Wednesday, December 7, 2022
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Iranischer Diplomat mit Bombe im Gepäck

Würden Sie einen kommerziellen Flug von Teheran nach Wien nehmen, wenn Sie wüssten, dass es eine starke Bombe an Bord gibt, ohne dass die Crew überhaupt etwas davon weiß? Und wenn Sie wüssten, dass sie aus einem halben Kilogramm TATP besteht, ein selbstgemachter Sprengkörper, der „sehr empfindlich auf Hitze, Erschütterung und einen Stoß“ reagiert, wie es Belgiens Einheit für Sprengstoffwesen (DOVO) festgestellt hat? Wahrscheinlich nicht, vor allem wenn Sie auch noch wüssten, dass die Bombe eine Woche später in Brüssel einen Anti-Bomben Roboter der Polizei zerstören und einen belgischen Polizeibeamten verletzen würde, der 100 Meter entfernt stand. Aber 240 Menschen an Bord eines Fliegers von Austrian Airlines wussten das bei einem Flug am 22. Juni 2018 von Teheran nach Wien nicht: eine solche Bombe war an Bord in einem Diplomatenkoffer im Besitz von Assadollah Assadi, dem dritten Rat in der Botschaft des iranischen Regimes in Wien. Assadi kehrte eiligst nach Wien zurück in einer tödlichen Mission, die er in Europa auszuführen hatte.
Sechs Tage später händigte Assadi in einem Pizza Hut Restaurant in Luxemburg die Bombe an zwei Agenten aus, die mit ihm seit 2012 zusammen arbeiteten. Er gab dem Paar auch 12 000 $ als Anzahlung für die Operation.
Zuvor hatte Assadi das Paar, Nasimeh Noami und Amir Saadouni, rekrutiert, um die iranische Oppositionsorganisation MEK auszuspionieren. Im März 2018 hatte Assadi den beiden bei einem kurzen Treffen in Salzburg in einem Zug mitgeteilt, er wünsche, dass von ihnen eine Feldoperation unternommen werde: ein Sprengstoffanschlag auf die große Versammlung der Iranischen Widerstandes in Villepinte im Norden von Paris am 30. Juni.
Das Hauptziel war Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran, von der angenommen wurde, dass sie bei der Versammlung sprechen werde. Dutzende hochrangiger Würdenträger waren ebenfalls anwesend.
Assadi nahm die Bombe mit in seinem Auto bei einer Fahrt von Wien nach Luxemburg mit seinen beiden Söhnen und seiner Frau. Für ihn als Experten für Sprengstoff war es nichts Ungewöhnliches, das Risiko auf sich zu nehmen, auch mit seiner Familie. Ihre Diplomatenpässe sollten ihn im Falle von Schwierigkeiten vor Inspektionen schützen. Nachdem er die Bombe an die beiden Agenten ausgehändigt hatte, wurde die glückliche Familie bei einer Passkontrolle der Luxemburger Polizei angehalten. Um Schwierigkeiten zu entgehen, zeigten sie ihre Diplomatenpässe vor.
Aber zwei Tage später, als die deutsche Polizei sie kurz vor der österreichischen Grenze anhielt, war das Spiel aus.
Die belgische Polizei hatte am 30. Juni das Paar festgenommen und ihre „Bombe“ war explodiert, als ein DOVO Roboter versucht hatte, sie zu entschärfen, kurz bevor sie das große Treffen erreicht hatte, die ihr Zielobjekt war.
Nachdem er frei durch verschiedene europäische Länder spaziert war, war der „Diplomat“ immer noch sicher, er käme davon, da er ja Diplomaten Status hatte. Die gleiche Illusion hegte das Außenministerium des Mullah Regimes. Javad Zarif, Außenminister des Mullah Regimes, tat die Affäre als eine Operation „unter falscher Flagge” von Leuten ab, die einen Keil zwischen Teheran und den Westen treiben wollten. Das Regime bezeichnete Assadis Haft als „von Grund auf illegal“.
Sie waren sich des Ergebnisses so sicher, dass sie die Botschafter aus Frankreich, Belgien und Deutschland in Teheran ins Außenministerium einbestellten, um offiziell gegen die Verhaftung ihres „Diplomaten“ zu protestieren. Der stellvertretende Außenminister der Mullahs sagte gegenüber den drei Botschaftern: „Der iranische Diplomat, der in Deutschland verhaftet worden war, sollte entsprechend den Artikeln der Wiener Konvention über Straflosigkeit freigelassen werden“.
