Presse Erklärung des Internationalen Komitees In Search of Justice – 25. Okt 2014
Reyhaneh Jabbari, 26, eine Universitätsstudentin und Dekorateurin wurde am Samstag in der Morgendämmerung in einem Gefängnis außerhalb von Teheran erhängt für den Mord an dem früheren Beamten des Nachrichtendienstes Morteza Abdolali Sarbandi, der im Jahr 2007 versucht hat,
sie zu vergewaltigen. Die UNO und mehrere internationale Organisationen, darunter Amnesty International, haben erklärt, dass ihr Geständnis unter starkem Druck und unter den Drohungen der iranischen Strafverfolger zustande gekommen ist. Amnesty International hat festgestellt, dass sie nach durch und durch fehlerhaften Ermittlungen verurteilt worden ist. Ahmed Shahid, der Berichterstatter über die Menschenrechte im Iran, gab an, sie habe in Notwehr gehandelt.
Sarbandi hatte angeboten, Jabbari zur Renovierung seines Büros zu beschäftigen und nahm sie mit in ein Apartment, wo er versucht hat, sie sexuell zu missbrauchen. Sie hatte nach einem Messer gegriffen, sich verteidigt und war geflohen. Sarbandi starb später an Verblutung im Krankenhaus. Nach ihrer Festnahme wurde Jabbari für zwei Monate in Einzelhaft gebracht, wo sie, wie zu erfahren war, keinen Zugang zu einem Anwalt oder zu ihrer Familie hatte. Sie wurde von einem Teheraner Gericht 2009 zum Tode verurteilt und die Entscheidung für die Hinrichtung wurde vom Obersten Gericht des Iran aufrecht erhalten. Ihr Fall zog einen internationalen Aufschrei nach sich und gab Anlass zu einer Petition, in der auf ihre Freilassung gedrungen wurde und die mehrere hunderttausend Unterschriften trug.
Jabbaris Mutter, Shole Pakravan, bestätigte die Hinrichtung und gab an, sie sei zum Friedhof gegangen, um den Leichnam ihrer Tochter zu sehen. Frau Pakravan war auch erlaubt worden, ihre Tochter eine Stunde lang am Freitag zu besuchen.
Die iranische Oppositionsführerin Maryam Rajavi meinte dazu heute: „Das grausame Aufhängen von Reyhaneh Jabbari ist die Kehrseite der Münze des inhumanen Verbrechens der Mullahs, das in den Säureangriffen gegen unschuldige iranische Frauen und Mädchen besteht“.
Iran war gerade eben Zeuge einer Welle repressiver Akte gegen Frauen, darunter Dutzende von organisierten Säureangriffen für „schlechte Verschleierung”. Mehr als 1000 Menschen wurden hingerichtet, seit der sogenannte „gemäßigte“ Präsident Rohani das Amt übernommen hat.
Das internationale Komitee In Search for Justice (ISJ) fordert den UN Kommissar für Menschenrechte, die Hohe Repräsentantin der EU für Außenpolitik und internationale Organisationen für Menschenrechte und Frauenrechte auf, die brutale Hinrichtung von Reyhaneh Jabbari scharf zu verurteilen und den Fall der Verletzungen der Menschenrechte im Iran an den UN Sicherheitsrat zu verweisen, um bindende Maßnahmen zu ergreifen, um Folter und Hinrichtungen im Iran zu stoppen.
Alejo Vidal-Quadras
Vizepräsident des Europäischen Parlaments (1999-2014)
Präsident des Internationalen Komitees In Search of Justice (ISJ)
