Wednesday, December 7, 2022
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Staatliche Medien des Iran warnen die Funktionäre vor der Unruhe in der Gesellschaft

In den Artikeln der letzten Tage warnen die staatlichen Medien des Iran die Funktionäre vor bevorstehenden größeren Demonstrationen, mit denen auf die wirtschaftlichen und sozialen Krisen sowie auf die Krisen des COVID-19 hingewiesen wird – im Verein mit dem vom Regime betriebenen schlechten Management.


Die staatliche Tageszeitung „Arman“

„Es liegt in unserer Gesellschaft am Tage, daß das Volk unzufrieden ist. Die Probleme des Landes liegen darin begründet, daß es mit der Außenwelt nicht verbunden ist. Sie werden dadurch verursacht, daß wir keine Verbindung mit dem internationalen System haben. Offenbar verstehen [die Funktionäre] nicht, daß wir alle in demselben Boot sitzen; sie nehmen einander aufs Korn“ – so schrieb am Sonntag die staatliche Tageszeitung „Arman“.


Die staatliche Tageszeitung „Etemad“

„Das iranische Regime und seine Apologeten prahlten unverschämt damit, daß das von den Vereinten Nationen verhängte Waffen-Embargo am 18. Oktober aufgehoben wurde. Die Präsident des Regimes, Hassan Rouhani, sagte sogar, das Volk werde glücklich sein. Dazu schrieb am Sonntag die staatliche Tageszeitung ‚Etemad‘: „Im Gegensatz zu der Ansicht des Präsidenten ist die Nachricht von der Aufhebung des Waffenembargos für das Publikum keine gute Nachricht; sie traf in den sozialen Netzwerken sogar auf ernste Kritik.“

„Die in Beziehung auf den Umgang mit den Sanktionen und die Ausübung der Herrschaft bestehende Kluft zwischen der öffentlichen Meinung und den Ansichten der Regierung wird sich“ – so warnt „Etemad“ – „nicht positiv auswirken.“


Die staatliche Zeitung „Jahan-e Sanat“

Außerdem schrieb am Sonntag die staatliche Zeitung „Jahan-e Sanat“: „Die Ankündigung Rouhanis, am Tage nach dem Ende des Waffen-Embargos werde der Iran in der Lage sein, Waffen zu verkaufen und zu kaufen, bedeutet für das Volk keine gute Nach-richt – zumindest nicht in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage des Landes und inmitten der Verbreitung des Coronavirus.“ Ferner heißt es in dem Artikel: „Anstatt diese Nachricht bekanntzugeben, hätte Rouhani auf die Schreie und Beschwerden des Volkes hören sollen; sie beziehen sich auf die Wirtschaft, mit deren Leitung er beauftragt ist. … In der gegenwärtigen Situation kommt der Organisation der Wirtschaft höhere Priorität zu.“

In einem anderen Artikel warnte die Tageszeitung „Jahan-e Sanat“, indem sie den zunehmend gegen das Regime gerichteten Haß des Volkes als „Gewalttätigkeit der Gesellschaft“ bezeichnete, vor möglichen großen Demonstrationen, die den wirtschaftlichen und sozialen Problemen geschuldet sein würden.

„Zweifellos gehören,“ so heißt es in dem Artikel, „die Fortsetzung der wirtschaftlichn Rezession und die Entleerung des Schatzhauses der Regierung und der Zentralbank von den Rials und Dollars sowie die unzureichenden Zuweisungen von Ressourcen an verschiedene Gruppen zu den wichtigsten Ursachen der Gewalttätigkeit in der Gesellschaft.“

Die Angst vor einem Aufstand des Volkes wird zum Ausdruck gebracht


Die staatliche Tageszeitung „Seday-e Eslahat“

Die staatliche Tageszeitung „Seday-e Eslahat“ bezeichnete am Montag die vom Regime begangene „Täuschung und Korruption“ als Wurzel dessen, was sie als das „Mißtrauen“ des Volkes gegenüber dem System bezeichnete. „Wir müssen Ausschau halten nach der Wurzel dieses Problems [dem Mißtrauen des Volkes] – den Lügen und der Täuschung. Auch die Korruption sollte nicht mehr ignoriert werden. Es ist eine Tatsache, daß wir es mit verschiedenen Formen der Korruption zu tun haben – in hohem Ausmaße -, deren Dimensionen wir noch gar nicht entdeckt haben. Diese Korruption ist“ – so heißt es in dem Artikel – „nicht notwendig nur auf eine oder zwei Regierungen beschränkt.“


Die staatliche Tageszeitung „Hamdeli“

In einem Interview mit der staatlichen Tageszeitung „Hamdeli“ warnte Farshad Momeni, einer der Ökonomen des Regimes, es vor dem Ausbruch gefährlicher Krisen. „Unser Land ist einem äußerst gefährlichen Phänomen ausgesetzt – aufgrund der Nachlässigkeit und dem Mangel an Professionalität im Felde der Politik und des Einsatzes der Ressourcen. Daher muß das Bewußtsein der Politik des Landes auf Angelegenheiten nicht nur der Armut, sondern auch des Elends gerichtet werden. Wenn wir mit dieser Lage nicht ehrlich verfahren, ist es wahrscheinlich, daß wir es mit äußerst gefährlichen Störungen, Aufruhr und Krisen zu tun bekommen werden“ – so Momeni gegenüber „Hamdeli“.