Saturday, December 3, 2022
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Wahrscheinlich haben die Revolutionsgarden Angriffe auf Tanker organisiert

Es ist „in hohem Maße wahrscheinlich“, dass die Revolutionsgarden des iranischen Regimes (CIRG) am vergangenen Sonntag Angriffe auf vier Tanker, unter denen zwei saudische Schiffe sind, vor Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefördert haben, das besagt ein Bericht eines norwegischen Versicherungsunternehmens, in den Reuters Einblick bekommen hat.

Die VAE, Saudi Arabien und Norwegen stellen Untersuchungen an über die Angriffe, die auch ein Schiff der VAE und eines mit norwegischer Flagge trafen.

Ein vertrauliches Gutachten, das in dieser Woche von der norwegischen Assoziation der Reeder zur wechselseitigen Versicherung gegen Krieg (DNK) erstellt wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Angriff wahrscheinlich von einem Oberflächenschiff ausgeführt wurde, das in der Nähe von ausgesandten Unterwasserdrohnen fuhr, die 30-50 kg hochwirksamen Sprengkörpern trugen, die durch eine manuell gesteuerte Auslösung der Zündung detonieren.

Der Angriff ereignete sich vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und dem Iran nach der Entscheidung Washingtons in diesem Monat, Teherans Ölexporte auf null zu bringen und die militärische Präsenz im Golf zu verstärken als Antwort auf iranische Bedrohungen, wie es genannt wird.

Die DNK führte zur Begründung ihrer Beurteilung, dass das CIRG wahrscheinlich die Angriffe geplant habe, mehreren Anhaltspunkte an, darunter:

– Eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das CIRG vorher seine Verbündeten, die Houthi Milizen, die gegen eine von den Saudis gestützte Regierung im Jemen kämpfen, mit Oberflächenbooten beliefert hat, die mit Drohnen über GPS ziemlich genau auf bestimmte Positionen im Raum zielen können.

– Die Ähnlichkeit von Schrappnells, die auf dem norwegischen Tanker gefunden wurden, mit Schrappnells von Drohnenbooten, die im Jemen von den Houthis benutzt wurden, obwohl  das Gerät, das zuvor von den Houthis verwendet wurde, eher in Oberflächenbooten bestand als in den Unterwasserdrohnen, die wahrscheinlich in Fujairah im Einsatz waren.

– Der Tatbestand, dass der Iran und besonders das CIRG vor kurzem damit gedroht hatten, militärische Gewalt anzuwenden, und dass sie gegen einen militärisch stärkeren Feind sehr wahrscheinlich „asymmetrische Maßnahmen mit der Möglichkeit plausibler Ableugnung“ wählen würden. DNK wies daraufhin, dass der Angriff von Fujairah „relativ begrenzten Schaden“ angerichtet habe und   dass er zu einem Zeitpunkt ausgeführt worden ist, wo die US Schiffe noch auf dem Weg in den Golf waren.

Sowohl der Rohöltanker Amjad unter saudischer Flagge als auch das Panzerschiff A.Michel unter der Flagge der VAE wurden im Bereich des jeweiligen Maschinenraums beschädigt, während der saudische Tanker Al Marzoqah achtern Schaden nahm und dem norwegischen Tanker Andrea Victory schwererer Schaden am Heck zugefügt wurde, so DNK.

Der Bericht der DNK besagt, dass die Angriffe zwischen sechs und 10 Seemeilen seewärts vor Fujairah ausgeführt wurden, das nahe der Straße von Hormus liegt.

Das iranische Regime hatte in der Vergangenheit damit gedroht, alle Exporte durch die Straße von Hormus zu blockieren, durch die ein geschätztes Fünftel des Öls der Welt transportiert wird.

Laut DNK ist es sehr wahrscheinlich, dass damit beabsichtigt wurde, eine Botschaft an die USA und ihre Verbündeten zu senden, dass das iranische Regime nicht unbedingt die Straße von Hormus blockieren müsse, um die freie Schifffahrt in der Region zu stören.

DNK gab an, dass das iranische Regime in der nächsten Zeit wahrscheinlich mit ähnlich niedrigschwelligen   Angriffe auf Handelsschiffe fortfahren werde.

Der geschäftsführende Direktor von DNK Svein Ringbakken lehnte jeden Kommentar ab über die Aussage hinaus, dass „dies ein interner und vertraulicher Bericht ist, mit dem Reeder, die Mitglieder der DNK sind, über die Vorfälle bei Fujairah und die wahrscheinlichste Erklärung  für sie informiert werden sollen“.

Zwei Quellen in der US Regierung ist in dieser Woche zu entnehmen, dass Politiker der USA davon ausgehen, dass das iranische Regime Houthi-Milizionäre oder vom Iran unterstützte schiitische Milizen im Irak dazu ermutigt habe, den Angriff auszuführen, meldet Reuters.

Einem von den VAE, Saudi-Arabien und Norwegen  gemeinsam verfasstes Schreiben an den UNO Sicherheitsrat vom Mittwoch, von dem Reuters erfahren hat, ist zu entnehmen, dass die Angriffe in voller Absicht geschahen und dass sie Todesfälle und den Austritt von Öl und von  schädlichen Chemikalien zur Folge hätten haben können.

„Die Angriffe beschädigten den Rumpf von mindestens drei der Schiffe, bedrohten die Sicherheit und das Leben der an Bord Befindlichen und hätten eine Umweltkatastrophe zur Folge haben können“, heißt es in dem Schreiben.

Im vergangenen Monat haben die USA das ganze CIRG als terroristische Organisation eingestuft. Zuvor hatte Washington einzelne Organisationen und Personen so gekennzeichnet, die mit dem CIRG in Verbindung stehen,  das große Bereiche der Wirtschaft im Iran kontrolliert.