Sunday, January 29, 2023
StartNachrichtenWiderstandMit "eklatanten Lügen" hofft Teheran, die öffentliche Empörung über das Coronavirus einzudämmen

Mit “eklatanten Lügen” hofft Teheran, die öffentliche Empörung über das Coronavirus einzudämmen


Proteste im Iran – November 2019
Mitte März lobte der Präsident des iranischen Regimes seine Regierung für ihre angebliche Transparenz in Bezug auf den Ausbruch des Coronavirus. „Wir erfuhren am 19. Februar, dass das Coronavirus da war”, erklärte er. „Das wurde der Bevölkerung dann mitgeteilt. Wir zögerten nicht einen Tag damit“. Wie der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) feststellt, ist dies ein Teil des Musters von „offenen Lügen” des Regimes und besonders Rohanis. Dieses Muster setzt sich deutlich fort bis zum heutigen Tag und es gehören dazu offizielle Schätzungen des Gesundheitsministeriums, die die Zahl der tödlich verlaufenen Covid-19 um Zehntausende zu niedrig ansetzen.
Der NWRI hat die tatsächliche Zahl der Todesfälle seit der Offenlegung am 19. Februar aufgezeichnet. Die Zahl der Fälle, die der iranische Widerstand zu der Zeit nach Berichten berechnet hat, deutete auf einen Ausbruch hin, der schon seit einiger Zeit aktiv war. Dies wurde später bestätigt, als die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) in den Besitz von Dokumenten der Nationalen Notstandsorganisation gelangte, in denen einige Fälle mit dem Verdacht auf eine Coronavirus Infektion auf fast einen Monat vor der Bekanntgabe des Regimes datiert waren.
Spätere Offenlegungen eines früheren Mitglieds der Arbeitsgruppe zum Coronavirus im Gesundheitsministerium bestätigten den Wahrheitsgehalt dieser Dokumente und zeigten zugleich ein neues und viel höheres Ausmaß der Verleugnung durch das Regime auf. Laut Dr. Mohammad Reza Mahboubfar könnte die Ausbreitung des Coronavirus schon im Dezember im Iran begonnen haben, wodurch er zu einem der ersten Länder außerhalb Chinas gehören würde, die betroffen waren. Damit wurden Raten der Infektion und der Sterblichkeit wirksam, die das Regime verzweifelt vertuschen möchte.
Ein solches frühes Datum des Beginns des Ausbruchs im Iran ist sicherlich plausibel, weil Verbindungen zwischen dem iranischen Regime und China in den letzten Jahren heftig zugenommen haben. Teheran verlässt sich mehr und mehr auf China als wirtschaftliche Rettungsleine und das Reisen zwischen den beiden Ländern hat parallel dazu zugenommen. Mehr noch, das iranische Regime gab seinen Interessen Vorrang vor dem Leben der Menschen. Die fehlende Bereitschaft, eine bestehende Politik zu ändern, führte zu der frühen Weigerung des Regimes, diese Reisetätigkeit zu beschränken. Auch nach der Schließung der Grenzen setzt Mahan Air seine Flüge nach und aus China auf Geheiß der Revolutionsgarden (IRGC) fort.
Das war nur einer der verheerenden falschen Schritte der Behörden des Regimes. Es wäre vielleicht möglich gewesen, die Gefahren zu meistern, die mit dem Akzeptieren potentieller Infektionsquellen einhergingen, wenn die iranischen Amtsträger, wie es scheint, nicht auch dem Weg einer Maximierung gefolgt wären. Dies wurde deutlich nach der Bekanntgabe des Ausbruchs am 19. Februar, als die gleichen Behörden, die die Bekanntgabe machten, sich nicht auch ihren Kollegen angeschlossen hätten bei der Aufforderung an das gesamte Volk, sich an ihren Scheinwahlen zwei Tage später zu beteiligen.
Verzweifelt bestrebt, eine große Wahlbeteiligung zu bekommen, erklärte der Oberste Führer des Regimes Ali Khamenei, dass eine solche Teilnahme als religiöse Pflicht zu betrachten sei. Auch wenn die Wähler keine der Alternativen auf dem Wahlzettel als im Einklang mit ihren Interessen ansehen würden, sollten sie doch an den Wahlurnen erscheinen, um ihre Unterstützung für das Regime als Ganzes zu zeigen. Die Antwort der Bevölkerung war klar genug: die Mehrheit hielt sich nicht an den Appell der Mullahs, so dass es zu der geringsten Wahlbeteiligung seit 1979 kam. Aber auch für die Unterstützer des Regimes, die sich beteiligten, ergriffen die Behörden keine Gegenmaßnahmen wie Abstandhalten und Hygiene und boten auch ihren eigenen Agenten keinerlei Anleitung dafür an, die Krankheit zu vermeiden, die angeblich zwei Tage zuvor im Land angekommen war. Deshalb wurden viele dieser Leute zu Trägern des neuartigen Coronavirus und verbreiteten ihn im ganzen Iran.

