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Online Fragen und Antworten mit Mohammad Mohaddessin über die Rolle des Regimes im islamischen Fundamentalismus

Freitag, den  17. April 2015 um 11:16 Uhr

16. April 2015 – Lassen Sie mich zuerst die Erhebung der Lehrer im ganzen Land ansprechen. Nach den Berichten, die bisher hierher gelangt sind, haben seit heute morgen Lehrer in 27 von 31 Provinzen des Iran,

darunter auch in Teheran, Demonstrationen und Protestaktionen angefangen. Die Lehrer sind ein wichtiger Teil der iranischen Gesellschaft. Es gibt mehr als eine Million von ihnen für 13 Millionen Schüler und Studenten. Sie haben einen breiten Einfluss auf die iranische Gesellschaft.

Inzwischen haben auch Streiks und Protestaktionen von Arbeitern ein neues Ausmaß erreicht, ebenfalls in großen Teilen des Landes.

Das sind klare Beispiele einer breiten Unzufriedenheit in der iranischen Gesellschaft und dem Verlangen nach einem Sturz des religiösen Faschismus, der den Iran beherrscht.

Ergebnis der Einmischungen des iranischen Regimes im Irak, in Syrien und im Jemen und das Ergebnis der Atomprojekte des Iran sind Armut, Arbeitslosigkeit, steigende Inflationsraten. Die Bevölkerung möchte, dass das aufhört.

Heute steht die Welt und besonders unsere Region  vor einem größeren Desaster unter dem Namen des Fundamentalismus und des islamischen Extremismus, dessen Epizentrum in Teheran unter der Herrschaft der Mullahs liegt. Das Regime der Kleriker hat in den letzten Jahren seine Interventionen auf Bagdad, Damaskus und neuerdings auch auf Sanaa, die Hauptstadt des Jemen, ausgedehnt. Dieses Dazwischenfunken ist nicht auf diese Länder begrenzt und die Maschinerie des Exports von Terrorismus und Fundamentalismus nach Palästina und in andere arabische und islamische Länder wie Ägypten, Sudan, Türkei und Afghanistan ist voll im Gange.

Die Hauptfrage ist: Wie kann die internationale Gemeinschaft diesen Eingriffen entgegenwirken? Oder anders gesagt: Sollte diese Situation als bittere Realität hingenommen und die Hegemonie des religiösen Faschismus, der im Iran herrscht, anerkannt werden?

Meine Antwort ist kurz und bündig, dass wir die Welle der Invasionen des Regimes in der Region zurückdrängen und den Irak, Syrien, den Jemen und andere Länder der Region befreien können von der Einnahme durch das Regime. Die Kosten sind weit geringer als man sich das vorstellt. Das Regime im Iran ist sehr schwach und brüchig.

Das iranische Regime möchte die internationale Gemeinschaft glauben machen, dass die Qods Armee stark und mächtig ist.

Die terroristische Qods Armee ist nicht die mächtige und unbesiegbare Armee, als die sie ausgegeben wird. Diese Kräfte haben sich in der Region nur wegen einer falschen Außenpolitik, besonders von Seiten der USA, ausbreiten können. Jahre hindurch gab es keine Barriere gegen sie außer unbewaffneten und  wehrlosen Menschen. Mit der Entschuldigung der Atomgespräche und des Kampfs gegen ISIS wurde das Regime eher belohnt als bestraft.

Wir haben keine Zweifel, dass  dieses Regime, wenn es mit einer festen Politik konfrontiert wird und wenn die internationale Gemeinschaft und die Länder der Region fest gegen die Angriffe dieses Regimes zusammenstehen, sich notwendig in die iranischen Grenzen zurückziehen  und schnell vom iranischen Volk und dem Widerstand gestürzt werden wird.

