Sunday, November 27, 2022
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Top-Spion sieht Nord Korea und Iran als Bedrohung für Kanada

FaddenThe Canadian Press – 31. Oktober – OTTAWA – Der Vorsitzende der kanadischen Geheimdienste (SCIS) sagte vor mehreren Insidern, dass er besorgt ist, dass Kanada von Nordkorea und dem Iran als heimlicher Ort für den Transfer von Atombomenteilen benutzt wird.

 

Bei einer Rede vor Akademikern und früheren Geheimdienstmitarbeitern sprach Dick Fadden, der Direktor der CSIS, über „aktive Untersuchungen“ von Personen, die Material für Atomwaffen produzieren.
 
Die Bedrohung von Massenvernichtungswaffen ist „ein Gebiet, dass uns mehr denn je Sorge bereitet“, sagte Fadden.

„Über Nordkorea und den Iran müssen wir uns dabei am meisten Sorgen machen.“
 
Fadden machte ungewöhnlich deutliche Aussagen bei eine (teilweise immer noch) geheime Versammlung der internationalen Vereinigung der Weiterbildung von Geheimdiensten im Mai.

Der CSIS Direktor drückte auch seine Sorgen über Einmischungen ausländischer Nationen in die kanadische Politik und die Bedrohung des Cyberterrorismus aus. Zudem stellte er die Frage, ob im Inland aufgewachsene Terroristen nur eingesperrt werden sollten und ob dies eine wirkliche Lösung für das Problem der Radikalisierung ist. Er sagte gegenüber den Zuhörern, dass Indien mehr Einfluß in Afghanistan, als Kanada und seine Verbündeten habe.
 
Fadden sagte, Kanada hat mehr als nur einen „fairen Anteil“ an ausländischer Einmischung.

„Menschen, die eine ethnische oder kulturelle Verbindung zu einem anderen Land haben, können von Vertretern ihrer Regierung angeheuert werden und das politische System auf verschiedenen Ebenen beeinflussen. Das ist ein steigendes Problem“, sagte er.

„Sie starten in den Bezirken oder auf Gemeindeebene und hoffen, dass sie vielleicht in wichtige Positionen kommen.“

Die Rede erfolgte zwei Monate nachdem Fadden zum ersten Mal in Toronto seine Sorgen über ausländische Einflüsse in der Politik ausdrückte und es dauerte weniger als einen Monat, bis er seine Bedenken in einem Fernsehinterview wiederholte.
 
Fadden wies besonders darauf hin, dass China versucht, die Gemeinden und Bezirksvertreter in Kanada zu manipulieren. Er löste damit eine Welle der Empörung bei Kritikern aus, die sagten, dass seine Aussagen eine Wolke der Verschwörung in der gesamten Gemeinschaft hinterläßt.
 
„Es ist für mich eine Überraschung, dass Fadden wiederholt betont, dass der Einfluß ausländischer Agenten zunimmt“, sagt Wesley Wark, ein Historiker an der Universität von Toronto, der sich auf Geheimdienste spezialisiert hat. „ Ich bin verblüfft, dass dies nach seiner Ansicht immer noch das größte Problem für die CSIS ist.“

Die kanadische Presse bekam eine Abschrift seiner nicht öffentlich gemachten Aussagen vom 26. Mai bei  einer Konferenz über das Gesetz des freien Informationszugang in Ottawa. Das CSIS hielt einige Aussagen als zu brisant zurück, obwohl Duzende Menschen, darunter viele Lehrer und Geheimdienstvertreter aus Kanada und den USA, als Zuhörer dabei waren.
 
Der CSIS Direktor sagte, man solle vor allem bei bestimmten Ländern vorsichtig sein.
 
„Ist jemand von den Medien anwesend?“, frage er. „Nun, es ist keine große Sache, aber ich möchte mich morgen lieber nicht auf der Titelseite des Globe sehen, wenn ich das vermeiden kann“.
 
„Meine Mitarbeiter haben eine Reihe von Reden vorbereitet, die ich zu ihrem Entsetzen ablehnte und ihnen sagte: Ich sage was ich denke, auch wenn das in meinem Geschäft nicht immer weise ist“, sagte Fadden und erntete dafür die Lacher des Publikums.

Auf dem Denkblatt seiner 44 Minuten langen Rede ist ein Vermerk „Nur für den internen Gebrauch und für Untersuchungen“ zu finden.
 
Eine Person, die an der Rede teilnahm, wollte die Details diskutieren, doch es wurde abgelehnt, mit der Begründung, dass dies gegen die Chatham House Regel verstößt, welche besagt, dass diese Rede strikt im Hintergrund gehalten werden soll und das sie nichts mit Fadden zu tun habe.

„Wir haben…..aktive Untersuchungen von Personen, die versuchen, in Kanada an Atommaterial zu kommen“, sagte Fadden und nannte diese Untersuchungen als „sehr schwierig“.

„Das ist ein Gebiet, wo eine technische und wissenschaftliche Expertise sinnvoll wäre“, sagte er.

„Ich hoffe, dass Menschen daran interessiert sind, diejenigen, die einen wissenschaftlichen Hintergrund haben und die sich tiefer in Geheimdienst- und Sicherheitsfragen bewegen wollen, als sie es bisher getan haben.“

Im Juli wurde ein Mann beschuldigt, dass er im Jahre 2009 Material für den Bau von Atombomben in den Iran schmuggeln wollte.

Nach einem Update der Aussagen von Fadden gefragt, sagte Isabelle Scott, die Sprecherin des Geheimdienstes:“ Die CSIS diskutiert nicht über aktuelle Operationen oder Methoden, die zu seinen geheimdienstlichen Untersuchungen gehören.“

Die Bedrohung von Hackern für die Computersysteme in Nordamerika ist „wesentlich größer als vor 5 oder 10 Jahren“, so Fadden.
 
Er betonte die komplexe und weltweite Natur des Extremismus und forderte neue Ansätze. Er sagte:“ Neuankömmlinge sind nicht immer froh darüber, wie wir unsere Gesellschaft organisiert haben und bekommen das nicht in ihren Kopf.“
 
„Wir müssen die Menschen finden, die schmutzige Dinge tun wollen und sie vor Gericht stellen und ins Gefängnis sperren.“, sagte Fadden. „Es muß jedoch auch untersucht werden, was sie dazu brachte, sich von der Gesellschaft abzuwenden und diesen Weg einzuschlagen.“
 
Seine Rede sollte auch dazu dienen, die Geschichte des CSIS besser zu verstehen und wie es mit schwierigen Kulturen umgeht.
 
Fadden, der Afghanistan zu Beginn des Jahres besucht hatte, stellte den Zuhörern die Frage, ob sie wüßten, dass Indien ein primärer Spieler in dem vom Krieg zerrissenen Land sei.
 
„Sie haben mehr Einfluß. Sie haben mehr Verbindungen. Sie haben mehr als alle anderen mit Afghanistan zu tun, mehr als der ganze Rest zusammen genommen.“

Sich auf die Lehrer unter den Zuhörern beziehend, beklagte er, dass die Leute, die das SCIS von den externen Schulen anheuert „kaum schreiben können.“

„Eine essentielle Aufgabe bei uns ist es, zu kommunizieren. Zum einen informieren wir die Regierung, zum anderen informieren wir die Exekutive, damit sie aktiv wird. Wenn das jemand nicht klar und akkurat tun kann, dann hat er bei uns nichts zu suchen.“