen des Regimes zu der internationalen Isolation und den folgenden Sanktionen geführt haben.
„Anstatt auf die Dinge mit einem engen Blickwinkel zu schauen, ist es besser, die Dinge aus einer höheren Ebene zu betrachten. Die Gesellschaft versinkt in Inflation und die Menschen leiden im täglichen Alltag. Selbst viele Sympathisanten (des Regimes) sind in einer Falle und viele springen täglich zum Zug (des Regimes) ab. Der Erzfeind, die MEK, bleibt hier nicht still und er macht mit seinen gefährlichen Plattformen das Beste aus der Situation.“, schreibt Mostaghel und beschreibt damit die wahre Bedrohung für das Regime.
Die MEK kämpft seit 40 Jahren gegen das Regime und sie hat einen harten Preis mit dem Tod von 120.00 Mitgliedern und Sympathisanten gezahlt, die ihr Leben für die Freiheit gaben. In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen – trotz der systematischen Dämonisierung durch das Regime – den Weg zur MEK gefunden, vor allem junge Menschen, die sich in „Widerstandseinheiten“ organisieren.

Teheran, Ahvaz und Tabriz – Aktivitäten von Widerstandseinheiten und MEK-Anhängern zum Gedenken an die Opfer des Massakers von 1988 – 29. Juli 2021

Mostaghel nennt diese Kämpfer gegen die Tyrannei „gehirngewaschen“ und schreibt:“ Die MEK zieht die wütende Jugend mit seiner dunklen Ideologie durch Täuschung und Gehirnwäsche auf ihre Seite und verwandelt sie in Aufständische.“
Mostaghel schreibt auch über die Verzweiflung des Regimes gegenüber dem „Free Iran World Summit“ vom 10-12. Juni. Fast 1000 politische Vertreter nahmen an dieser Veranstaltung teil und forderten dort eine entschlossene Politik gegenüber dem Regime sowie einen „Freien Iran“.
„Die MEK konnte im Juli drei Tage lang eine Konferenz abhalten, bei der 1000 Politiker und Vertreter teilnahmen. Wenn sie die MEK und ihre Anführer unterstützen, dann nehmen sie eine harte Position (gegen das Regime) ein. Die MEK lud ein schräges Spektrum an Politikern ein, unter anderem den Republikaner Pompeo und den Demokraten Robert Menendez. Sogar der Ministerpräsident von Slowenien nahm an dieser globalen Konferenz teil und unterstützte die MEK in ihren Bemühungen gegen das System“, heißt es im Artikel von Mostaghel.

Während des Free Iran World Summit waren mindestens 1000 Mitglieder der MEK -Widerstandseinheiten mit dieser Veranstaltung verbunden. Auch sie machten ihre Unterstützung für den iranischen Widerstand und ihren Willen zum Kampf gegen das Mullahregime deutlich.
„Sie haben sich dort mit Hunderten Jugendlichen verbunden, die sie täuschen konnten und die nun in sogenannten „Widerstandseinheiten“ in verschiedenen Orten im Land agieren. Somit kann die MEK behaupten, dass sie eine wichtige Kraft im Iran ist“, schreibt Mostaghel weiter.
Die iranische Widerstandsbewegung hat die Entwicklungen im Iran für seinen Kampf um Freiheit und Demokratie genutzt und seine Mitglieder sind stolz darauf. Mostaghel schreibt dazu:“ Hat die MEK nicht in seiner Propaganda zum Chaos aufgerufen? Hat ihr Anführer nicht versucht, die sozialen Proteste in einen landesweiten Aufstand zu verwandeln, um das System zu stürzen? Haben die Geheimdienste nicht bestätigt, dass die MEK hinter den Unruhen in Chuzestan, Lorestan, Teheran und anderen Teilen des Landes steckte?“. Die Zeitung ergänzt:“ Hat der Feind nicht die aktuellen sozialen Bewegungen ausgenutzt, um seine Strategie (des Sturzes des Regimes) zu verfolgen?“

Mostaghel schließt mit den Worten, dass die Verhandlungen mit den Weltmächten den bevorstehenden Sturz verhindern könnten. Das ist falsch, denn 2018, als die erste Runde von Protesten im Iran ausbrach, waren die Sanktionen gegen das Regime aufgehoben. Das Regime ist schlicht und ergreifend nicht in der Lage, die Krisen der Menschen zu lösen, die es selbst kreiert hat. Das Regime wird daher die rebellische Gesellschaft niemals kontrollieren können.