Sunday, February 5, 2023
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Oberst Thomas Cantwell: Irans Top-General stellte sowohl für USA-Interessen als auch für die demokratische Bewegung im Lande ein Hindernis dar Thomas Cantwell sagt in einem Artikel der „Townhall“, Qassem Soleimani, der Kommandeur der Quds-Truppe, habe so

Thomas Cantwell sagt in einem Artikel der „Townhall“, Qassem Soleimani, der Kommandeur der Quds-Truppe, habe sowohl für die Interessen der USA als auch für die demokratische Bewegung im Iran ein Hindernis dargestellt

In einem Artikel, den „Townhall“ am Donnerstag veröffentlichte, schreibt Oberst i. R. Thomas Cantwell, ehemaliger Offizier der Armee der Vereinigten Staaten, der früher für den Schutz der in Camp Ashraf im Irak lebenden Mitglieder der Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI) – Mujahedin-e Khalq (MEK) verantwortlich war, der ausgeschaltete Qassem Soleimani, Kommandeur der Quds-Truppe der Revolutionsgarden (IRGC), habe „sowohl für die Interessen der USA als auch für die demokratischen Kräfte im Iran ein Hindernis“ dargestellt.

„Die Demonstrationen der letzten vier Tage im Iran richteten sich direkt gegen den Höchsten Führer des Regimes, Ali Khamenei. Darüber verärgert, daß die Mullahs den Abschuß eines Passagierflugzeuges durch das IRGC verschleiert hatten, forderten die Demonstrationen die Ablösung des gesamten Regimes. Die Slogans: ‚Tod für Khamenei!‘ und ‚Tod dem Unterdrücker – gleichviel ob Schah oder [Höchster] Führer!‘ zeigten“ – so Cantwell -, „daß die Iraner ein- für allemal von der Tyrannei befreit werden wollen.“

Cantwell nahm Bezug auf den Abscheu des iranischen Volkes gegenüber dem Massenmörder Soleimani, der dazu führte, daß es sein Porträt von den Wänden riß; er schreibt: „Dutzende von Videos zeigen, wie junge Demonstranten – besonders Frauen – die in der Öffentlichkeit angebrachten Plakate und Fotos von Qassem Soleimani, dem Kommandeur der Quds-Truppe, der am 3. Januar von den Truppen der USA im Irak getötet worden war, abrissen bzw. in Brand setzten. Diese Äußerungen der Tapferkeit haben die vom Staat organisierte Trauerfeier zur Gänze desavouiert.“

 

„Mit Soleimani wurde“ – so fährt Cantwell fort – „eine der deutlichsten Bedrohungen der amerikanischen Interessen und der Stabilität der Region in den letzten 30 Jahren entfernt. Er trug die Verantwortung für zahlreiche Todesfälle der Region. Dazu gehören hunderte von amerikanischen Staatsdiener und Opfer von Terrorakten, die von Kräften des iranischen Regimes in Ländern wie dem Libanon begangen wurden.“

„Die gegen Amerika gerichteten Operationen Soleimanis stellen nur einen kleinen Teil seiner Verbrechen dar. Er spielte in der Art, wie Teheran den syrischen Diktator Bashar al-Assad unterstützt, die führende Rolle; er machte eine ganze Serie von Menschenrechts-Verstößen möglich, die zu hunderttausenden Toten und Millionen Vertriebenen führten“, schreibt Cantwell mit Bezug auf die aktive Rolle, die Soleimani bei der Unterdrückung des syrischen Volkes und seines Aufstands gespielt hat.

