Wednesday, November 30, 2022
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Umweltschützer werden weiter verfolgt im Iran

Demnächst sollen im Iran acht Umweltschützer vor Gericht kommen, vier erwartet die Todesstrafe, die anderen mehr als 10 Jahre Gefängnis. Die Umweltschützer sind Mitglieder der Persischen Stiftung für das Naturerbe (PWHF), eine prominente Umweltorganisation. Ihr Verbrechen bestand nur darin, Feldforschungen durchgeführt zu haben über den Asiatischen Geparden (auch bekannt unter den Bezeichnungen Persischer oder Iranischer Gepard) – eine sehr in ihrem Bestand gefährdete Tierart.

Sie sind nicht die einzigen Umweltschützer, die in dem Land verhaftet wurden und die vor Gericht gestellt werden sollen. Es gab und gibt eine Reihe von Fällen im vergangenen Jahr, wo Umweltschützer verhaftet und fälschlich beschuldigt wurden für das „Sammeln klassifizierter [als geheim eingestufter] Informationen“ oder Spionage – Anklagen, die das Regime erfunden hat, um sie einsperren zu können.

Genauso ist es bei den Umweltschützern des PWHF. Die Behörden stellen die absurde Behauptung auf, dass die Personen Verbindungen zu israelischen und amerikanischen Nachrichtendiensten haben.

Nicht nur wurden die Projekte des PWHF von zuständigen Regierungsstellen zuvor gebilligt, sondern viele Amtsinhaber sind auch zu dem Schluss gekommen, dass die Umweltschützer unschuldig sind und freigelassen werden sollten. Die rechtliche Prüfungsstelle des iranischen Präsidenten, ein Untersuchungskomitee, die Umweltabteilung der Regierung und verschiedene Ministerien haben bezeugt, dass die Vorhaltungen grundlos sind.

Dennoch wurden sie weiter in Haft gehalten und es wurde ihnen bis jetzt ein angemessener Prozess verweigert. Sie wurden durch die Folter gezwungen, Verbrechen zu gestehen, die sie nicht begangen haben. Die Behörden drohten zudem, dass nahe Angehörige verhaftet oder getötet würden. Den Umweltschützern wurden zwangsweise Halluzinogene injiziert, die das Regime als „Wahrheitsserum“ bezeichnet, und einigen wurden die Fingernägel ausgezogen.

Monatelang wurden sie in Einzelhaft gehalten und von Gefängniswärtern geschlagen. Ihre Körper sind voller blauer Flecken und die Zähne gebrochen.

Den Umweltschützern wurde das Recht auf die Wahl einer rechtlichen Vertretung verweigert und sie bekamen Pflichtanwälte. Auch diese Anwälte sagen übrigens, dass die Umweltschützer unschuldig seien.

Viele Abgeordnete sind besorgt über die Behandlung der Umweltschützer und appellieren an Rohani, sicherzustellen, dass sie einen fairen Prozess bekommen. Es gibt auch Besorgnis wegen des Prozesses, der unter dem Vorsitz des berüchtigten Richters Abolghasem Salavati steht, der bekannt ist für seine unfairen Urteile, die sich auf erzwungene Geständnisse stützen, und er lässt auch Prozesse mit einer Dauer von wenigen Minuten zu.

Die Gemeinschaft der Umweltschützer im Iran ist natürlich sehr beunruhigt über die Behandlung ihrer Kollegen, die ein bedrohliches Urteil  erwarten könnte.

Es wurde auch an die Vereinten Nationen appelliert, sich zu diesen Fällen deutlich zu äußern, besonders weil der PWHF mit der UNO in Einzelfällen zusammengearbeitet hat.

Ihre Behandlung ist grauenvoll und ihre Arbeit ist nur umso wertvoller in Anbetracht, der vielen Umweltkrisen, die das Land derzeit erlebt. Statt Menschen zu verfolgen, die versuchen, vor Gefahren der Zukunft zu warnen und etwas zu reparieren, was potenziell irreversibel werden kann, sollten sie gelobt, geschätzt und es sollte ihnen gedankt werden für ihre selbstlose Hingabe.