Sunday, December 4, 2022
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Viele Iraker verlangen die Absetzung von Martin Kobler

NWRI-Innerhalb von wenigen Wochen ist im Irak die Forderung nach Ersetzung von Martin Kobler als Sonderbeauftragten des UN Generalsekretärs lauter geworden. In einer Reihe von Demonstrationen gegen die Regierung, an denen hundertausende Iraker teilnahmen, skandierten die Menschen Sprechchöre gegen Kobler und hielten Plakate hoch, auf denen seine Entlassung verlangt wurde.

Um dem zunehmenden Dringen auf seine Entlassung zu begegnen, besuchte Martin Kobler am 28. April den höchsten sunnitischen religiösen Führer im Irak Scheich Abdolmalek al-Saadi in Oman, Jordanien, um seine negative Rolle zu vertuschen und von ihm eine Billigung seiner Handlungsweise zu bekommen.

Al-Hurra TV ließ in einem Bericht vom 28. April verlauten, dass der Sonderbeauftragte des UN Generalsekretärs im Irak Martin Kobler mit Scheich Abdolmaleck al-Saadi in Amman über die Al-Anbar Krise gesprochen hat.

In einer Pressekonferenz, die nach dem Treffen stattfand, sagte Al-Saadi: „Politiker haben nicht das Recht, Verbrechen in Anbar zu verurteilen und diejenigen in Al-Hawija außer Acht zu lassen.

In einer Botschaft an den Generalsekretär Ban Ki-mun kennzeichnete er die Stellungnahmen der UN zu den Menschenrechtsverletzungen im Irak als „ungerecht und ungenau“.

„Die politische Haltung Ihres Beauftragten im Irak rechtfertigt Handlungen der Maliki Regierung, die nicht rechtmäßig sind,“ ergänzte Saadi in seiner Botschaft an Ban Ki-mun.

Kobler hob in seiner Antwort hervor: „die irakische Regierung dürfe ein solches Ausmaß an Gewalt nicht anwenden, wie es ihr in Hawija unterlaufen ist.“

Al-Taghier TV berichtete ebenfalls am 28. April, Martin Kobler habe in einer Pressekonferenz in Amman zurückgewiesen, die Vertretung der UN habe, wie ihr unterstellt werde, Menschenrechtsverletzungen in dem Land ignoriert, besonders solche an Gefangenen.

Kobler verteidigte seine Position und sagte, er könne nicht verstehen, wie Al-Saadi zu der Auffassung gelangt sei, seine Stellungnahmen zu den Menschrechten seien schändlich. Er sagte, er gebe alle sechs Monate einen Bericht heraus und er habe die Maßnahmen der Regierung in den Gefängnissen kritisiert ebenso wie die gegenüber Bürgern, die in dem Land zu Opfern geworden seien, über Pressefreiheit und die Tötung von Journalisten.