Tuesday, June 18, 2024
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Khalilzad: Iran soll Waffen liefern

Scharfe Kritik des amerikanischen Botschafters im Irak

NZZ – Der amerikanische Botschafter im Irak hat Iran mit ungewohnt deutlichen Worten beschuldigt, Waffen an Aufständische im Irak zu liefern. Iran bilde zudem Extremisten aus, sagte der US- Botschafter in Bagdad, Zalmay Khalilzad, am Montag.

Iran habe es zum Teil seiner Politik gemacht, mit Militanten zusammenzuarbeiten, extremistische Gruppen auszubilden und sie mit Waffen zu versorgen, «direkt oder indirekt», sagte der höchste amerikanische Diplomat im Irak.

Den jüngsten Aufruf des iranischen Aussenministers, Grossbritannien solle seine Truppen aus der südirakischen Stadt Basra abziehen, nannte er eine «unerwünschte Einmischung». Teheran spiele eine negative Rolle im Irak, sagte Khalilzad.

Frühere Vorwürfe aus London

Im Oktober hatte bereits Grossbritannien Iran vorgeworfen, Rebellen im Süden des Iraks mit hochwertiger Ausrüstung beliefert zu haben, die zuvor von der libanesischen Hizbullah-Miliz benutzt worden sei.

Die USA und Grossbritannien hegen den Verdacht, die Regierung in Teheran unterstütze sunnitische Rebellen im Irak. Iran, wo der schiitische Islam Staatsreligion ist, weist diesen Vorwurf zurück.

Mehrere Anschläge

Im Irak sind am Montag bei mehreren Anschlägen über ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Allein bei einem Selbstmordanschlag in einem Bus im Bagdader Schiitenviertel Kadhimija starben laut Innenministerium zwölf Menschen, neun wurden verletzt.