Ich möchte Sie auf vier große  und entscheidende Fehler in Bezug auf den Iran in den letzten Jahren aufmerksam machen. Dies sind die Faktoren der derzeitigen Situation:

1- Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem ersten Golfkrieg 1991 haben wir erklärt, dass der islamische Fundamentalismus die neue globale Bedrohung darstellt, die Frieden, Demokratie und die Sicherheit in der Region und in der Welt bedroht, und dass sein Epizentrum im Iran liegt. Zur damaligen Zeit wurde dieser Warnung nicht nur nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet, sondern nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Krieg in Kuwait haben viele westliche Länder dem iranischen Regime sogar geöffnet. Sie haben im Gegenteil auf die Opposition dagegen Druck ausgeübt, nämlich auf den Iranischen Widerstand  und ihn als terroristisch etikettiert. Zur damaligen Zeit hat die Behörde des US Außenministeriums die Bedrohung durch den Fundamentalismus, die wir zu verdeutlichen versucht haben, als Übertreibung angesehen.

2-  Nach der Tragödie des 11. September 2001 war die Gefahr des Fundamentalismus jedermann klar. Da man jedoch die Entschuldigung hatte, dass die Täter des 11. September sunnitische Muslime waren, die aus arabischen Ländern kamen, konnte das Herz des Fundamentalismus, d.h. das iranische Regime, die Ausbreitung des Fundamentalismus fortsetzen, weil der Kampf gegen Al Kaida und der Krieg in Afghanistan und im Irak im Rampenlicht standen.

3- Der größte Fehler war, dass die Vereinigten Staaten beim  Sturz der Regierung im Irak sich dem Einfluss des iranischen Regimes im Irak nicht entgegengestellt haben, sondern ihm und seinen Spionen und Terroristen die Tore des Irak geöffnet haben, so dass die Mullahs das Land überfluten konnten. Die USA haben auch die Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) entwaffnet, die ein starkes politisch-kulturelles Hindernis gegen den Fundamentalismus gewesen ist. Danach haben sie 2009 deren Schutz Maliki überantwortet, der ein Söldling des iranischen Regimes gewesen ist. Den Irak an den Iran auszuliefern war das größte politische Desaster der Welt in den letzten 50 Jahren. Die Gefahr die von der Einmischung des iranischen Regimes im Irak ausgeht, ist hundertmal größer als die Gefahr einer Atombombe.

4- Das Schweigen zu dem Massaker am syrischen Volk durch Bashar Assad und die Iranischen Revolutionsgarden, das uns allen vertraut ist.

 Wenn alle diese Fehler nicht begangen worden wären, so wären zweifellos das iranische Regime und  die Region nicht an dem Punkt, an dem sie sich derzeit befinden. ISIS und Al Kaida hätten sich entweder gar nicht bilden können oder sie wären marginalisiert und kleine Gruppen. Charlie Hebdo wäre nicht passiert. Die Houthis hätten den Jemen nicht erobern können. Die Situation in Libyen und Palästina und in anderen islamischen Ländern wäre eine andere.

Die Entwicklung der Atombombe ist ein Teil der Politik des Regimes zum Export von Terrorismus und Fundamentalismus und ein Mittel, um Hegemonie in der Region auszuüben. Manche Leute sind der irrigen Ansicht, dass eine feste Politik gegen das Regime in der Region dieses dazu veranlassen wird, ein annehmbares Abkommen in den Atomverhandlungen nicht zu unterzeichnen. Im Gegenteil – gerade wenn das Regime in der Region weiter voranschreitet, wird es mehr Konzessionen fordern. Es ist genau anders herum.

Die Operation  „Entscheidender Sturm” war die erste Barriere gegen das Regime. Unsere detaillierten Informationen aus dem Inneren des Regimes zeigen, dass in diesem Fall das Regime ganz überrascht war und eine solche Reaktion nicht erwartet hat.

