Tuesday, February 7, 2023
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Katharina Landgraf: „Frauenfeindlichkeit ist im Iran institutionalisiert und legalisiert“

Katharina Landgraf, Mitglied des Deutschen Bundestages von der CDU/CSU-Fraktion, sprach auf der Video-Onlinekonferenz des Deutschen Solidaritätskomitees für einen freien Iran (DSFI) am 18.11.. Diese Konferenz fand anläßlich des Jahrestages der landesweiten Bürgerproteste im Iran (Novmeber 2019). Hier lesen Sie den Text ihrer Rede:

>>Liebe iranischen Freunde,
liebe engagierte Frauen in Ashraf 3,
liebe Schwestern aus dem Iran, die jetzt in der ganzen Welt leben,
ich grüße Sie aus dem Deutschen Bundestag.
Ein Jahr nach den Bürgerprotesten im November 2019 blicken wir auf die Situtaion im Iran.
Bei allen aktuellen Entwicklungen im Iran erstaunt die aktive Rolle der Frauen jeden Beobachter. Eure starke Teilnahme an den Bürgerprotesten und Euer Widerstand in den berüchtigten Gefängnissen des frauenfeindlichen Regimes der Mullahs im Iran ist bewundernswert. Ich habe Euch bei diversen Versammlungen des iranischen Widerstandes erlebt. Ihr seid wirklich die Stimme der unterdrückten Frauen im Iran.
Ich habe großen Respekt davor, dass ihr als emanzipierte Frauen die Führung der größten iranischen Oppositionskraft verantwortungsbewußt tragt.
Und ich weiß, dass Frauenfeindlichkeit im Iran institutionalisiert und legalisiert ist. Es ist unfassbar, dass allein 27 offizielle Organe mit der Unterdrückung von Frauen beschäftigt sind. In der Rohanis Amtszeit sind bisher laut authtentischen Berichten fast 110 Frauen hingerichtet worden.
Kürzlich wurde ein Fotografin und Filmemacherin ins Gefängnis gesteckt, weil sie einen Dokumentarfilm über Säure-Attacken gegen Frauen gedreht hat. Oder einer Ärztin wurde ihre Arbeiterlaubnis per Gerichtsbeschluss entzogen, weil ihr Ehemann gegen ihre Berufsausübung ist. Es gibt mit Sicherheit Tausende solche Fälle in einer Gesellschaft unter der Herrschaft der Islamisten.
Ich bin sehr froh, dass ich im März 2010 Präsidentin Maryam Rajavi in einer Veranstaltung bei ihrem Berlin-Besuch getroffen habe, welche unter Motto stand: „Frauen, die Kraft des Wandels im Iran“. Ich fand Frau Rajavi trotz all des Leides, was sie erlebt hat, als eine starke Frau, die für die Frauenbewegung überall inspirierend ist.
Sie hat einen 10 – Punkte Plan über die Rechte der Frauen verfasst, der wegweisend ist. Sie ist nicht nur eine Frau an der Spitze, sondern sie überzeugt uns alle von der Notwendigkeit der Teilhabe von Frauen an der politischen Führung. So ebnete sie den Weg für viele Frauen in ihrer Bewegung, und ich muss sagen, dass die Gleichstellung von Mann und Frau ist in jedem Land ein Garant für nachahltige Demokratie und daran müssen wir auch in Deutschland arbeiten.
Als eine Christin und Mutter von vier Kindern und neun Enkelkindern hoffe ich auf eine Zukunft, wo alle Muslime, Christen, Buddisten und Anhänger anderer Glaubensrichtungen friedlich zusammenleben können. Daher ist die Präsenz von Frauen wie Sie, die an einen toleranten Islam glauben, unheimlich wichtig. Das ist die Alternative zum fundamentalistischen Islam. Und das ist eine klare Antwort auf die brutalen Fundamentalisten, die im Namen Gottes Blutvergießen rechtfertigen.
Ich fühle mich an der Seite von 1000 Frauen in Ashraf 3 in Albanien und bedauere sehr, dass wir uns aufgrund der Corona-Entwicklung nicht persönlich treffen können.
Ich schätze Euren Einsatz sehr. Seht mich an Eurer Seite zu einem freien Iran.
Bleibt gesund.
Danke<<