Saturday, November 26, 2022
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Mutter von hingerichtetem Lehrer dankt

Mother of executed teacher thanks Iranians and protestors for denouncing executionsSie dankt Iranern und Demonstranten für das Anprangern der Hinrichtungen
NWRI – Die Mutter von Farzad Kamangar, einem kurdischen Lehrer, der am 9. Mai in Teherans berüchtigtem Evin-Gefängnis zusammen mit vier anderen politischen Häftlingen vom iranischen Regime hingerichtet worden war, sandte eine Botschaft an alle Organisationen und Persönlichkeiten, die versucht haben, das Leben ihres Sohnes zu retten und später diese grausame Hinrichtung auch verurteilten. In einem Teil des Briefes richtet sich Frau Kamangar an die freiheitsliebenden Menschen im Iran: „Grüßt bitte in meinem Namen alle Organisationen, Gruppen und Achtung gebietenden freiheitsliebenden Persönlichkeiten sowie alle Menschen in der ganzen Welt, die versucht haben ihn [ihren Sohn] aus dem Gefängnis zu befreien, die protestierten, Briefe schrieben und dann nach dem Tod von Farzad ihre Solidarität von nah und fern bekundeten. Ich weiß, was die Menschen taten und wie hart sie um sein Leben kämpften. Bitte, grüßt sie alle herzlich und unaufhörlich. Ich vermute, dass alle diese Menschen auf dem Weg von Farzad weiter machen. Ich bin jetzt die Mutter von Tausenden Farzads. Ich habe wiederholt, dass Farzad nicht nur mein Sohn, sondern der Sohn aller Iraner war.

Im Nordwesten, in Orumieh und Eshnavieh, weigerten sich Klassen aus Protest gegen die Hinrichtung und die Übergabe der Leichname von fünf politischen Gefangenen am Unterricht teilzunehmen. Am Dienstag, dem 18. Mai 2010, nahmen mehr als 50 Prozent der Schüler und Studenten in Orumieh nicht am Unterricht teil. In Eshnavieh, waren mehr als 75 Prozent der Schulen, darunter die Ferdow High School, die so genannte Motahari High School und die Haj Rasoolin High School geschlossen.
Die Studenten der Bu Ali Sina Universtität in Hamedan im Westen des Landes hängte Fotos von den fünf hingerichteten politischen Häftlingen vor der Wissenschaftsabteilung auf, ehrten sie mit einer Zeremonie und entzündeten Kerzen.

Politische Gefangene im Block 350 des Evin-Gefängnisses protestierten auf ihre Art gegen die Hinrichtung von Farhad Vakili, der mit ihnen im Block gefangenen gehalten worden war. Am Montag und Dienstag, dem 10. bzw. 11. Mai, waren sie im Hungerstreik und forderten im Hof des Gefängnisses „Tod dem Diktator“. Danach wurden einige Häftlinge nach Karaj in das Gohardasht- und das Pardis-Gefängnis verlegt.

Zahlreiche weibliche politische Häftlinge des Evingefängisses schrieben ebenfalls einen Brief, in dem sie Shirin Alam-Houli ehrten und den Familienangehörigen der verstorbenen Häftlinge kondolierten. In dem  Brief steht: „Shirin wurde hingerichtet, obwohl ihre Vernehmung und ihr Prozess illegal und mit schwerer physischer und psychischer Folter verbunden waren.“