Saturday, December 3, 2022
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Luftabwehr: Türkei sucht Schutz vor iranischen Raketen

Luftabwehr: Türkei sucht Schutz vor iranischen Raketen Von Gerd Höhler

Handelsblatt – ANKARA – In der Türkei wächst die Sorge vor einer militärischen Eskalation des Atomstreits mit Iran. Die Regierung in Ankara will deshalb die bisher vernachlässigte Luftabwehr stärken. Zugleich bemüht sich die Türkei, Teheran zum Einlenken zu bewegen.

Ein Komitee unter Vorsitz von Ministerpräsident Tayyip Erdogan gab Ende vergangener Woche grünes Licht für die Beschaffung neuer Ra-keten-Abwehrsysteme, bestätigten jetzt Kreise des türkischen Verteidigungsministeriums. Geplant ist der Kauf von zunächst vier Abwehrbatterien, die dem Schutz strategisch wichtiger Objekte vor feindlichen Boden-Boden-Raketen dienen sollen. Die Staudämme und Wasserkraftwerke an Euphrat und Tigris in der Südosttürkei, aber auch die Hauptstadt Ankara und die Wirtschaftsmetropole Istanbul liegen innerhalb der Reichweite iranischer Raketen des Typs „Shahab 3“ (Sternschnuppe).

Parallel zu den Rüstungsplänen bemüht sich die Türkei um eine diplomatische Lösung des Atomstreits. Erdogan appellierte bereits mehrfach an Teheran, eine „maßvolle und vernünftige Haltung“ zu zeigen.