Saturday, December 3, 2022
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Staatliche Medien: Korruption ist die Wurzel der iranischen Wirtschaftskrise

In den letzten Tagen haben die staatlichen Medien zugegeben, dass die iranische Wirtschaft im freien Fall ist, weil das Regime eine falsche Wirtschaftspolitik betreibt und eine institutionalisierte Korruption herrscht. Obwohl die staatlichen Medien versuchen, die Krise herunter zu spielen, indem sie fingierte Fakten und Zahlen benutzen, wiederlegen sie dennoch die Behauptung, dass die Sanktionen die Wurzel der iranischen Wirtschaftskrise sind.
In einem Artikel vom Montag gibt die staatliche Zeitung Vatan-e Emrooz zu, dass die Armutsgrenze im Iran zwischen 2013 und 2019 um 165% gestiegen ist.

„Laut des Forschungszentrums des Parlamentes ist die Armutsgrenze eines 4 – Personen Haushaltes in Teheran von 2013 bis 2019 von 1,7 Millionen Tomans auf 4,5 Millionen Tomans angestiegen. Die Armutsgrenze ist damit um 165% angestiegen. Wenn man den Verfall der Währung und die Coronavirus Situation mit einbezieht, dürfte die Armutsgrenze in 2020 erneut gestiegen sein“, schreibt Vatan-e Emrooz.
Es heißt weiter:“ Die absolute Armut kann als die fehlende Fähigkeit beschrieben werden, die minimalen Lebensstandards nicht mehr finanzieren zu können. Menschen in der absoluten Armut haben keinen Zugang mehr zum Lebensunterhalt. Dies hängt auch von den Lebenshaltungskosten in den unterschiedlichen Regionen ab.“


Vatan-e Emrooz ergänzt:“ Das Pro – Kopf Einkommen im Iran ist in den letzten acht Jahren rapide gesunken. In 2011 gab es das höchste Einkommen, wo jeder Iraner im Schnitt 7.370.000 Tomans hatte. Seitdem gibt es einen stetigen Rückgang und das Forschungszentrum des Parlamentes zeigt auf, dass in 2019 das Einkommen auf den niedrigsten Wert gefallen ist und nur noch 4.870.000 Tomans beträgt.“
Laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur ILNA sind „19 Millionen Menschen im Iran Slumbewohner und leben in den schlimmsten Bedingungen ohne sanitäre Einrichtungen.
Die staatliche Zeitung Jahan-e Sanat zitierte Abbas Akhundi, den früheren Minister für Stadtentwicklung. Er gab zu, dass „die stetige und steigende Inflation in den letzten 50 Jahren die Menschen in die Armut trieb und sie bis auf den Kern verbrannt hat.“

Korruption im Iran ist Wurzel der iranischen Wirtschaftskrise

Der Iran gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt. Dennoch leiden die Iraner an Armut, Inflation und explodierenden Preisen.
Während die Iraner mit Armut kämpfen, wird jeden Tag ein neuer Fall von Korruption durch Regimevertreter im Rahmen der internen Machtkämpfe aufgedeckt.
„Die Publikation des früheren Zentralbankchefs Waliullah Seif zeigt auf, wie Missmanagement die Wirtschaft des Landes mehr als die Sanktionen trifft.“, schrieb am Monat die staatliche Zeitung Jam-e Jam.
Laut der Aussagen von Seif hat er 60 Tonnen der Goldreserven sowie 30 Milliarden Dollar veruntreut. Jam-e Jam betont, dass Seif nicht allein agierte, sondern dass hinter seinem Fall Korruption steckt, die bis in die höchsten Ebenen und bis zu Präsident Hassan Rouhani hinein geht.
„Die Wechselkurspolitik im Land liegt in der direkten Verantwortung des Präsidenten und des Chefs der Zentralbank. Wenn es hier Störungen gibt, dann sind diese beiden Personen dafür verantwortlich. Fragen wie die Zinspolitik der Bank oder der Mikroökonomie der Währung werden mit dem Präsidenten koordiniert und vom Zentralbankchef umgesetzt“, heißt es in dem Artikel von Jam-e Jam.
Ein weiteres Beispiel gab am Montag die staatliche Zeitung Mostaghel zu. Dort wird aufgezeigt, wie die Kandidaten der Scheinwahlen zum Präsidenten des Regimes Milliarden Tomans für ihre Kampagnen ausgeben, während das Volk in Armut lebt.
„Wie können in einer Situation, wo die Menschen vor wirtschaftlichen Problemen stehen, einige Präsidentenkandidaten Hunderte Milliarden Tomans für Werbung ausgeben? Was sind die Faktoren, welche sie für einen Präsidenten qualifizieren, wenn sie Milliarden Tomans für ihre Kampagne ausgeben?“, fragt Mostaghel.
Mostaghel gibt zu, dass „in den letzten Monaten in unserem Land zu sehen war, wie Schüler ihre Schulen verlassen musste, weil sie sich kein Mobiltelefon leisten konnten, um an den Onlineklassen teil nehmen zu können. Die Armut schneidet in manchen Familien mit einem Messer bis auf die Knochen. Einige verarmte Schüler haben Selbstmord begangen.“
Die staatlichen Medien geben zu, dass die Iraner unter einem schweren Druck der Armut leben und dass sie zeitgleich die Korruption im Regime erleben müssen. Daher ist der Hass des Volkes auf das Regime angestiegen und die fortgesetzten Proteste im Iran sind Zeugnis dieses Faktes.
Daher warnen die staatlichen Medien die Vertreter des Regimes vor einer Reaktion des Volkes, während die Präsidentenwahlen näher rücken.
„Die (Schein) Wahl wird als ein Referendum für eine Perspektive angesehen. Daher ist die Teilnahme oder die Nicht – Teilnahme an ihr eine Vorrausetzung für Verständnis und Akzeptanz. Wir müssen aufmerksam sein und an eine Lösung denken; Bis heute hat der scharfe Verfall und Verlust des Vertrauens der Öffentlichkeit (in das Regime) die Alarmglocken mehr schrillen lassen, als die wirtschaftliche Armut.“, schrieb am Mittwoch die Zeitung Arman.