Bei den deutschen Gerichten fanden solche Anträge aber kein Gehör. Zwei Monate lang durchliefen die Mullahs alle Instanzen der deutschen Justizhierarchie, um die Auslieferung Assadollah Assadis an Belgien anzufechten, aber ohne Erfolg. Assadi ging am 9. Oktober in die Hände der belgischen Justiz über, um vor Gericht gestellt zu werden.
Es brauchte mehr als zwei Jahre an Untersuchungen, um die verschiedenen Aspekte des Dramas ans Licht zu bringen. Am 27. November müssen Assadi, das Paar Saadouni-Noami und ein weiterer Komplize in Antwerpen in Belgien als Angeklagte vor Gericht stehen.
Das Mullah Regime hat die Spur der Beanspruchung „diplomatischer Immunität“ für seinen Diplomaten-Terroristen verfolgt. Als sie sahen, dass es nicht funktionierte, verlegten sie sich auf Drohungen.
Laut Reuters drohte Assadi bei der Vernehmung im März der belgischen Polizei. Er gab an, bewaffnete Gruppen im Irak, im Libanon, im Jemen und in Syrien ebenso wie im Iran seien an dem Ergebnis seines Falls interessiert und würden „im Hintergrund zuschauen, ob Belgien sie unterstützen werde oder nicht“.
Der Sprecher des Außenministeriums der Mullahs ging den gleichen Weg, als er sagte: „Wir betrachten die fehlende Respektierung des Diplomatenstatus Assadis und sein Gerichtsverfahren in Belgien als nicht hinnehmbaren Präzedenzfall. Wir betrachten alle Länder, die an diesem Fall beteiligt sind, als Verletzer unserer diplomatischen Rechte“.
„Der Sprecher lieferte auch seinen Teil an Drohung: „Wir behalten uns vor, das angemessen zu vergelten“.
Die freche und zugleich dumme Position des Mullah Regimes spiegelt die Konsequenzen einer in die Irre gehenden Politik wieder, die vom Westen mindestens drei Jahrzehnte lang gegenüber den Mullahs verfolgt wurde. Obwohl die Mullahs in der Vergangenheit Dutzende an terroristische Operationen gegen Dissidenten und die Interessen anderer Länder unternommen haben, verhaftete die Polizei zwar ihre „Diplomaten“, aber sie kamen nie vor Gericht. In allen Fällen wurde den Übeltätern erlaubt, durch die Finger der Justiz zu schlüpfen.
Dr. Kazem Rajavi, Repräsentant des Widerstands in der Schweiz wurde 1990 in Genf niedergeschossen von 13 Personen, die mit Diplomatenpässen ins Land gekommen waren und am nächsten Tag nach Hause entflohen. Zwei aus dieser Gang wurden 1991 in Frankreich verhaftet, aber von dort schickte man sie in den Iran trotz eines formellen schweizerischen Ersuchens um Auslieferung.
Die Botschaften der Mullahs in Italien, Deutschland, Österreich, Holland, dem VK, Skandinavien, der Türkei und in anderen europäischen Ländern befassen sich systematisch mit Terrorismus. Dennoch wurde bis zum heutigen Tag kein direkter Agent oder „Diplomat“ in irgendeinem Land vor Gericht gestellt.
Der Grund dafür, dass die Mullahs den Wandel nicht zu verstehen scheinen, ist der, dass sie sich an den drei Jahrzehnte langen Kotau so sehr gewöhnt haben, dass sie dazu tendieren, nicht zu verstehen, dass sich das Blatt jetzt gewendet hat.
Es ist dies ein Regime, das das Recht auf Immunität als Recht dafür gebraucht, Bomben in Passagierflugzeugen und auf Autobahnen mitzunehmen und sie dort zu platzieren, wo sie Dutzende unschuldiger Leben gefährden.
Der erste Schritt des Westens sollte es sein, unabhängig vom Gerichtsort die Rolle und die Handlungsfreiheit der Botschaften und offiziellen Repräsentanten der Mullahs in Europa einzuschränken. Die Diplomaten der Mullahs, angefangen mit Außenminister Javad Sarif, sollten auf Sanktionslisten gesetzt werden, die sie daran hindern, sich frei zu bewegen. Dies ist ein effizienter Weg, um Terrorismus zu unterbinden.