Wie viel auch immer die Abhaltung der Wahlen zur Verbreitung des Coronavirus beigetragen haben mögen, so verblasst das im Vergleich zu den vorherigen Bemühungen des Regimes, die Menschen im ganzen Land in großer Zahl zusammenzubringen. Im Februar lag auch der Jahrestag der Iranischen Revolution, den das Regime üblicherweise als Gelegenheit nutzt, um sorgfältig inszenierte Darbietungen der öffentlichen Unterstützung für das Regime zu veranstalten. Angestellte der Regierung werden routiniert angestiftet, an den öffentlichen Feierlichkeiten teilzunehmen, während das Regime andere davon zu überzeugen versucht, sich an diesem Karneval zu beteiligen, indem sie ihnen freie Reisen und andere Anreize anbieten, um vor den Kameras der staatlichen Medienkanäle zu erscheinen. Dieses Jahr bildete da keine Ausnahme, obwohl sich die Behörden der schleichenden Bedrohung durch Covid-19 bewusst waren.
Der Jahrestag des Regimes könnte sogar ein wichtiger Grund dafür gewesen sein, dass Teheran sich mit der öffentlichen Bekanntgabe zurückhielt. Ein inszeniertes Bild der Unterstützung für das Regime war allemal wichtiger nach zwei landesweiten Aufständen, die die Unterstützung für einen Regimewechsel in der Bevölkerung demonstrierten – einer im Januar 2018 und ein zweiter im November 2019. Aber nach den Weigerungen, der letztendlichen Offenlegung und dem darauffolgenden schnellen Steigen der Infektionszahlen und der Todesfälle haben Amtsträger damit angefangen, einander vor der Möglichkeit von weiteren verbreiteten Aufständen zu warnen, wobei die MEK und ihre Widerstandseinheiten vorne an stehen.
hamenei räumte ein, dass die PMOI die treibende Kraft hinter den früheren Aufständen war und hielt später eine Rede vor den Basidsch Milizen, die sich als Studenten ausgaben, in der er sie aufforderte, sich den Botschaften der PMOI entgegenzustellen, bevor sie irgendeine zukünftige Demonstration auf dem Campus überrollen können. Dies war nur eine der vielen Bekundungen von Amtsträgern an der Spitze des Regimes, die auf die zunehmenden Erwartungen von anhaltender und starker öffentlicher Unruhe hinweisen. Man kann annehmen, dass solche Erwartungen nur noch stärker werden, wenn mehr Iraner auf den wenig heilsamen Beitrag reagieren, den Teheran auf die Coronavirus Pandemie hatte.
Es gibt wenig, was das Regime tun kann, um solche Folgewirkungen abzuwehren, außer dem Leugnen der Schwere der Krise und dem Darstellen der eigenen Reaktion als verantwortlich und wirkungsvoll. Aber dieses Narrativ wird nicht lange überleben. Es wurde bei jedem einzelnen Schritt vom Iranischen Widerstand widerlegt, der seinerseits zahlreiche Iraner mit dem Wissen aus erster Hand darüber zitiert hat, wie viel Leiden passiert ist, über das sich die Behörden hinweggesetzt haben. In diesem Zusammenhang sollten internationale Medienkanäle damit aufhören, die offiziellen Schätzungen wiederzugeben, mit denen das Regime sich selbst bedient und die vorgetäuscht sind.
Die neuesten Bekanntmachungen des Gesundheitsministeriums des Regimes setzt die gesamte Zahl der Todesfälle bei unter 22 000 an. Der NWRI hat unterdessen gemeldet, dass die Zahl die 100 000 überschritten hat. Das bedeutet, dass die Zahl der Todesfälle innerhalb von fünf Monaten um den Faktor Fünf zugenommen hat, während Teheran in dieser Zeit alles unternommen hat, um vorzuspiegeln, die Krise sei gut unter Kontrolle.

 

Das iranische Volk wird auf diese Täuschungen nicht hereinfallen und die internationale Gemeinschaft sollte das ebenso wenig tun. Der Iranische Widerstand berichtet über einen enormen Meilenstein im iranischen Segment der globalen Pandemie. Statt dem iranischen Regime zu erlauben, COVID-19 als ein Werkzeug zu benutzen, um die unruhige iranische Gesellschaft stillzustellen, muss die internationale Gemeinschaft die Täuschung der Mullahs zurückweisen und das Ausmaß der Katastrophe durch COVID-19 im Iran anerkennen.
Wie die gewählte Präsidentin des NWRI Frau Maryam Rajavi mehrfach gesagt hat, sollte die Weltgesundheitsorganisation bei der Krise eingreifen und noch immer mehr Todesfälle verhindern.