Ebenso erwähnt Cantwell in seinem Artikel die verschiedenen Angriffe, mit denen sich die Quds-Truppe im Irak gegen die MEK richtete und die von Soleimani befehligt wurden. „Außerdem griffen irakische Milizen unter dem Kommando Soleimanis iranische Dissidenten an, die im Osten des Irak lebten. Diese Stadt, die als ‚Camp Ashraf‘ bekannt ist, war die Wohnstätte von tausenden Mitgliedern der iranischen Haupt-Opposition Mujahedin-e Khalq (MEK). Der Angriff von September 2013 führte zu einem brutalen Massaker an 52 unschuldigen Bewohnern.“

„Dieser Überfall war einer der letzten in der Reihe von 40 Terror-Angriffen auf Camp Ashraf und dem zeitweiligen Wohnort der MEK Camp Liberty, die Soleimani zugeschrieben wurden. Zwischen 2009 und 2016 war die Quds-Truppe letztendlich verantwortlich für die Ermordung von mindestens 141 Mitgliedern der MEK. Doch am Ende durchkreuzte“ – so Cantwell – „das Überleben dieser Gemeinschaft den umfassenden Plan Teherans, einen organisierten Schub hin zum Regimewechsel im Iran zu verhindern.“

Der Autor bezieht sich auf die verheerende Rolle, die das Regime im Irak gespielt hat – wodurch die Gründung des Islamischen Staates vorbereitet wurde. Er schreibt: „Durch die Einmischung des iranischen Regimes im Irak wurde dort eine pluralistische Regierung zum Verkrüppeln gebracht und der Ausbreitung des ‚Islamischen Staates (ISIS)‘ der Weg bereitet.“

In seinem Artikel geht Cantwell auch auf die hohlen Behauptungen des Regimes ein, es werde an der Ausschaltung Soleimanis ‚scharfe Rache nehmen‘. Er schreibt: „Die schwächliche Reaktion Teherans auf die Ausschaltung seiner zweithöchsten Persönlichkeit Soleimani zeigt einmal mehr seine Schwäche, wie sie von den verbreiteten Protesten bewirkt wurde. Das Regime feuerte zur ‚Rache‘ an der Ausschaltung Soleimanis 15 Raketen auf Stellungen der USA im Irak ab. Das war im Vergleich mit den 80 Raketen, die im Jahr 2015 auf die in Camp Liberty lebenden Dissidenten abgefeuert wurden, ein unbedeutender Schachzug – ein pathetisches Mittel der Propaganda, der die Absicht verfolgte, die geschwächte Moral des Personals des IRGC im Iran aufzupolieren.“

Zu dem vom Regime institutionalisierten Terrorismus schreibt Cantwell: „Die Angriffe auf Demonstranten im Lande sowie auf die MEK und andere iranische Dissidenten werden gewiß noch weitergehen. Doch das Fehlen Soleimanis schafft für jene, die in der Vergangenheit seiner Wut begegneten, eine neue Chance.“
Cantwell bezieht sich auch auf die zweite Welle der Demonstrationen im Iran: „Zu den Slogans, die im Januar während der Demonstrationen in Teheran und in Dutzenden anderen Städten skandiert wurden, gehörte auch die Forderung, das ganze Regime müsse entfernt werden, und es müßten die verheerenden Unternehmungen in Ländern wie Syrien aufhören. Das iranische Volk hat schon längst erkannt, daß dieser Export der Gewalt in die Region zu der Strategie des geistlichen Regimes gehört, im Angesicht zunehmenden Protestes des Volkes und diplomatischer Isolation seine Macht zu behaupten. Daran liegt es, daß Bilder Soleimanis als Symbole des Ausbreitungsdrangs des Regimes von den Wänden gerissen wurden.“

„25 Jahre lang war Soleimani bei der Verfolgung der Ziele Teherans im Lande und in der Region die führende Figur. Zwar wurde seine Beerdigung von westlichen Fernsehsendern weit verbreitet, doch die öffentliche Freude im Iran, Irak und Libanon sowie die öffentlichen Äußerungen des Hasses auf sein Porträt während der Demonstrationen der letzten Tage sagen“ – so schließt Cantwell – „verläßlicher aus, daß der Abschied der Mullahs sich am Horizont abzeichnet.“