Saturday, December 3, 2022
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NEW YORK POST: Washingtons tödlicher Verrat an iranischen Rebellen

New York Post

Von Linda Chavez

Das Sterben von Flüchtlingen im Mittleren Osten ist sosehr alltäglich geworden, dass es in den Vereinigten Staaten selten auf die Titelseiten gelangt. Dennoch sollte das Sterben von 23 Flüchtlingen bei einem Raketenangriff im Irak am 29. Oktober eine Ausnahme sein.

Die USA haben sich bereit erklärt, diese besonderen Flüchtlinge zu schützen, sie haben es jedoch wieder und wieder unterlassen. Der Vorfall ist nur ein weiteres Beispiel der inkompetenten Außenpolitik der Obama Administration, besonders wenn es sich um den Iran handelt.

Der Angriff hat sich ereignet in Camp Liberty, einem früheren Lager des US Militärs bei Bagdad, das mehr als 2000 iranische Flüchtlinge beherbergt, die Mitglieder der wichtigsten Oppositionsgruppe gegen die Mullahs, die im  Iran herrschen, sind. Etwa 80 Raketen iranischer Bauart haben das kleine Lager getroffen, das Mitglieder der Organisation der Volksmudschahedin   des Iran beherbergt gemäß einer Vereinbarung, die von den Vereinigten Staaten und der Regierung des Irak im Jahr 2011 unterzeichnet worden ist. 

Die Iraner, die jetzt in der irakischen Regierung die Fäden ziehen, wollen, dass die PMOI eliminiert wird – und bringen sie weiter um, während die USA wegschauen.

Als die USA im Jahr 2003 im Irak einmarschiert sind, haben Mitglieder der PMOI, die ihre eigene Stadt Ashraf nahe der Grenze zum Iran aufgebaut hatten, sich bereiterklärt, ihre Waffen an das US Militär abzugeben im Austausch für schriftliche Garantien für ihre Sicherheit, was mit jeder einzelnen Person in den Lagern vereinbart wurde. 

Als sich die USA aus dem Irak zurückgezogen haben, hat sich die PMOI einverstanden erklärt, zeitweise aus ihren Wohnungen in Ashraf nach Camp Liberty umzuziehen, wobei davon ausgegangen wurde, dass die Regierung des Irak sie schützen würde – diese Vereinbarung wurde in einer gemeinsamen Absichtserklärung zwischen den USA und dem Irak festgehalten.

Stattdessen hat die Gruppe zahlreiche Angriffe erdulden müssen, die zu Hunderten von Todesfällen sowohl in Ashraf als auch in Liberty geführt haben. Zudem hat Camp Liberty, das ein zeitweises Umsiedlungslager hätte sein sollen, bevor sie aus dem Irak gebracht würden, den grundlegendsten humanitären Maßstäben nicht entsprochen, es fehlte an ausreichendem Wasser, an Nahrungsmitteln, an medizinischen Gütern und an angemessenen Wohneinrichtungen.

So tragisch der Verlust an Menschenleben in Camp Liberty war, der Anteil der USA ist noch schwerwiegender. Die Obama Administration hat mit dem Iran ein Atomabkommen ausgehandelt – eines, das dem Iran Sanktionen erlässt, ohne dass ausreichende Inspektionen die Erfüllung der Auflagen für den Iran sicherstellen. Seit dieser Übereinkunft hat der Iran die Obama Administration mehrfach ins Auge geboxt: mit dem Test von Langstreckenraketen, der Festnahme amerikanischer Bürger in Teheran und der Förderung des Terrorismus in der Region, aber die Konsequenzen blieben aus. 

Was wird die Obama Administration jetzt tun als Antwort auf diese fortgesetzten iranischen Provokationen? Wahrscheinlich nichts. Eins aber könnten die USA leicht unternehmen, nämlich die Versprechungen gegenüber den iranischen Flüchtlingen zu erfüllen, die immer noch in Camp Liberty festsitzen.

Die iranischen Mullahs sehen in der PMOI eine große Bedrohung für ihre tyrannische Kontrolle. Eine junge Frau, die vor kurzem aus dem Iran entkommen ist und mit der ich über Skype sprechen konnte, sagt, dass die Opposition gegen die Mullahs im Iran wächst.

Paria Kohandel, eine 18jährige Studentin, hat den Schrecken beschrieben, den junge Iranerinnen durchlebten, als vor einem Jahr Männer in Isfahan, die vermutlich Mitglieder der sogenannten Lasterschwadronen sind, Säure ins Gesicht  mehrerer Frauen gespritzt haben, weil die die Kleidung der Frauen als „schamlos“ betrachtet wurde. Bis heute ist niemand wegen dieser Angriffe festgenommen worden trotz der Versprechungen von Hassan Rohani, dass die Täter vor Gericht gestellt würden.

Kohandel sollte in wenigen Tagen ihre Zulassungsprüfung für die Universität in Teheran ablegen, als sie entschied, sie könne in einer solchen Gesellschaft nicht länger leben. „Ich stand am Kreuzweg. Sollte ich mich dem Widerstand anschließen oder mich ins Privatleben zurückziehen?“, erläuterte sie. Sie wusste, wie gefährlich diese Entscheidung war, weil ihre Angehörigen schon enorm nach der iranischen Revolution gelitten hatten. Ihr Vater verbüßt derzeit eine 10jährige Gefängnisstrafe im Iran für die Unterstützung der PMOI und eine Tante und ein Onkel wurden im Jahr 2011 bei dem von den Iranern lancierten Angriff auf Ashraf getötet. 

Trotzdem hat sie sich entschlossen, sich der PMOI anzuschließen und ist im August aus dem Iran geflohen. Sie sagte mir, es wäre „selbstsüchtig gewesen, nur an die persönlichen Träume zu denken und nicht an die Träume meiner Freunde und aller Iraner“.

Wenn es der Obama Administration ernst damit ist, sich dem Iran entgegenzustellen, so könnte sie das nicht besser tun als dadurch, dass sie den Mitgliedern des Iranischen Widerstands wie Paria Kohandel beisteht. 

Frau Kohandel lebt jetzt in Europa, aber viele ihrer Kameradinnen und Kameraden als Mitglieder der PMOI sitzen in Camp Liberty fest. Die USA schulden diesen Menschen Schutz. Sie müssen sofort aus dem Irak in Sicherheit gebracht werden. Wenn die USA nicht einmal ihren grundlegenden Verpflichtungen nachkommen, sollte sich irgendjemand darüber wundern, dass der Iran denkt, er könne mit Mord davonkommen?