Wednesday, November 30, 2022
StartNachrichtenAtomprogrammSatellitenbilder zeigen, dass der Iran an einer Nuklearanlage weiterbaut: IAEA

Satellitenbilder zeigen, dass der Iran an einer Nuklearanlage weiterbaut: IAEA


Wien – Agenturberichten – Der Atomwachhund der Vereinten Nationen kommt anscheinend dem Ziel, bei seinen Nachforschungen zur mutmaßlich vom Iran betriebenen Entwicklung einer Atombombe herauszufinden, was auf einem Militärgelände geschah,

nicht näher, obwohl einiges darauf hindeutet, dass Teheran kooperativer wird. 

Ein vertraulicher Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde besagt u. a., dass der Iran zum ersten Mal seit Jahren auf eine lange blockierte Erkundung der IAEA eingeht, in der die Behörde Vorwürfen nachgeht, der Iran habe möglicherweise an der Entwicklung einer Atomwaffe gearbeitet.

Dennoch werden alle Hoffnungen, der Iran werde sich den Sorgen über seine nuklearen Arbeiten vorbehaltlos stellen, gedämpft, solange Teheran der UN-Behörde den Zugang zu einem Gelände in der Basis Parchin (südöstlich von Teheran) verweigert und darüber keinerlei Informationen mitteilt. 

US-Beamten sagen, es sei unverzichtbar, dass der Iran auf die Fragen der IAEA eingehe, wenn Washington und fünf andere Mächte bis zum selbstgesetzten Termin vom 20. Juli  eine umfassende Regelung der Nuklearfrage mit dem Iran erreichen sollen. Freilich wird die immer wiederholte Leugnung Teherans, eine Atombombe anzustreben, es dem Iran schwer machen, ohne Gesichtsverlust frühere verbotene Handlungen zuzugeben. 

Der Bericht, den die IAEA am Freitagabend ihren Mitgliedsstaaten zustellte, stellt u. a. fest, dass Satellitenbilder „im Gang befindliche Bauarbeiten“ in Parchin zeigten, ein Befund, der den Verdacht des Westens verstärken könnte, – den Verdacht, der Iran habe versucht, jedes ihn belastende Anzeichen unerlaubter nuklearer Experimente auf dem Gelände zu verbergen. 

„Es scheint klar, dass man fortgesetzt an Sanitisierungsmaßnahmen arbeitet“, sagte ein westlicher Gesandter. Er bemerkte Anzeichen dafür, dass man in Parchin seit 2012 größere Geländearbeiten vornimmt, z. B. das Ausheben von Boden und die Asphaltierung genau des Geländes, dass die IAEA sehen will. 

„Dass man seit 28 Monaten solche Aufräumarbeiten betreibt und gleichzeitig der IAEA den Zugang zu Parchin verweigert, kann ich mir nur so erklären, dass man alle Spuren von etwas, von dem die IAEA Proben nehmen könnte, beseitigen will.“ 

Die IAEA, die seit zwei Jahren Zugang zu Parchin fordert, sagt, ihr sei bekannt, dass der Iran dort vermutlich vor mehr als zehn Jahren eine große Stahlkammer für Testexplosionen gebaut habe. Bereits 2011 teilte die Behörde mit, „solche Versuche seien starke Anzeichen möglicher Entwicklung von Atomwaffen“. 

„Die Arbeiten in Parchin geben berechtigten Grund zu anhaltender Sorge, der Iran versuche alle noch vorhandenen Spuren nuklearer Versuche zu beseitigen“, sagte Mark Fitzpatrick, Direktor des Nichtverbreitungsprogramms beim Thinktank des Internationalen Instituts für strategische Studien (IISS) in London.  

Er fügte indessen hinzu, man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen. „Die Arbeiten können auch einem völlig harmlosen Zweck dienen.“