Saturday, February 4, 2023
StartNachrichtenMenschenrechteMohammad Hossein Barzmehri, Mitglied der PMOI und Bewohner Libertys, wegen mangelnder medizinischer...

Mohammad Hossein Barzmehri, Mitglied der PMOI und Bewohner Libertys, wegen mangelnder medizinischer Betreuung verstorben

Transport der medizinischen Grundausstattung der Bewohner wird verhindert – trotz wiederholter Anträge an die irakische Regierung, die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten

Am Samstag, den 13. April 2013, starb Mohammad Hossein Barzmehri, Ing., ein Bewohner Libertys, in der irakischen Klinik. Er wurde um 7. 45 Uhr plötzlich ohnmächtig; seine Freunde brachten ihn sofort in die irakische Klinik des Lagers.

In dieser frühen Zeit war die Klinik darauf in keiner Weise vorbereitet. Der Generator war abgeschaltet; von den elektrischen Geräten funktionierte keines. Die Bewohner schalteten sofort den Generator an und brachten den Patienten in die Intensivstation. Doch dort waren weder Geräte zur künstlichen Beatmung noch zum Elektroschock vorhanden. Sie brachten diese von der Ambulanz der Klinik in die Intensivstation, doch sie funktionierten nicht. Am Ende starb der Patient aus Mangel an medizinischem Gerät. Ein irakischer Arzt der Klinik erklärte, die Todesursache sei ein Schlaganfall gewesen. Ärzte der PMOI in Liberty glauben jedoch, die Ursache seines Todes sei jener des Todes von Bardia Mostofian ähnlich gewesen: Belastung und extremer Druck in Liberty. Nach dem Raketenangriff war er 34 Tage lang an der Seite von Hamid Rabie, um ihn zu retten, bis zu seinem Tod, doch wegen der Nachlässigkeit von Kobler und seiner Frau, der deutschen Botschafterin im Irak, fand dessen Transport nach Deutschland, wo er das Recht auf unbegrenzten Aufenthalt besaß, nicht statt.

Mohammad Hossein Barzmehri, 61 Jahre alt, Ingenieur mit Diplom von der Universität der Vereinigten Staaten in Washington DC, lebte fast 30 Jahre lang in den Reihen der „Organisation der Volksmojahedin des Iran“, um für die Freiheit des iranischen Volkes zu kämpfen. Er ist das 13. Mitglied der PMOI, das wegen der medizinischen Blockade starb. Vor ihm starb Mansour Koufe’i, am Dienstag, den 13. März, ebenfalls wegen gänzlichen Mangels an medizinischer Ausrüstung in der irakischen Klinik. Am 24. Dezember 2012 wurde Behrouz Rahimian wegen medizinischer Vernachlässigung zum Märtyrer. Während des Raketenangriffs am 9. Februar geschah von seiten der irakischen Klinik überhaupt nichts. Mehdi Abed wurde während des Angriffs verletzt und starb wegen fehlender medizinischer Versorgung auf dem Weg ins Krankenhaus. Er hatte 2 ½ Stunden auf den Transport warten müssen.

Der Nationale Widerstandsrat des Iran sagte in seiner Erklärung am 15. März 2013: „Auf der einen Seite verweigert man den Bewohnern Libertys jegliches Minimum an medizinischer Versorgung – die sie in Ashraf besaßen, doch die Regierung des Irak verbietet ihren Transport nach Liberty; auf der anderen Seite fehlen auch in der irakischen Klinik von Liberty die wichtigsten Apparate, vor allem die zur Behandlung von Notfällen benötigten; die Bewohner haben keinen freien Zugang zu ärztlicher Behandlung.

Dieser Klinik fehlen ein Beatmungsgerät, ein Laryngoskop, eine Endotracheal-Röhre, ein Elektroschock-Gerät, Adrenalin- und Zantac-Spritzen, eine IVG-Röhre, ein CV-Linen Set und viele andere Dinge, über die sonst jede kleinste Klinik verfügt.“

Am 26. März wies der Vertreter der Lagerbewohner während einer Sitzung der Lagerleitung in der Gegenwart von Vertretern der UNAMI und einem Vertreter des Premierministers erneut auf den Mangel an medizinischer Ausrüstung hin. Der Vertreter der irakischen Regierung nahm die Mängelliste entgegen und erklärte, das Gesundheitsministerium werde sich darum kümmern. Am 1. April schickten die Bewohner erneut eine Mängelliste, bezogen auf die Intensivstation, an die UNAMI, und äußerten sich auch darnach regelmäßig zu dieser Sache, doch bisher ist nichts geschehen.

Kobler hat lügnerisch versucht, die irakische Klinik als gut ausgestattet hinzustellen. Die von ihm geleitete UNAMI schrieb im Dezember des vorigen Jahres in einem gänzlich falschen Bericht: „In Camp Liberty ist eine medizinische Einrichtung mit einem irakischen Arzt vorhanden. Krankenwagen sind rum um die Uhr in Bereitschaft. …“ Am 6. Februar behauptete Kobler unverschämt in einem Brief: „Manchmal sind sich die Bewohner Libertys über die von der irakischen Klinik gebotene medizinische Unterstützung nicht im klaren. … Sie glauben, die Regierung des Irak beschränke die medizinische Versorgung. … Ich möchte Sie bitten, dafür zu sorgen, daß alle Bewohner über die medizinischen Möglichkeiten, die der Irak bietet, informiert werden.“

In Anbetracht der medizinischen Situation in Camp Liberty – namentlich der wegen der verkommenen Infrastruktur erhöhten Luftverschmutzung – nehmen Fälle von Virus-Fieber und Augenentzündung zu. Die Zahl der Patienten, die an Virus-Infektion leiden, beträgt jetzt 900; an Augenentzündung leiden 450.

Der iranische Widerstand betont: Die über die Bewohner Libertys verhängte medizinische Blockade ist ein besonders deutlicher Fall von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Täter und jene, die sie begünstigten, müssen dafür vor Gericht gestellt werden. Der iranische Widerstand ruft die Vereinigten Staaten und die Vereinten Nationen auf, die unmenschliche medizinische Blockade in Liberty umgehend zu beenden und den Transport medizinischen Gerätes von Ashraf nach Liberty sowie den Zugang der Bewohner zu medizinischer Behandlung im Irak auf ihre Kosten zu ermöglichen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

13. April 2013