Wednesday, November 30, 2022
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Kanada über Schicksal von Umweltaktivistin im Iran “sehr besorgt”

Die kanadische Regierung sagte, dass sie „sehr besorgt“ über die fortgesetzte Inhaftierung der Umweltaktivistin Niloufar Bayani ist, der nun wegen verschiedener vager Anklagen im Bericht der Sicherheit die Todesstrafe droht.

Am Freitag sagte der Sprecher für globale Angelegenheiten in Kanada, Richard Walker, dass die kanadische Regierung „sehr besorgt“ über die Inhaftierung von Bayani ist und dass „der Iran für ihre Verletzung von Menschen- und demokratischen Rechten verantwortlich ist.“

Bayani ist zur Zeit im Evin Gefängnis inhaftiert. Sie wurde im Januar von den iranischen Revolutionsgarden – zusammen mit anderen acht Umweltaktivisten – verhaftet. Diese hatten versucht, den gefährdeten asiatischen Gepard mit Hilfe von Kameras mit Bewegungsmelder zu beobachten.

Die Verhaftungen wurden von Wissenschaftlern, Umweltgruppen und Menschenrechtsaktivisten verurteilt. Die berühmte Jane Goodall war eine von 350 Naturschützern, Lehrern und Wissenschaftlern aus 70 Ländern, die zu einer „fairen und gerechten“ Behandlung der inhaftierten Personen aufriefen.

Die Kollegen und Freunde von Bayani, vor allem diejenigen, die sie aus der Arbeit an der Mc Gill Universität und beim UN Programm für Umweltschutz in Genf kennen, haben ebenfalls ihre Inhaftierung kritisiert und die Öffentlichkeit für Kampagnen zu ihrer Freilassung sensibilisiert. Anthony Ricciardi, ein Biologe der McGill Universität, dessen Assistentin Bayani war, erklärte, dass er „über ihre Sicherheit besorgt ist“.

Diese Sorge ist leider auch berechtigt. Professor Kavous Seyed-Emami (63), ein iranisch – kanadischer Leiter der Persian Wildlife Heritage Foundation, für die auch Bayani arbeitet, wurde ebenfalls zusammen mit ihr verhaftet. Er starb unter fragwürdigen Umständen im Evin Gefängnis drei Wochen nach seiner Verhaftung,. Die Vertreter des Regimes sagten, es sei Selbstmord gewesen, doch seine Familie und die UN wollen eine unabhängige Untersuchung dieses Falls.

Die Revolutionsgarden sagten, dass die Beobachtung des Gepard nur ein Deckmantel für Spionage im Auftrag der USA und Israel gewesen sei. Und selbst nachdem das iranische Parlament dafür keine Anhaltspunkte sah, blieben die Umweltaktivisten in Haft. Nun sind fünf von ihnen wegen „Verbreitung von  Verderben auf der Erde“ angeklagt, was mit dem Tode bestraft wird. Doch es gibt keine Beweise für diese Theorie.

Ricciardi sagte:“ Sie sind Feldforscher und besonders in diesem Fall wollten sie eine gefährdete Art beobachten. Wenn man ein seltenes Tier finden will, dann muss man den ganzen Tag warten und vorsichtig sein, weil man sonst das Tier verschreckt. Dafür sind solche Kameras elementar wichtig.

Die Wahrheit hinter all dem ist, dass die Umweltfragen im Iran eine politische Frage geworden sind. Die Menschen versuchen, deutlich zu machen, wie sehr das Regime die Umwelt missachtet und damit das Leben der Menschen gefährdet. Das Regime kann sich nicht leisten, dass auch noch wegen diesem Thema Proteste ausbrechen.

Ricciardi sagte:“ Bayani wusste, welch Risiko die Arbeit im Iran bedeutet, doch sie hat es dennoch getan. Das war mutig. Es wundert mich nicht, dass sie dieses Risiko eingegangen ist, weil sie eine überzeugte Umweltaktivistin ist.“

Human Rights Watch berichtete, dass die Umweltaktivisten keinen Zugang zu Anwälten ihrer Wahl erhalten haben und dass es bis heute kein konkretes Verhandlungsdatum gibt.