Thursday, December 1, 2022
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Landwirtschaft von Überschwemmung dezimiert

Die derzeitige Überschwemmung im Iran hat der iranischen Landwirtschaft Schäden in der Höhe von Millionen Dollar zugefügt, gab ein Amtsträger am Donnerstag an.

Der Chef für das Krisenmanagement im Ministerium für Landwirtschaft Mohammad Mousavi schätzt, dass die Verluste im landwirtschaftlichen Sektor bisher mit 47 Billionen Rial (etwa 350 Millionen $) zu beziffern seien.

Damit beantwortete er eine Frage des Parlamentssprechers Ali Larijani, der sich erkundigt hatte, ob die Finanzen der Regierung ausreichten für eine Entschädigung für Gemeinden und Bauern.

Die iranische Regierung hatte ihren Bürgern – besonders den Bauern – zuvor geschworen, dass sie für ihre Verluste entschädigt würden, aber Larijani wandte ein, dass das Budget für das Neue Jahr die Schäden nicht abdecken werde und dass die Regierung andere Quellen suchen müsse. Das derzeitige Budget ist jetzt schon durch die fallenden Öleinkünfte infolge der US Sanktionen überbeansprucht.

Grob geschätzt sind es 1900 Städte und Dörfer in mindestens 26 der 31 iranischen Provinzen, die von den  Wassermassen seit März 2019 betroffen sind. Von Leuten vor Ort werden mehr als 200 Tote gemeldet, die Hilfsorganisationen mühen sich ab und Hunderttausende wurden evakuiert ohne angemessenes Unterkommen. Viele Straßen sind vom steigenden Wasser, von Schlamm- und Gerölllawinen blockiert und Flüge und Zugverbindungen sind auch betroffen.

Präsident Hassan Rohani wurde beschuldigt, die Notmaßnahmen schlecht zu verwalten und mehrere Minister wurden am Sonntag im Parlament vorgeladen, um zu erklären, warum es keine vorbeugenden Maßnahmen zur Lebensrettung gebe.

Die Revolutionsgarden erklärten, sie „nutzten alle ihre Kräfte“, um die Schäden in der ölreichen Südwestprovinz Chusistan zu minimieren, während Bohrfirmen und andere Energieunternehmen ihre Pumpen zur Beseitigung der Wassermassen einsetzten. Dabei muss aber erwähnt werden, dass es diesen Instituten mehr um den Schutz der Ölquellen geht.

US Außenminister Mike Pompeo kritisierte am Dienstag Teherans Krisenbehandlung: „Die Überschwemmung zeigt einmal mehr das Maß an Missmanagement des iranischen Regimes bei der Stadtplanung und Notfallvorsorge“.

Das Regime versucht, die USA verantwortlich zu machen, deren Sanktionen der Grund dafür seien, dass der Iran so sehr mit den Schwierigkeiten kämpfen müsse. Dabei wird jedoch geflissentlich übersehen, dass der Iran das Budget für Hilfsmaßnahmen beschnitten und das Geld eher den Unterdrückungskräften hat zukommen lassen.

Das Internationale Rote Kreuz und der Rote Halbmond haben etwa 500 000 Schweizer Franken (500 000 US $) für 3 000 iranische Familien bereitgestellt, die ihre Behausungen und ihre Habe in den Fluten verloren haben. Wie man sich aber vorstellen kann, reicht das nicht hin.