Wenn diese Koalition im Jemen weitergeführt wird, ist das kein positives Szenario für das Regime. Deshalb strebt es mit aller Macht nach einem Waffenstillstand, um wenigstens Teile seiner Position im Jemen zu bewahren und damit  in der Lage zu sein, im nächsten Schritt die Oberhand zu gewinnen. Die Situation wäre eine andere, wenn man sich dem Regime im Irak, in Syrien und im Libanon entgegengestellt hätte.

Ich behaupte, dass heute die ganze Region, besonders der Jemen, der Irak und Syrien ein zusammenhängendes Ganzes sind. Wir sollten uns nicht auf den Jemen beschränken, sondern das Regime muss aus Syrien und dem Irak vertrieben werden. Damit wird das Regime aus der ganzen Region vertrieben.

Mit der Weiterführung der Koalition wird die Krise im Regime eskalieren. Die Mullahs haben ihr Potential verloren. Wir sollten dieses Regime nicht mit dem von Khomeini in den 1980er Jahren vergleichen. Seine Kapazitäten, um zu gewinnen, sind sehr gering und seine Verletzbarkeit ist sehr hoch.

Lassen Sie mich nur einige Punkte über die Entwicklung im Regime in Bezug auf den Jemen erwähnen:

 • Das Regime hat in den letzten 25 Jahren sehr viel da hinein investiert. Die Qods Armee hat schon lange die Houthi Milizen an der Waffenausrüstung trainiert und ihre Ansprüche sowohl politisch als auch strategisch verfolgt. Das Fortschreiten der Houthis von Saada nach Sanaa war vollständig durchgeplant und –organisiert von der Qods Armee der Iranischen Revolutionsgarden.

• Im vergangenen Jahr  sind die Befehlshaber der Qods Armee beständig in den Jemen gereist und Houthis haben sich auch im Iran aufgehalten. Im Februar 2015 ist eine Delegation der Houthis in den Iran gefahren und hat sich mit mehreren Organisationen einschließlich des Büros von Khamenei, der Qods Armee und anderer Organe, die damit in Zusammenhang stehen, getroffen.    

• Genauen Informationen, über die  der Iranische Widerstand verfügt, ist zu entnehmen, dass Brigadegeneral Amiriyan in der Qods Armee direkt für den Jemen verantwortlich ist.

• Nach dem Beginn von „Entscheidender Sturm” und dem Abschneiden der Houthis von Hilfsmitteln, die sie vorher hatten, hat Teheran seine Hilfe für die Houthis vor allem auf den folgenden drei Gebieten fortgesetzt:

1. Die Anwesenheit von Befehlshabern der Qods Armee in der Szene, die tatsächlich verantwortlich sind für die Planung und Anleitung der Houthis.

2. Die Einrichtung von notwendigen Kommunikationssystemen, damit die Houthis direkt mit der Qods Armee in Teheran kommunizieren und von dort Anleitung und Führung erhalten können.

3. Die Entsendung von mehr Befehlshabern und Streitkräften aus der libanesischen Hisbollah, um Ansarullah (Houthis) zu helfen: Da sich der Krieg und die Konfrontation verstärken, wird die Anwesenheit von Iranern (vor allem nicht-arabischer Einheiten) schwieriger.  Deshalb wurde der Einsatz von Mitgliedern der Hisbollah in den Vordergrund gestellt, die in der derzeitigen Situation besser als Iraner manövrieren und operieren können.

• Innerhalb des Regimes  verhält es sich so, dass zwar alle Führer des Regimes wie Rafsandjani und Rohani die Koalition und den Entscheidenden Sturm verurteilen und damit Khamenei folgen und die heftigsten Ausdrücke gegen die Regierung der Saudis verwenden, dass aber mit jedem Tag, der vergeht, die Differenzen und Spaltungen im Regime über das Verhalten von Khamenei und der Qods Armee im Jemen zunehmen. Sogar in den Iranischen Revolutionsgarden gibt es Proteste in dieser Sache.