Sunday, January 29, 2023
StartNachrichtenAtomprogrammIranisches Atomprogramm schreitet fort; UN prüft neue Waffenpläne

Iranisches Atomprogramm schreitet fort; UN prüft neue Waffenpläne

Bloomberg – Von Jonathan Tirone
Der Iran könnte seit 2004 sein Atomprogramm voran getrieben haben, dies zeigen Informationen von Inspektoren, so die Atomenergiebehörde der UN. Die Kontrolleure der internationalen Atomenergiebehörde haben Dokumente aus verschiedenen Ländern erhalten, die zeigen, dass der Iran seit 2004 an der Weiterentwicklung von Atomwaffen arbeitet.

Die in Wien sitzende Behörde sagte dies in einem neun Seiten starken Bericht, der Bloombeg vorliegt. Die Inspektoren besitzen Dokumente über hochexplosive und elektronische Daten, sowie Informationen über Sprengköpfe in Raketen.

„Die Agentur ist weiter besorgt über die mögliche Existenz geheimer Nuklearaktivitäten, die militärischer Natur sind, darunter zählt auch die Entwicklung von atomaren Sprengköpfen in Raketen.“, heißt es in dem Bericht.

Der US Geheimdienstbeauftragte von Präsident Obama, James Clapper, sprach 2011 noch von „einer hohen Wahrscheinlichkeit“, dass der Iran nicht weiter in Richtung des Baus von Atomwaffen geht. Das sagte er bei einer Anhörung im Kongreß am 10.März. Ein anderer nationaler Geheimdienstbericht sagte bereits 2007, dass der Iran sein Atomwaffenprogramm seit 2003 gestoppt habe. 

Der Iran hat die Produktion von 20 % angereichertem Uran auf 56,7 kg erhöht, davon entfallen 43,6 kg auf die Anlage von Natanz, sagte die IAEA. Der Iran hat insgesamt 4.105 kg unter 5% angereichertes Uran, beim letzten Bericht der IAEA waren es 3.606 kg

Iranische Atomaktivitäten
„Das Wissen der Agentur über die iranischen Anreicherungsaktivitäten ist weiterhin sehr schmal.“, sagte die IAEA. „Die Agentur ist nicht in der Lage, klar zu belegen, dass es kein undeklariertes Material und geheime Aktivitäten gibt.“

Das iranische Atomprogramm führte zu vier Sanktionsrunden, weil es Sorgen gibt, dass Atomwaffen entwickelt werden. Der Iran hat das zweitgrößte Gasvorkommen. Er behauptet, die Urananreicherung nur für Atomreaktoren zu benutzen.

Die im Iran befindlichen Zentrifugen für die Urananreicherung bleiben bei unverändert 8.000 seit dem letzten Bericht der IAEA. Sie werden für den Bau von Atomwaffen, aber auch für Kernkraftwerke gebraucht.

630 kg des niedrig angereicherten Urans könnten zu 15-22 kg atomwaffenfähiges Uran aufbereitet werden, aber es benötigt auch genügend Experten, die dies zu überwachen und zu kontrollieren. Das sagt das in London sitzende Zentrum für Information, Überprüfung und Training, eine Nicht-Regierungsorganisation. Die IAEA wird von europäischen Regierungen finanziert.

Der IAEA Direktor Yukiya Amano wird den Bericht am 6.Juni auf der Gouverneursratssitzung der 35 Mitgliedsstaaten in Wien vorstellen.